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Europas erstes 3D-gedrucktes Sozialwohnungsprojekt erfüllt ISO/ASTM-Standard

In Irland wurde Europas erstes vollständig 3D-gedrucktes Sozialwohnungsprojekt fertiggestellt, das vollständig den neuen internationalen Standard ISO/ASTM 52939:2023 erfüllt. Das Bauprojekt wurde mithilfe des BOD2 3D-Baudruckers des Unternehmens COBOD realisiert und benötigte einer Pressemitteilung an das 3D-grenzenlos Magazin zu Folge insgesamt nur 132 Tage bis zur Fertigstellung – ein Zeitgewinn von 35 % gegenüber herkömmlichen Bauweisen, die durchschnittlich 203 Tage in Anspruch nehmen.

Effizienz und Nachhaltigkeit durch 3D-Baudrucktechnologie

Das von Harcourt Technologies Ltd (HTL.tech) umgesetzte Projekt setzt neue Maßstäbe im sozialen Wohnungsbau. Die Tragwerkswände bestehen aus doppelschichtigen Betonwänden mit jeweils 10 cm Dicke und einer 15 cm breiten Hohlkammer, die ohne Stahlverstärkung oder zusätzliche Säulen auskommt. Der eingesetzte Beton entspricht der Norm EN206 mit einer Druckfestigkeit von 47 MPa, was die nötige Stabilität und Langlebigkeit der Bauweise garantiert.

Insgesamt wurden für die Struktur 90 m³ Beton verwendet, wobei die eigentliche Druckzeit für die Wände nur 12 Tage betrug. Zusammen mit Einrichtung und Abbau des Druckers sowie dem Gerüst wurde die gesamte tragende Struktur innerhalb von nur 18 Tagen fertiggestellt.

3D-gedrucktes Sozialwohnungsprojekt in Irland, gebaut mit dem BOD2-Drucker von COBOD und nach ISO/ASTM 52939:2023-Standard fertiggestellt
Europas erstes 3D-gedrucktes Sozialwohnungsprojekt in Irland erfüllt den neuen ISO/ASTM 52939:2023-Standard und wurde 35 % schneller als herkömmliche Bauweisen fertiggestellt (Bild © COBOD International).

Geraldine Larkin, CEO der National Standards Authority of Ireland (NSAI), würdigte das Projekt als wegweisend:

„HTL.tech hat mit der Umsetzung der ISO/ASTM 52939:2023-Normen bewiesen, wie Standards Innovationen im Bauwesen vorantreiben können. Ihre Arbeit stellt Irland als Vorreiter im Bereich 3D-Baudruck dar und zeigt, wie moderne Bauprozesse effizient und nachhaltig gestaltet werden können.“

Zeitgewinn durch präzise Planung und 3D-Druckintegration

Vergleich der Bauzeit von konventioneller Methode und 3D-Druckverfahren mit dem COBOD BOD2-Drucker für ein Sozialwohnungsprojekt in Irland
Durch den Einsatz des COBOD BOD2 3D-Druckers wurde die Bauzeit des gesamten Projekts um 35 % und die Wandbauzeit um 59,1 % verkürzt (Bild © COBOD International).

Das Bauprojekt umfasst drei Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von 330 m² – aufgeteilt in je 110 m² pro Wohneinheit. Der große Zeitgewinn resultiert aus der Präzision des 3D-Drucks, der eine nahtlose Integration von Bauteilen wie Zwischenwänden, Bodensystemen und Dachträgern bereits in der Planungsphase ermöglicht. Dies reduziert die Bauzeit erheblich und macht den gesamten Bauprozess effizienter.

Laut Justin Kinsella, Director von HTL.tech, sei das Erreichen des neuen Standards ein wichtiger Meilenstein:

„Mit dem BOD2 3D-Drucker von COBOD konnten wir das Grange-Close-Sozialwohnungsprojekt 35 % schneller realisieren als bei herkömmlichen Bauverfahren. Der 3D-Druck ermöglicht es uns, qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Wohnraum zu einem beschleunigten Tempo zu schaffen.“

Weiterentwicklung der Technologie

Während des Projekts wurde der Betonschlauch des BOD2-Druckers von COBOD auf 65 mm erweitert, was die Materialausgabe um 40 % erhöhte und die Druckzeit weiter verkürzt. Für zukünftige Projekte rechnet HTL.tech damit, ähnliche Bauvorhaben in nur 9 Drucktagen abzuschließen.

Henrik Lund-Nielsen, Gründer und General Manager von COBOD International, betonte das Potenzial der Technologie:

„Dieses Projekt zeigt die enormen Vorteile des 3D-Baudrucks hinsichtlich Baugeschwindigkeit und Qualität. Selbst scheinbar kleine technische Verbesserungen, wie die Schlauchanpassung, haben einen großen Effekt auf die Effizienz.“

Das Bauprojekt in Grange Close dient als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen europäischen Ländern, die ebenfalls die ISO/ASTM 52939:2023-Normen eingeführt haben. HTL.tech plant, die erarbeiteten Methoden und Erkenntnisse künftig breiter anzuwenden, um den sozialen Wohnungsbau in Europa weiter zu optimieren. Über die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich halten wir Sie in unserem kostenlosen Newsletter auch weiterhin auf dem Laufenden (jetzt hier anmelden).

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