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Forschergruppe der Harvard University: Fortschritt bei 3D-Druck menschlicher Nieren

Nach den Plänen einer Forschergruppe der Harvard University sollen in ein paar Jahren menschliche Organe künstlich mit Hilfe von 3D-Druckern hergestellt werden. Einen ersten Erfolg konnte die Harvard-Gruppe unter Leitung von Prof. Jennifer Lewis bereits verbuchen.

3D Bioprinting an der Harvard University

3D-Bioprinting an der Harvard University (Bild © Harvard School of Engineering and Applied Sciences ).

Die Forscher schafften es menschliches Gewebe mittels eines 3D-Druckers herzustellen und kommen damit beim 3D-Druck menschlicher Organe weiter voran, berichtet die Harvard Universität. Das Gewebe enthielt rudimentäre Blutgefäße. Basierend auf diesen Anfangserfolg soll ein Projekt mit höherer Komplexität entstehen und zwar die Herstellung künstlicher Nieren mit einem 3D-Biodrucker.

Auf der EmTech-Konferenz von Technology Review in der US-Stadt Cambridge verglich Lewis den Plan mit einer Mondladung, die ähnlich schwierig gewesen sei. Das große Ziel sei die Produktion vollständig funktionsfähiger Organe, welche im menschlichen Körper zum Ersatz defekter Organe eingesetzt werden könnten. Es wurden schon wichtige Fortschritte bezüglich der Fertigung einfacher Versionen von Nierenstrukturen gemacht. Die so genannten Nephronen sollen recht bald praktisch nutzbar sein. Die Pharmaindustrie könnte die Nephronen verwenden, um die Möglichkeiten von Medikamenten zu überprüfen.

„In ein paar Jahren drucken wir menschliche Organe, wie Nieren.“ Prof. Jennifer Lewis; Harvard University

Professor Jennifer Lewis – Harvard Universität

Professor Jennifer Lewis – Harvard Universität (Bild © Harvard School of Engineering and Applied Sciences ).

Die Forschergruppe um Prof. Jennifer Lewis entwickelte eine neue 3D-Druckvariante, die mit speziellen Düsen und Tinten arbeitet. Zum Beispiel können verschiedene Zelltypen und deren Verbindungsgewebe damit präzise gedruckt werden. Eine Tinte kann Tunnel in den Geweben fertigen, die anschließend mit Blutgefäßzellen besetzt würden. Wie Lewis ausführt, könnten in gleicher Weise auch Röhrchen innerhalb der künstlichen Nieren gebildet werden, um das Blut zu filtern.

Der Fokus auf die Nieren erfolgt, weil diese bei den benötigten Transplantationsorganen derzeit einen Anteil an benötigten Ersatzorganen von 80 Prozent ausmachen und die Sterbequote betroffener Patienten sehr hoch sei. Es wird zwar noch eine Weile dauern bevor einsatzfähige Nieren und andere Organe mit einem 3D-Drucker hergestellt werden können, über die weitere Entwicklung auf diesem Forschungsgebiet halten wir Sie aber wie gewohnt in unserem kostenlosen 3D-Drucker-Newsletter auf dem Laufenden.

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