Andrew Anagnost, Co-CEO und CMO von Autodesk, berichtet über die „Kommerzialisierung des Weltraums“. Welche Rolle spielt der 3D-Druck bei dem Ziel entfernte Planeten zu besiedeln?

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Andrew Anagnost, Co-CEO und CMO von Autodesk

Bei dem Titel “Kommerzialisierung des Weltraumes” denken die meisten an Weltraumtourismus. Doch das ist nicht die einzige Motivation der Raumfahrtindustrie, den Weltraum zu besiedeln.

Viele Unternehmen forschen an der Nutzung und Kommerzialisierung des Weltraumes, wie zum Beispiel Elon Musks Unternehmen SpaceX. Andrew Anagnost, ein bekannter Name in der 3D-Druck-Industrie, ist der Meinung, dass kommerzielle Unternehmen der freien Wirtschaft noch vor den Unternehmen und Institutionen der Regierung das Rennen machen werden, wie er in einem Statement berichtet.

Der NASA und anderen Regierungsunternehmen stehen Bürokratismus und Konservatismus im Weg. Außerdem wollen sie die Risiken gering halten. Das Budget hält auch weniger bereit, als vielleicht nötig. Dass die NASA aber schon einiges an Forschungen und Entwicklungen im Bereich der Anwendung von 3D-Druck im Weltraum zu bieten hat, kann an über 20 Beispielen hier nachgelesen werden.

Kommerzielle Unternehmen sind schließlich risikobereiter und investitionsfreudiger, so Anagnost. Sie forschen, wie man den Bergbau auf Asteroiden verlagern kann. Was unserer Erde so viel Kraft gekostet hat, soll nun direkt im Weltall geschehen. Vorher wird jedoch eine Basis benötigt. Diese muss betrieben und erhalten werden können.  Planetary Resources und Deep Space Industries sind zwei der Unternehmen, die sich mit der Errichtung von Basislagern auf anderen Planeten beschäftigen.

Welche Rolle spielt dabei der 3D-Druck?

Bei all diesen Vorhaben wird der 3D-Druck eine entscheidende Rolle spielen, ist sich Anagnost sicher. Es wäre ein kostensparendes Modell, wenn alles, was im Weltraum benötigt wird, einfach dort hergestellt werden kann, mit Hilfe der Materialien vor Ort. Konzepte und erste Ansätze dafür gibt es mehr als genug. Dafür muss ein hochleistungsfähiger 3D-Drucker stationiert sein, der Weltall-Material- kompatibel ist. Unternehmen wie Made in Space experimentieren damit. Auch die University of Central Florida arbeitet an einem solchen Verfahren.

Technische Zeichnung.
Technische Zeichnung eines von Made in Space entwickelten Raumfahrzeugs (Bild: © madeinspace.us).

Aber auch die Pharmaindustrie macht sich den Weltraum zu Nutze. Durch die Mikrogravitation können Zellen reiner entstehen (Stammzellforschung), Medikamente weisen weniger Verunreinigung auf (Proteinkristallisation), gewachsenes Material ist stärker und in seiner Struktur konsistenter (3D-Zellkultivierung). Die Firma PharmaSpace arbeitet daran, diese Forschungen in den Weltraum verlagern zu können. Dafür benötigen sie ein satellitengestütztes Laboratorium.

Roboter statt Menschen

Dafür muss auch in der Robotik weiter geforscht werden. Denn dann können Roboter diese Arbeiten im Weltraum für die Menschen übernehmen. Sie müssen leicht, stark und mobil sein. Das ist eine ganz neue potenzielle Industrie: Weltraum-Robotik, schreibt der CEO in seinem Bericht.

Sobald die Raumfahrt billig genug ist, wird ein versierter Unternehmer ein Rohstofflieferant für Raumroboter werden. Das ist eine völlig neue Ware Lieferkette – aus dem Weltraum.

Der CEO wäre überrascht, wenn es in den nächsten 50 Jahren keine kommerzielle Raumfahrt auf dem Mond oder in der unteren Erdumlaufbahn gäbe. Dem 3D-Druck weist er dabei eine entscheidende Rolle zu, die visionären Pläne der kommerziellen und staatlichen Raumfahrtunternehmen zu verwirklichen. Wir sind gespannt, ob er recht behält und werden weiter darüber auf 3D-grenzenlos berichten (Newsletter abonnieren).

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