Die Hochschule Aalen wurde mit einer Förderung in Höhe von 3,23 Millionen Euro unterstützt, um ihre Forschungsinfrastruktur weiter auszubauen. Die Mittel stammen aus dem Programm „Forschungsgroßgeräte an Hochschulen für angewandte Wissenschaften“, das vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt wird. Damit sollen neue wissenschaftliche Geräte angeschafft werden, die unter anderem in den Bereichen Mobilität, Ressourcen- und Energieeffizienz sowie Bioökonomie eingesetzt werden. Die Hochschule Aalen hatte darüber auf ihrer Website berichtet.
Unterstützung für moderne Forschungsumgebungen

Hochschulrektor Prof. Dr. Harald Riegel lobte die Professorinnen Dr. Miranda Fateri, Dr. Dagmar Goll und Dr. Iman Taha sowie weitere beteiligte Arbeitsgruppen für ihre erfolgreiche Bewerbung um die Fördermittel. „Nur mit einem modernen Forschungsumfeld können wir uns weiterentwickeln und attraktive Partner für Wissenschaft und Wirtschaft bleiben“, erklärte Riegel. Die neuen Geräte werden nicht nur die Forschungsqualität verbessern, sondern auch das Studium und die Lehre bereichern, indem Studierende und Nachwuchswissenschaftler mit aktuellen Technologien arbeiten können.
Die Hochschule Aalen ist bekannt für ihre starke praxisorientierte Forschung, die bereits durch eine hochwertige Infrastruktur mit Forschungszentren wie ZiMATE und dem Zentrum Technik für Nachhaltigkeit unterstützt wird.
Neue Technologien für 3D-Druck und Mondmissionen
Ein Highlight der geförderten Anschaffungen ist eine Anlage für das Elektronenstrahlschmelzen (Electron Beam Melting, EBM). Diese Technologie ermöglicht es, metallische Bauteile unter Vakuumbedingungen und bei hohen Temperaturen herzustellen. Prof. Dr. Miranda Fateri freut sich besonders über dieses Gerät, da damit zukünftige Mondmissionen unterstützt werden können. Mit der EBM-Technologie sollen Ersatzteile und Strukturen direkt auf dem Mond gefertigt werden. Parallel dazu soll die Anlage auch für Projekte in der Medizintechnik und der Robotik genutzt werden.
Ebenfalls im Bereich 3D-Druck wird eine Ultraschall-Verdüsungsanlage zur Herstellung gleichförmiger Metallpulver angeschafft. Prof. Dr. Dagmar Goll betonte, dass dies die Qualität von 3D-gedruckten Komponenten verbessern wird, da bisher ungleichmäßige Pulver oft zu Einschränkungen bei der Materialverarbeitung führten. Durch die neuen Pulver können Bauteile mit verbesserten Eigenschaften, etwa im Bereich der Magnet- und Batteriematerialien, hergestellt werden.
Fokus auf nachhaltige Materialien
Neben den Fortschritten im 3D-Druck wird auch die nachhaltige Materialentwicklung gefördert. Die Hochschule Aalen erhält eine Prepreg-Anlage zur Herstellung von Faserverbundkunststoffen. Prof. Dr. Iman Taha erklärte, dass mit dieser Anlage neuartige und umweltfreundliche Materialien entwickelt werden können, die insbesondere in der Luft- und Raumfahrt sowie im Fahrzeugbau Anwendung finden könnten. Auch das Recycling von Materialien wird durch die Anlage gefördert, um den Rohstoffverbrauch zu senken.
Die Gesamtinvestition in die Hochschule Aalen wird es ermöglichen, praxisrelevante Forschung in Bereichen wie Leichtbau, Energietechnik und nachhaltige Mobilität weiter voranzutreiben.
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