Russland meldet Fertigstellung:

Europas erstes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker ist bezugsfertig

Die Familie steht vor dem Einzug. In Jaroslawl (Russland) wurde das erste Wohnhaus Europas präsentiert, das mithilfe von industrieller 3D-Druck-Technologie entstanden ist und von einer Familie bezogen werden soll. Dieser Artikel gibt Details und Hintergründe zur Planung und Bau des 3D-gedruckten Wohnhauses. In einem Drohnen-Video kann das Haus angesehen werden.

Die Unternehmensgruppe „AMT-SPECAVIA“ aus Russland – Entwickler und Hersteller professioneller 3D Drucker für Bau und Industrie und LLC „AMT“ aus Moskau – eine Tochtergesellschaft von „SPECAVIA“ – haben bereits in Kopenhagen ein nach EU-Norm entsprechendes Wohnhaus mit Hilfe von einem 3D-Drucker gebaut. Jetzt vermeldet das Unternehmen in einer Mitteilung an 3D-grenzenlos die Fertigstellung von einem bezugsfertigen Wohnhaus in Jaroslavl (Russland). Das Haus wird in Kürze eine gewöhnliche Familie beziehen und dort zukünftig wohnen.

Zur Erinnerung, die industrielle 3D-Druck-Technologie beinhaltet folgende Verfahrensschritte:

  1. Erstellung am Computer eines dreidimensionalen Objektmodells,
  2. Teilung des Modells ins Schichten im Querschnitt,
  3. schichtweise Extrusion* der Zementvorlage auf Grundlage des Modells,
  4. Aushärtung des Materials bis zur vollständigen Formung des Objekts.

Dieses Projekt hat Unternehmensgruppe „AMT-SPECAVIA“ realisiert. Der Bau fing im Jahr 2015 an. Der Baukasten wurde in Teilen gedruckt und im Dezember 2015 innerhalb eines Monats auf dem Fundament montiert. Im Sommer 2017 wurde das Dach fertiggestellt und der Großteil der Innenausbauarbeiten durchgeführt. Mit Stand heute ist das Haus an de Kommunikationsversorgung angeschlossen und bezugsfertig, berichtet das Unternehmen in der Mitteilung.

Die Besonderheit des vorgestellten Projekts ist, dass es sich nicht um einen Präsentationsbau handelt, über welchen bereits in vielen Medien berichtet wurde, sondern eben um ein echtes Wohnhaus, in dem eine gewöhnliche Familie aus der Stadt Jaroslawl zukünftig leben wird.

Wohnhaus entspricht dem Baurecht für Einzelwohnhäuser in Russland

Das Gebäude entspricht voll und ganz den Regeln und Normen des Einzelwohnungsbaus nach russischen Recht, berichtet das Unternehmen weiter. Dafür wurden alle übliche Bauschritte eingehalten, die auch für die anderen Technologien der Bauproduktion in Russland heutzutage gelten:

  1. Erstellung des Projekts
  2. Einholung der Baugenehmigung
  3. Ausstellung eines sog. „BTI“-Passes (ein abschließendes Dokument, der alle technischen Merkmale des hergestellten Objektes beinhaltet) und Ende Oktober wird das erste 3D-Haus ins Kataster aufgenommen.

Anzumerken ist, dass das „gedruckte“ Haus im Jaroslawl das größte Gebäude in Europa und der GUS ist, das mit Hilfe der additiven Technologie** gebaut wurde. Seine Gesamtfläche beträgt 298,5 m².

„Es war uns wichtig, einen Präzedenzfall zu schaffen, um in der Praxis zu zeigen, dass 3D-Konstruktionstechnologie tatsächlich funktioniert, (…)“ erzählt der Leiter der Bau Alexander Maslov, Generaldirektor der Unternehmensgruppe „AMT-SPECAVIA“

„(…) damals war der Druck eines Hauses eher etwas aus dem Bereich der Fantasie. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht 3D Hausbau ins reale Leben reinzubringen. Und so aus einem Traum wurde Wirklichkeit.“, so Maslov weiter.

Der 3D-Druck wurde in der Werkhalle auf dem kleinsten 3D-Drucker durchgeführt. Das Gebäude wurde in Teilen (Hauswände, dekorative Elemente, Turm) gedruckt, auf die Baustelle gebracht und anschließend wie Bausteine zusammengebaut. Seither wurde der 3D-Baudrucker des Unternehmens weiter perfektioniert:

„die Druckgeschwindigkeit, sowie die Druckqualität haben sich enorm verbessert. Aber auch unser erstes Modell erwies sich als stets zuverlässig und effizient.“, schreibt das Unternehmen.

3D-Drucker S-6044 Long von Spectavia
Mit dem 3D-Drucker „S-6044 Long“ von Specavia wird das Gebäude in Kopenhagen gedruckt (Bild © Specavia).

Für den Druck wurde der 3D-Baudrucker S-6044 verwendet, ein Portalmodell mit einem Arbeitsfeld von 3,5 x 3,6 x 1 m. Der 3D-Drucker druckt mit Standard-M-300-Sandbeton, d.h. mit dem Material, das praktisch überall auf dem Markt problemlos erhältlich ist. Der Druck erfolgt mit 10 mm hohen und 30 bis 50 mm breiten Schichten. Die Druckgeschwindigkeit der Druckwände beträgt bis zu 15 m² / h.

Ein Gebäude-3D-Drucker kann Gebäudekonstruktionen (Gebäudekästen, gewölbte, zylindrische Strukturen mit angegebenen technologischen Löchern) und andere Betonprodukte mit komplexer Geometrie herstellen. Dabei kann die Zeit von der Projektierung bis zur Herstellung um das 8- bis 12-fache reduziert werden.

» Grundriss und Bauplan als PDF zum Download (PDF, 896 KB; öffnet in neuem Fenster)

» Mehr zum Projekt erfahren Sie auch in Zukunft im Newsletter von 3D-grenzenlos.

» Über 190 3D-Drucker ab 150,00 Euro

Über die beteiligten Firmen

Unternehmensgruppe „AMT-SPECAVIA“ (Russland) – der führende Entwickler und Hersteller professioneller 3D Drucker für Bau und Industrie, ist Europas erster Serienhersteller von 3D-Konstruktionsdruckern. Die Firma „SPECAVIA“ wurde 2009 in Jaroslawl als Hersteller von CNC gesteuerten Plasmaschneidanlagen gegründet. Seit 2015 produziert das Unternehmen eine Reihe von portalen 3D-Druckern: vom kleinen (für den Druck kleiner architektonischer Formen) bis hin zum großen Format (für den Druck von Gebäuden bis zu 3 Etagen). Heute befinden sich Konstruktionsdrucker unter der Marke „AMT“ in 4 Ländern im Einsatz. Offizielle Website: www.specavia.pro

LLC „AMT“ (Moskau, Russland) ist eine Tochtergesellschaft von „SPECAVIA“, die 2017 in der Sonderwirtschaftszone „Skolkovo“ gegründet wurde. Tätigkeitsbereich: Entwicklung von 3D-Baudruckern, Verkauf und Wartungsarbeiten.

Video: 3D-Druck der Gebäudeteile

» Direkt-Link zum Video (öffnet das Video in einem neuem Fenster)

Video: Drohnenflug über das 3D-gedruckte Haus in Jaroslawl (Russland)

» Direkt-Link zum Video (öffnet das Video in einem neuem Fenster)

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