Der bayrische Autokonzern BMW erlaubte sich einen Aprilscherz. Wie das Unternehmen am Ostersonntag mitteilte, würde man ab Sommer 2018 die Sonderausstattung BMW Motorrad iParts anbieten. Das SLS-3D-Drucksystem können BMW Motorradhändler und der Kunde direkt vor Ort die erforderlichen Ersatzteile fertigen, damit die Fahrt bereits nach kurzer Zeit fortgesetzt werden kann.

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BMW LogoAprilscherze sind nicht nur im Freundes- und Familienkreis beliebt. Auch Konzerne wie BMW überlegen sich Jahr für Jahr immer wieder neue Scherze. In diesem Jahr hat sich BMW einen sehr umfangreich ausgetüftelten Scherz erlaubt: mobile 3D-Drucker auf Motorrädern, die Ersatzteile direkt vom Motorrad aus drucken können.

In der Pressemitteilung von BMW heißt es, bis 2019 würden anfangs 250 ausgewählte BMW Motorrad Vertriebspartner weltweit ein fest verbautes 3D-Drucksystem namens BMW Motorrad iParts erhalten. Das System bestünde aus einem integrierten Bearbeitungszentrum, was die Herstellung und nachträgliche Bearbeitung großer wie komplexer Bauteile erlaube. Hier nannte das Unternehmen Kegel-, und Tellerräder und Motorgehäuse als Beispiele. Die gesamte Ersatzteilversorgung erlebe laut dem Autohersteller bei BMW Motorrad ein neues Level und würde mit MW Motorrad iParts vollständig revolutioniert. Sehr selten benötigte und bei Vertriebspartnern meist nicht bevorrateten Ersatzteilen lassen sich auf diese Weise „just in time“ herstellen.

fiktives Motorrad mit 3D-Drucker
3D-Drucker auf dem Motorrad von BMW (Bild © BMW).

Der BMW Motorrad iParts 3D-Mobileprinter bietet Kunden des Unternehmens die Möglichkeit kleinere Komponenten wie zum Beispiel Handbrems- und Kupplungshebel, Fußbrems- oder Schalthebel, Ventildeckelhauben, Gabelbrücken oder Blinkergläser selber auszudrucken. Der fiktive 3D-Drucker kann in einem Seitenkoffer oder Topcase für den mobilen Einsatz untergebracht werden.

So funktioniert BMW iParts

Zum Ausgleich des Zusatzgewichts entwickelte BMW ein spezielles Topcase aus CFK, welches 4,5 Kilogramm leichter ist als ein Serien-Topcase. Der spezielle Lagenaufbau des CFK-Faserverbundes führt zu einer Geräusch- und Schwingungsdämpfung, um den 3D-Drucker optimal und störungsfrei nutzen zu können. Die Stromversorgung konnte in das Laminat integriert werden, womit außen liegende Kabel vermieden werden.

Per Smartphone, Tablet oder PC können BMW Motorradkunden benötigte Konstruktionsdaten und Materialspezifikationen aus der BMW iCloud herunterladen. Der BMW Motorrad iParts 3D-Drucker kann dank SLS neben Bauteilen aus Metall auch Kunststoffteile herstellen.

SLS-3D-Drucker besteht umfangreiche Härtetests

Speziell harte Funktionstests durchlief der SLS-3D-Drucker bei extremer Hitze und Kälte, sowie enormer Staubbelastung. Als Stromversorgung dient eine Hochleistungs-Salzbatterie. Im australischen Outback war der iMobile 3D-Drucker Temperaturen von bis zu 48 Grad Celsius ausgesetzt und überstand die hohen Staubbelastungen problemlos. Die unter diesen extremen Bedingungen hergestellten Bauteilen entsprachen in allen Aspekten den bisher auf traditionelle Art gefertigten Exemplaren.

Den eisigen Temperaturen der Antarktis von bis zu minus 52 Grad Celsius trotzte der 3D-Drucker problemlos. Am 16. Dezember 2017 erreichte das BMW Motorrad Testteam mit seinen vier BMW R 1200 GS Motorrädern den Südpol, den vor 106 Jahren am gleichen Tag Roald Amundsen betrat. Vor Ort wurde ein Zelt aufgebaut, dessen Alustangen aus dem 3D-Mobileprinter stammten. Im September soll die neue fiktive Sonderausstattung BMW Motorrad iParts und der 3D-Mobileprinter auf den Markt kommen. Ein perfektes Gerät, wenn es bloß echt wäre.

Was hingegen kein Aprilscherz ist: Im Dezember 2017 berichteten wir ebenfalls über BMW, mit der Mitteilung, der neue BMW i8 Roadster verfügt über ein Metallteil aus dem 3D-Drucker. Die gedruckte Halterung der Abdeckung des Verdecks ist 40 Prozent leichter als ein gleiches Bauteil, welches konventionell hergestellt wird. Noch weitere Beispiele für Motorräder aus dem 3D-Drucker finden sich hier.

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