Website-Icon 3D-grenzenlos Magazin

Ärzte nutzen zur Vorbereitung auf schwierige Operation an der Halswirbelsäule ein Modell aus dem 3D-Drucker

Das RAK-Krankenhaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat sich mithilfe eines 3D-gedruckten Modells erstmals auf eine Operation der beschädigten Halswirbelsäule eines Patienten vorbereitet, wie das Krankenhaus in einer Pressemitteilung erklärt. Die Ärzte hatten so die Möglichkeit, den chirurgischen Eingriff genau zu planen und ihn dadurch auch schneller durchzuführen. Die Erfolgsaussichten steigen deutlich. Auch in der Kinderherzchirurgie im Inselspital Bern in der Schweiz setzen Ärzte auf die OP-Vorbereitung mit 3D-gedruckten Modellen.

Operationsvorbereitung mit 3D-Modell

Patientin, 3D-Modell der HWS und Arzt
Mit dem 3D-Modell konnten sich die Ärzte ein genaues Bild von der zu behandelnden Stelle machen (Bild © Bild der Quelle entnommen).

Der Fall der 37-jährigen Patientin Amineh Hassan Issa war für die Ärzte nicht einfach. Sie hatte bereits eine Schwäche der linken Hand entwickelt, was auf größere Probleme in der Halswirbelsäule deutet. Die Untersuchung ergab, dass sie unter einer zervikalen Radikulopathie litt, weil eine gerissene Bandscheibe die Nerven in ihrem Nacken komprimierte, was zu Entzündungen führte.

Mit dem 3D-Modell konnten sich die Ärzte ein genaues Bild von der zu behandelnden Stelle machen. Die CT- und MRT-Scandaten der Patientin wurden an das 3D-Drucklabor 3D Creations in Abu Dhabi gesendet, damit ein patientenspezifisches anatomisches Modell druckten. Das 3D-Modell zeigte den Ist-Zustand des Halses. Die Ärzte konnten so sehen, wo sie den Cage platzieren mussten und in welcher Größe dieser und die Schrauben sein mussten, erklärte Dr. Tinku Jose Kurisinkal, beratender Neurochirurg am RAK-Krankenhaus.

Große Vorteile durch genaue Vorbereitung

» Mehr zum Thema: Über 400 weitere Beispiele zum Einsatz von 3D-Druck in der Medizin

Durch die bessere Planung können Ärzte die Operationszeit, den Blutverlust und die Strahlenbelastung der Patientin und des Operationsteams reduzieren. Diese Art der Vorbereitung erwies sich auch schon in der Ausbildung von Medizinern und Chirurgen als äußerst nützlich, um die komplexe Pathologie der Wirbelsäule kennenzulernen.

Nach vier Tagen konnte die Patientin das Krankenhaus wieder verlassen. Dr. Raza Siddiqui, Executive Director des RAK Hospital, zeigt sich über diese Behandlungsmethode und die neuen Technologien hocherfreut. Das 3D-gedruckte Modell sei vielversprechend und soll auch in anderen Operationen zum Einsatz kommen.

Die mobile Version verlassen