Forschungen für die Luftfahrtindustrie:

Airbus und Arconic treffen Kooperationsvereinbarung zur Weiterentwicklung des Metall-3D-Drucks für den Flugzeugbau

Airbus und Arconic arbeiten zusammen, um den Metall-3D-Druck für den Flugzeugbau mit Titan- und Nickel-Objekten weiterzuentwickeln. Mehrere Kooperationsverträge wurden geschlossen und hohe Geldbeträge investiert, wurde im Zuge der formnext 2017 öffentlich. Die Forschungsarbeit geht gut voran und Prozesse wie Ampliforge bringen die Kooperationspartner dem Ziel näher, die additive Fertigung noch tiefer in die Fertigungsprozesse der Flugzeughersteller zu verwurzeln.

Der Leichtmetallhersteller Alcoa möchte den 3D-Druck in sein Unternehmen integrieren und hat dafür bereits hohe Investitionen getätigt. Um die Geschäftsbereiche besser zu trennen, wurde Alcoa in zwei Teilunternehmen gespalten. Das neue Teilunternehmen Arconic hat den Schwerpunkt 3D-Druck in der Luftfahrt. Dank mehrerer Kooperationsverträge beliefert Arconic unter anderem auch Airbus, weltweit führender Hersteller in der Luftfahrt, mit 3D-gedruckten Nickel- und Titanteilen, wie Rumpf- und Triebwerkskomponenten für die A320 Linienflugzeuge, berichtet Arconic in einer Pressemitteilung. Die Unternehmen arbeiten weiterhin zusammen, um den Metall 3D-Druck für die Flugzeugherstellung voranzubringen. Dies geschieht im Rahmen eines mehrjährigen Kooperationsabkommen zu Forschungszwecken, bei denen großformatige 3D-gedruckte Flugzeugkomponenten hergestellt und qualifiziert werden.

Eric Roegner, Executive Vice President und Group President von Arconic Engineered Products and Solutions und Arconic Defence, meint dazu: „Diese Vereinbarung bündelt das Know-how von zwei der weltweit führenden Luftfahrtzulieferern, um die Grenzen des 3D-Drucks für die Flugzeugproduktion zu erweitern. Die additive Fertigung verspricht eine Welt, in der leichtere, komplexere Teile der Luftfahrtindustrie billiger und schneller hergestellt werden. Wir schließen uns zusammen, um dieses Potenzial, stärker als je zu vor, Wirklichkeit werden zu lassen.“

Die Vereinbarung, die Arconics Kompetenz in den Bereichen Metallurgie und Metalladditivherstellung mit den Design- und Qualifikationsfähigkeiten von Airbus kombiniert, wurde diese Woche auf der formnext 2017 in Frankfurt bekanntgegeben. Beide werden zusammenarbeiten, um Parameter und Prozesse für die Herstellung und Qualifizierung von großen 3D-gedruckten Metallbauteilen wie Rippenstrukturen und Pylonenholmen mit einer Länge von bis zu 91 cm zu entwickeln.

Arconic und Airbus arbeiten zusammen
Arconic und Airbus arbeiten zusammen, um den Metall-3D-Druck für den Flugzeugbau weiterzuentwickeln (Bild © Arconic).

Vereinbarungen, die im letzten Jahr getroffen wurden, haben Arconic als Innovationspartner für Airbus im schnell wachsenden 3D-Metalldruckmarkt positioniert. Arconic testet nun die additive und fortschrittlichen Fertigungskapazitäten in den Werken in Ohio und Pennsylvania. Dabei setzen sie die Technologie der Elektronenstrahl-Hochleistungsabscheidungsrate für 3D-Druckteile für Flugzeuge ein. Diese Methode eignet sich aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit für den 3D-Druck größerer Bauteile in der Luft- und Raumfahrt. Die Technologie der Elektronenstrahl-Hochleistungsabscheidung kann bis zu 100-mal schneller große Komponenten produzieren als andere additive Technologien zur Herstellung kleinerer Teile.

Airbus A350 XWB
Ein Flugzeug des Typs Airbus 350 XWB (Bild: © AIRBUS S.A.S. 2014 – photo by master films / P. PIGEYRE).

Im Rahmen der Forschungsvereinbarung wird Arconic auch die vielen Vorteile des firmeneigenen Ampliforge-Verfahrens demonstrieren, das sowohl die additive, als auch die traditionelle Herstellung mit fortschrittlichen Materialien kombiniert. Bei diesem Prozess wird ein fast fertiges 3D-gedrucktes Teil mit einem anderen fortschrittlichen Herstellungsverfahren wie Schmieden bearbeitet. So werden bestehende Eigenschaften des 3D-gedruckten Teiles verbessert.

Der Ampliforge-Prozess bringt Objekte hervor, die zäher, überlegener in der Ermüdung und fester sind als Objekte, die allein mit dem 3D-Druck hergestellt werden. Produktionstechniken werden einfacher und Produktionsvorlaufzeiten und der Materialeinsatz werden verringert.
Airbus kündigte im September einen Durchbruch beim 3D-Druck an, als die Installation von 3D-gedruckten Titan-Halterungen in einem Serienflugzeug, der A350 XWB abgeschlossen wurde. Nun nutzt Arconic in Texas seine Laser-Pulverbett-Technologie, um mehr von diesen Titanklammern für Airbus 3D zu drucken.

Arconic auf der formnext 2017 (Bild © JaspervanZon).

Arconic kann diese Woche auf der formnext 2017 in Frankfurt am Stand F41 in Halle 3.0 besucht werden. Wer es nicht mehr zur formnext schafft, der wird in unserem kostenlosen 3D-Druck-Newsletter über alle Neuheiten informiert (jetzt abonnieren).

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