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Doolydoo | 3D-Skulpturen aus Kinderzeichnungen: 3D-grenzenlos im Interview mit Markus May

Mit dem Angebot Doolydoo stellt sich das Team rund um Markus May der Herausforderung 3D-Skulpturen aus Kinderzeichnungen anzufertigen. Wir von 3D-Grenzenlos wollten mehr über die außergewöhnliche Geschäftsidee und die Arbeit als Dienstleister im Bereich des 3D-Drucks erfahren und haben uns mit Dipl. Biol. Markus May, Geschäftsführer der 3Faktur GmbH, getroffen.

Dabei herausgekommen sind viele spannende Einblicke in die Welt der 3D-Technologie: Von der Unternehmensgründung über Hindernisse und Erfolgserlebnisse bis hin zu Vorbehalten gegenüber 3D-Druckern kann Herr May aus erster Hand von unterschiedliche Erfahrungen berichten.

Zur Person:

Markus MayMarkus May ist Co-Founder der in 2014 neu gegründeten 3Faktur GmbH, der Firma die hinter Angeboten wie Doolydoo.de oder Haustier-Figuren.de steht. Nach seinem Studium der Biologie, war Markus zunächst in der Wissenschaft tätig. Von 2008 bis zur Gründung von 3Faktur war er als Unternehmensberater bei McKinsey in Berlin, Wien und Schanghai beschäftigt. Bereits während seiner Tätigkeit für die chemische Industrie, kam er mit dem Thema 3D-Druck in Berührung und ist seit letztem Jahr vollberuflich Geschäftsführer der 3Faktur GmbH mit Sitz in Jena.

3D-Grenzenlos: Wie wir erfahren haben, stehen sie mit ihrem Unternehmen Doolydoo in der Branche des 3D-Drucks in den Startlöchern. Können Sie uns erzählen, wann sie das erste Mal auf das Thema 3D-Druck aufmerksam geworden sind und wie ihre Geschäftsidee entstanden ist?

Markus May: Wann ich den ersten Kontakt zum Thema 3D-Druck hatte, kann ich gar nicht mehr genau sagen, es liegt schon einige Jahre zurück. Im Jahr 2013 habe ich mich das erste Mal selbst drucken lassen, von einer kleinen Firma in Shanghai. Seitdem habe ich mich auch deutlich intensiver mit dem Thema 3D-Druck und der Technologie beschäftigt. Zu der Idee Doolydoo kam es, als mir ein Freund und später auch Mitgründer, von einer befreundeten Grundschullehrerin erzählt hat. Sie sollte eine Figur aus einer Zeichnung ihres Schülers erstellen. Wir beide haben uns dann mit einem dritten Freund zusammengesetzt und versucht dies mittels 3D-Druck zu realisieren. Wir haben zwar etwas gebraucht bis wir es realisiert hatten, allerdings war das Resultat so beeindruckend und kam so gut an, dass wir beschlossen haben diesen Service professionell anzubieten.

3D-Grenzenlos: Von der Entwicklung der Geschäftsidee bis zum ersten Produkt war es mit Sicherheit ein weiter Weg. Können Sie berichten, wo die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen lagen oder vielleicht immer noch liegen?

Markus May: Technologisch ist es so, dass jede Figur quasi in ‚Handarbeit‘ modelliert wird. Auf der einen Seite gibt es dafür kein Patentrezept, auf der anderen Seite ist es aber so, dass man immer dazulernt und die Figuren heute, verglichen mit unserer ‚Testphase‘, deutlich ansprechender aussehen. Schwierig ist es weiterhin das Produkt zu erklären – wir merken immer wieder, dass die Reaktion von vielen Menschen auf die Idee interessiert, allerdings verhalten ist. Sobald wir aber ein paar Produkte zeigen, ändert sich dies in der Regel schlagartig hin zu großer Begeisterung. Wir denken, dass viele noch nicht wissen, welche tollen Möglichkeiten der 3D-Druck bietet. Daher kommt sicherlich auch ein Teil der Skepsis.

