Das britische 3D-Druck-Unternehmen Defiant3D hat die Einführung seines Metall-3D-Druck-System Defiant200 laut einem Artikel des TCT-Magazins angekündigt. Das System läuft mit der zum Patent angemeldeten Cold Deposit- und Sinter-Technologie, die für erschwinglichere Metall-3D-Druck-Lösungen sorgen soll. Direktor Gary Cairns, der auch das Servicebüro für Polymer-3D-Druck PlastiPrint 3D leitet, hatte das Ziel, die 3D-Druck-Kapazitäten seines Unternehmens auszuweiten, konnte jedoch die Kosten anderer Technologien auf dem Markt nicht rechtfertigen.
Nach fünf Jahren F&E-Arbeit soll das Defiant200-System, das bereits vorbestellbar ist, im ersten Quartal 2024 zu einem Preis von je 40.000 GBP (rund 46.580 EUR) ausgeliefert werden.

Cairns erklärt:
„Wir wollen die Kosten für den Metall-3D-Druck senken. Realistisch gesehen, wenn ich heute auf den Markt gehe und nach einem Metall-3D-Drucker suche, wäre das ein Ausgangspunkt von 100.000 Pfund (116.470 EUR), zusammen mit der gesamten dazugehörigen Zusatzausrüstung. Diese Maschine wird für 40.000 Pfund mit dem Drucker geliefert. Die Slicing-Software ist ein Komplettpaket, das für diese Maschine entwickelt wurde.“
Technische Details
Der Bauraum der Defiant200-Maschine ist 200 x 200 x 200 mm großen Ofen und verfügt über eine Druckkopftechnologie, die zwei Pulver in das Bauvolumen aufträgt. Das erste Pulver, derzeit nur Edelstahl 316L, wird als Baumaterial verwendet, während das zweite ein Stützpulver mit einem höheren Schmelzpunkt ist. Während der Werkzeugkopf sich entlang der XY-Achse bewegt, legt er beide Pulver in den Ofen ab und die Z-Achse bewegt sich im Ofen allmählich nach unten.
Ist das Volumen des Ofens mit Pulver gefüllt, klappt der Deckel herunter, dichtet den Ofen ab und Thermoelemente im Deckel erhitzen den Ofen auf die Sintertemperatur des Metalls. Das Trägermaterial verbleibt als Pulver, während das Baumaterial zu einem festen Gegenstand gesintert wird. Anschließend lässt sich das Trägermaterial entfernen. Die Teile werden den erforderlichen Nachbearbeitungsschritten wie Sandstrahlen oder maschineller Bearbeitung zugeführt.
Zukunft
Defiant3D arbeitet daran, neben Edelstahl 316L auch Werkzeugstähle, Inconel- und Titanmaterialien zu erforschen. Die Verarbeitung von Kupfer, Messing, Aluminium und Edelmetallen ist ebenfalls vorgesehen. Defiant3D untersucht außerdem die Verkleinerung seiner Maschine, wobei insbesondere die Entwicklung eines kleineren Systems erwähnt wird, das bei niedrigeren Temperaturen läuft und zu geringeren Kosten erhältlich ist.
Cairns sagte:
„Dies ist das erste, das wir veröffentlichen, aber es gibt noch viel Spielraum für die Weiterentwicklung der Technologie.“