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Medizintechnik mit 3D-Druck-Prototypen: MEDIRA und 1zu1 realisieren funktionales Einführsystem für künstliche Herzklappe

Das Medizintechnik-Unternehmen MEDIRA setzt bei der Entwicklung eines innovativen Einführsystems für eine künstliche Herzklappe auf ein durchgängiges Fertigungskonzept. Vom 3D-Druck-Prototypen bis hin zur serienreifen Spritzgussbaugruppe begleitet der österreichische Kunststoffspezialist 1zu1 das Projekt mit modernen Fertigungsverfahren – inklusive Reinraumproduktion und hochpräziser Qualitätssicherung. Darüber berichtet 1zu1 in einer Pressemeldung an das 3D-grenzenlos Magazin.

Vom 3D-Druck zur Serienfertigung

Spritzguss-Baugruppe für MEDIRA-Einführsystem, gefertigt von 1zu1 in Reinraumqualität
Baugruppe des MEDIRA-Einführsystems: 1zu1 fertigte 16 hochpräzise Kunststoffteile im Reinraum – vom 3D-Druck-Prototyp bis zur spritzgussreifen Serie. (Bild © 1zu1)

Bereits 2021 entwickelte 1zu1 für MEDIRA einen funktionsfähigen 3D-Druck-Prototypen aus biokompatiblem Polyamid. Dieser diente der frühen Validierung und Durchführung von Tierversuchen. Durch den Einsatz des additiven Verfahrens konnte MEDIRA entscheidende Entwicklungsphasen beschleunigen. Die darauffolgende Umsetzung der finalen Baugruppe im Spritzguss begann Mitte 2022. Innerhalb von drei Monaten standen die ersten einsatzfähigen Teile zur Verfügung.

Seit Sommer 2023 fertigt 1zu1 im Rahmen des Zulassungsprozesses hunderte Baugruppen pro Jahr – alles unter Reinraumbedingungen und mit enger Abstimmung mit dem Kunden. Zum Einsatz kommen insgesamt 16 Kunststoffkomponenten, die sowohl eingefärbt als auch bedruckt werden. Tampondruck sorgt für die dauerhafte Kennzeichnung mit Logos und Piktogrammen.

Präzision und Kontrolle in der Medizintechnikproduktion

Mitarbeitende im Reinraum fertigen Spritzgussteile für MEDIRA-Einführsystem an moderner Arburg-Maschine
Im Reinraum produziert 1zu1 hochpräzise Serienbauteile für das MEDIRA-Einführsystem zur Implantation künstlicher Herzklappen. (Bild © 1zu1)

Eine besondere Herausforderung war der Mitteilung zu Folge die Herstellung der 44 Zentimeter langen Gewindestange – dem größten Spritzgussteil in der Firmengeschichte von 1zu1. Durch spezielle Anpassungen an der Spritzgussmaschine konnte der Verzug minimiert werden. Zusätzlich kamen Mould-Flow-Analysen und Computertomographie (CT) zur Qualitätssicherung zum Einsatz. „Mit der CT-Messung sehen wir jede noch so kleine Abweichung und können gezielt optimieren“, betont Projektleiter Lukas Dilsky.

Das Einführsystem TRICENTOG2 von MEDIRA soll künftig bei der Behandlung von Herzklappenfehlern helfen. Das minimalinvasive Verfahren sieht vor, dass ein Stent mit künstlicher Herzklappe über das entwickelte System in der Hohlvene verankert wird. Aktuell laufen praktische Tests, klinische Studien zur Zulassung sind in Planung.

Ganzheitlicher Ansatz stärkt Innovationskraft

Für CEO Thomas Kohler von 1zu1 steht fest:

„Sensible Medizintechnikprodukte mit hoher Risikoklasse erfordern viele Tests. Je früher ein einsatzfähiges Produkt vorliegt, desto schneller kann es zur Zulassung gelangen. Genau das ermöglichen wir mit unserem Komplettangebot von der Prototypenentwicklung bis zur Serienproduktion.“

Blick in die Zukunft: Präzision als Erfolgsfaktor in der Medizintechnik

Mit der erfolgreichen Umsetzung des MEDIRA-Projekts zeigt sich erneut, wie wertvoll der frühzeitige Einsatz von 3D-Druck in der Medizintechnik ist – besonders, wenn er nahtlos in eine hochpräzise Serienfertigung überführt wird. Was halten Sie von dieser Entwicklung? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren! Abonnieren Sie auch unseren kostenlosen Newsletter, um bei zukünftigen Fortschritten rund um den 3D-Druck auf dem Laufenden zu bleiben.

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