Evonik und Lehvoss, zwei führende Unternehmen im Bereich der Materialwissenschaft, haben gemeinsam ein neues, fortschrittliches Polyamid für den 3D-Druck mittels Selektivem Lasersintern (SLS) entwickelt. Das neue Material, PA613, ist ein faserverstärktes Polyamid, das speziell für Pulverbettverfahren in der industriellen 3D-Drucktechnologie konzipiert wurde. Diese Entwicklung zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit von spritzgegossenen Komponenten zu erreichen und ist besonders für den Markt für Spezialkomponenten und Ersatzteile von Bedeutung.
Integration von XCF-Fasern

Der Kern der Innovation liegt in der Integration von hochfesten XCF-Fasern, die normalerweise im Spritzguss verwendet werden, in das PA613-Polymer. Dieses Polymer ist bekannt für seine geringe Feuchtigkeitsaufnahme, hohe Temperaturbeständigkeit und Prozessstabilität beim Lasersintern. Eine Herausforderung bei der Erstellung faserverstärkter Polymere für Pulverbettprozesse wie das Lasersintern ist die Erhaltung der Faserintegrität. Während diese Prozesse erhebliche geometrische Freiheit für komplexe Geometrien bieten, die für das Spritzgießen konzipiert sind, birgt die Mischung von Fasern in Kunststoffpulvern Sicherheitsrisiken und Herausforderungen in der Handhabung. Evonik und Lehvoss umgehen dieses Problem, indem sie sicherstellen, dass die Faserlängen innerhalb der Partikel erhalten bleiben.
Qualifizierung durch Automobilhersteller
Marcus Rechberger, Produktmanager für Luvosint bei der Lehvoss Gruppe, hebt hervor, dass bereits die ersten Automobilhersteller das Material für die Produktion von Ersatzteilen qualifiziert haben. Dies zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist. Er betont jedoch, dass in der Lasersintertechnik noch viel Innovationsbereitschaft erforderlich ist, um noch mehr industriell relevante Materialien – einschließlich für diese optimierter Maschinen – zu entwickeln und so den industriellen 3D-Druck in die Serienfertigung zu bringen.
Eigenschaften des Luvosint PA613 9711 CF
Luvosint PA613 9711 CF, das Produkt dieser Entwicklung, erfordert eine Bautemperatur von 195 °C, was es mit Standard-Lasersintermaschinen kompatibel macht. Es reagiert auf CO2-, Dioden- oder Faserlaser. Die Entwicklung dieses Materials stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, um das Spektrum der für den industriellen 3D-Druck verfügbaren Materialien zu erweitern. Insbesondere für Materialien, die Methoden wie das Spritzgießen nachahmen oder übertreffen können, hat dies das Potenzial, das Anwendungsspektrum für 3D-Drucktechnologien erheblich zu erweitern.