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Redacted Industries erhält Zulassung für 3D-gedruckte Schusswaffen in den USA

Das in Texas ansässige Unternehmen Redacted Industries hat als erster kommerzieller Hersteller von Schusswaffen, die vollständig im 3D-Druckverfahren gefertigt werden, eine bundesweite Lizenz der US-Regierung erhalten. Das berichtet „Defense und Munitions“. Diese Genehmigung durch das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF) markiert einen bedeutsamen regulatorischen Schritt in der US-Waffenindustrie und im Bereich der additiven Fertigung.

3D-Drucker als Teil der regulären Waffenproduktion

Symbolbild einer mit industriellem Metall-3D-Druck gefertigten Schusswaffe, exemplarisch für den Herstellungsprozess bei Redacted Industries
Ein KI-generiertes Symbolbild zeigt eine präzise 3D-gedruckte Schusswaffe, ähnlich wie sie Redacted Industries nun in den USA lizenziert herstellen darf (KI-generiertes Symbolbild).

Redacted Industries nutzt industrielle Metall-3D-Drucker, um komplette Schusswaffenrahmen herzustellen. Das Unternehmen verwendet dabei additive Fertigungsverfahren, bei denen Komponenten schichtweise aus Metallpulver aufgebaut und anschließend wärmebehandelt werden. In Kombination mit CNC-Nachbearbeitung entsteht ein funktionstüchtiges Produkt, das den gesetzlichen Anforderungen des Firearm Control Acts (GCA) entspricht. Die Lizenzierung erlaubt dem Unternehmen die kommerzielle Herstellung und den bundesweiten Verkauf dieser Waffen.

Nach Aussage des Unternehmens war ein zentrales Ziel, vollständig im Inland produzierte Waffen herzustellen – „100% in-house“. Das umfasst auch Komponenten, die bei anderen Herstellern in der Regel zugekauft werden, wie z. B. Metallverarbeitung oder Gehäuse. Durch die interne Fertigung mittels 3D-Druck will Redacted Industries die Kontrolle über Qualität und Lieferketten maximieren.

Neue Wege in der Waffenfertigung und -regulierung

Mit dem Schritt in die offizielle Waffenlizenzierung geht das Unternehmen bewusst auf Distanz zur sogenannten „Ghost Gun“-Bewegung. Diese Bewegung bezieht sich auf nicht registrierte, selbstgedruckte Waffen, die oft nicht nachverfolgbar sind. Redacted Industries hingegen positioniert sich klar innerhalb des regulierten Marktes: Jede Waffe erhält eine Seriennummer und wird in das nationale Waffenerfassungssystem eingetragen.

Der Mitgründer Nathan D. betont, dass die additive Fertigung den Einstieg in die Waffenherstellung nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern grundsätzlich für neue Marktteilnehmer ermöglicht habe. „Mit traditionellen Fertigungsmethoden wäre der Einstieg finanziell und logistisch kaum realisierbar gewesen“, so D.

Additive Fertigung und Verteidigungsindustrie: Ein wachsender Markt
Redacted Industries will zukünftig nicht nur Waffen für den Zivilmarkt, sondern auch für Strafverfolgungsbehörden und militärische Abnehmer fertigen. Erste Gespräche mit Behörden und Verteidigungsunternehmen laufen bereits. Die Technologie biete laut Unternehmensangaben entscheidende Vorteile in Bezug auf Anpassungsfähigkeit, schnelle Entwicklung und die Möglichkeit zur dezentralen Produktion – ein entscheidender Aspekt für Krisenszenarien und taktische Einsätze.

Zukunft der Waffenfertigung im 3D-Druck: Ihre Meinung ist gefragt

Mit der Genehmigung für Redacted Industries betritt ein weiteres Unternehmen die Grenzlinie zwischen moderner Fertigungstechnologie und streng regulierter Waffenindustrie. Der Fall zeigt, wie 3D-Druck zunehmend auch in sicherheitskritischen Bereichen Einzug hält.


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