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Neues ultraschallbasiertes 3D-Druckverfahren transformiert chirurgische Verfahren

Ein interdisziplinäres Team vom National Institute of Biomedical Imaging and Bioengineering (NIBIB), unterstützt durch das NIH, hat einen bedeutenden Fortschritt in der Medizintechnik erzielt. Die Gruppe präsentierte in „Science“ unter dem Titel „Self-enhancing sono-inks enable deep-penetration acoustic volumetric printing“ eine Methode, mit der es möglich ist, biokompatible Strukturen durch mehrschichtige Gewebe mittels 3D-Druck zu erstellen. Diese Technik basiert auf der Verwendung von fokussiertem Ultraschall und einer speziell entwickelten ultraschallempfindlichen Tinte.

Randy King, Ph.D., ein Programmleiter am NIBIB, erklärt: „Fokussierter Ultraschall wird seit Jahrzehnten zur Behandlung verschiedenster Zustände genutzt und beweist somit seine Sicherheit und Nützlichkeit als klinisches Werkzeug.“ Die neue Anwendung könnte die Möglichkeit eröffnen, biologisch relevante Strukturen im menschlichen Körper ohne chirurgische Eingriffe zu schaffen.

Ultraschallgesteuerter 3D-Druck für komplexe Strukturen, entwickelt von Forschern der Duke University und Harvard Medical School
Diese Abbildung zeigt die innovative Ultraschalltechnik, die 3D-Strukturen in unterschiedlichen Tiefen erstellt. Mittels eines fokussierten Ultraschallwandlers werden Ultraschallwellen in eine Kammer mit ultraschallempfindlicher Tinte gesendet, um komplexe 3D-Strukturen bis in Zentimetertiefen zu formen. Eine bahnbrechende Entwicklung von Junjie Yao (Duke University) und Yu Shrike Zhang (Harvard Medical School und Brigham and Women’s Hospital) im Bereich der medizinischen 3D-Drucktechnologie. (Bild © Duke University und Harvard Medical School)

Ultraschallprinzipien im 3D-Druck

Anders als herkömmliche 3D-Drucktechniken, die Licht zur Verfestigung einer „Tinte“ nutzen, verwendet diese Methode Ultraschallwellen. Bereits in mehreren anderen Artikeln hatten wir im 3D-grenzenlos Magazin darüber berichtet. Lichtstrahlen werden beim Durchdringen von Haut und Organen gestreut, Ultraschallwellen hingegen können durch Gewebe dringen und Energie tief unter die Oberfläche senden. Die verwendete Tinte besteht aus vier Komponenten: eine Verbindung zur Absorption von Ultraschallwellen, ein Mikropartikel zur Viskositätskontrolle, ein Polymer zur Strukturgebung und ein Salz, das Wärme aufnimmt und die Verfestigung auslöst.

Junjie Yao, Ph.D., außerordentlicher Professor für Biomedizinische Technik an der Duke University, erläutert:

„Unsere Technologie basiert auf dem sono-thermischen Effekt, der die Temperaturerhöhung durch Absorption von Ultraschallwellen beschreibt. Wenn wir die Temperaturerhöhung durch Fokussierung der Ultraschallwellen präzise steuern können, leiten wir die Verfestigung der injizierten Tinte, sogar durch Gewebeschichten.“

Vom Prinzip zum Proof of Concept

Darstellung der 3D-Ultraschalldrucktechnik für den menschlichen Einsatz, ein Konzept von Forschern der Duke University und Harvard Medical School
Auf diesem Bild ist die mögliche Anwendung der 3D-Ultraschalldrucktechnik im menschlichen Körper dargestellt. Durch den Einsatz eines Katheters könnte die ultraschallempfindliche Tinte in der Nähe des Zielbereichs injiziert und anschließend mittels fokussiertem Ultraschall in die gewünschte Form verfestigt werden. Wichtig: Diese Technik wurde bisher noch nicht an Menschen getestet. Entwickelt von Junjie Yao (Duke University) und Yu Shrike Zhang (Harvard Medical School und Brigham and Women’s Hospital). (Bild © Duke University und Harvard Medical School)

Die Forscher demonstrierten die Wirksamkeit ihrer Technik, indem sie eine Vielzahl verschiedener Strukturen in einer Tintenkammer schufen, darunter mehrschichtige Honigwaben und komplexe Modelle wie eine Hand oder eine Spinne. Anschließend gelang es ihnen, verschiedene Strukturen durch verschiedene Gewebearten, einschließlich Schweineleber und mehrschichtige Gewebephantome, zu drucken.

In einem realitätsnahen Experiment verwendeten die Forscher das Herz einer Ziege und schlossen mit ihrer Technik erfolgreich einen Teil des Herzens ab. Dieses Verfahren, das normalerweise eine offene Herzoperation erfordert, könnte somit viel weniger invasiv gestaltet werden.

Ausblick

Die Methode erfordert hohe Energiemengen, was eine Überhitzung umliegender Gewebe zur Folge haben könnte. Um diesem Problem entgegenzuwirken, entwickelten die Forscher einen konfokalen Hochintensitäts-Ultraschalldrucker, der zwei Ultraschallgeber in einem kreuzenden Muster verwendet. Dadurch wird nicht nur die benötigte Energie reduziert, sondern auch Auflösung und Geschwindigkeit des Druckers verbessert.

Yao und Zhang arbeiten bereits seit mehreren Jahren an dieser 3D-Ultraschalldrucktechnologie. Ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit vereint Expertise in Ultraschallbildgebung und Biochemie.

Die Forschung wurde durch verschiedene NIH-Grants und weitere Förderungen unterstützt. Sie beschreibt grundlegende Forschungsergebnisse, die ein fundamentales Verständnis für menschliches Verhalten und Biologie schaffen und somit die Grundlage für neue Diagnose- und Behandlungsmethoden bilden.

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