3D-Grenzenlos: Nun haben wir schon etwas über die Vergangenheit und die Entwicklung der Geschäftsidee von Doolydoo erfahren. Welche Dienstleistungen bietet ihr Unternehmen an? Sind Eltern mit Kindern die primäre Zielgruppe?

Logo DoolydooMarkus May: Bei Doolydoo erstellen wir aus Kinderzeichnungen plastische Skulpturen mittels 3D-Druck. Diese können Figuren, also kleine Statuen sein oder auch 3D-Reliefs. Bei letzterem kann man eine ganze Zeichnung zum Leben erwecken, indem man einzelne Elemente aus dem Bild herausragen lässt.

Zu unserer Zielgruppe gehören selbstverständlich Eltern. Wir haben außerdem schon festgestellt, dass die Figuren häufig nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere gekauft werden, insbesondere als Geschenk für Großeltern und Verwandte.

3D-Grenzenlos: Stehen darüber hinaus noch weitere Projekte an? Was können wir in Zukunft noch von Ihrem Unternehmen erwarten?

Markus May: Direkt nach dem Start von Doolydoo bekamen wir mehrere Anfragen, ob wir nicht auch kleine Statuen von Hunden oder Katzen erstellen könnten. Dies war eine große Herausforderung für uns, da der Prozess ungleich komplexer ist. Inzwischen haben wir dies gelöst und bieten diesen Service auf Haustier-Figuren.de der Öffentlichkeit an. Zwei weitere Projekte sind unmittelbar in der Vorbereitung, dazu möchten wir uns aber noch nicht äußern, weil wir hinsichtlich der Technologie noch am tüfteln sind.

3D-Grenzenlos: Abschließend möchten wir noch gerne von Ihnen wissen, wo Sie die 3D-Drucktechnologie in 3 Jahren sehen? Und welche Rolle spielt Deutschland bei dieser Entwicklung?

Markus May: Ich gehöre zu der Fraktion, die nicht daran glaubt, dass binnen fünf Jahren jeder einen eigenen 3D-Heimdrucker zuhause stehen hat – in 10 Jahren könnte das anders sein. Insofern sehe ich in den kommenden drei Jahren neben technologischen Innovationen, insbesondere den Servicemarkt stark wachsen.
Am Ende bieten wir selbst vorwiegend Modellierung als Service an, als 3D-Druck an sich. Dieser Service ist es, der es momentan den Privatverbrauchern ermöglicht Zugang zur Technologie zu bekommen. Ich denke, dass dies zumindest für die kommenden drei Jahre auch so bleiben wird. Daher erwarte ich in den nächsten Jahren, zahlreiche weitere spannende und innovative Ideen, insbesondere im Privatverbraucher Markt.

Die genaue Rolle Deutschlands kann ich momentan schwer einschätzen. Im Dienstleistungsbereich könnte hier sicherlich mehr getan werden. Diesbezüglich ist man in den USA schon deutlich weiter. Im Hardware Bereich gibt es allerdings zahlreiche Unternehmen in Deutschland die im Industriesektor hochinnovative Arbeit leisten. Für den Industriestandort Deutschland ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, in einer solchen Branche nicht den Anschluss zu verlieren. Diese Gefahr sehe ich eher weniger. Wir stehen selbst mit Universitäten in Verbindung und wissen daher, dass auf diesem Gebiet viel und vor allem gute Arbeit geleistet wird, die mit Sicherheit Früchte tragen wird. Ob dies nun langfristig zu technologischen Innovationen führt oder sich mehr im Servicebereich abspielen wird, bleibt abzuwarten.

Generell ist und bleibt die 3D-Drucktechnologie ein innovatives und sehr dynamisches Feld, das äußerst gute Aussichten für die Zukunft verspricht. Wir möchten uns an dieser Stelle für das sehr freundliche Interview mit Herrn May bedanken, wünschen für die Zukunft nur das Beste und sind sehr gespannt auf die folgenden Geschäftsideen.

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