Die HTWK Leipzig hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro erhalten, um ihre Forschung im Bereich des 3D-Drucks weiter auszubauen. Das berichtet die Hochschule in einer Pressemitteilung. Diese Förderung folgt auf eine frühere Unterstützung durch die DFG, die sich auf die Finanzierung von Großgeräten für die Werkstoffforschung konzentrierte.
Moderne Technologie für fortschrittliche Forschung

Das finanzierte Projekt umfasst die Anschaffung von zwei 3D-Druckern und einem Analyse-Gerät, die es der Hochschule ermöglichen, neue hybride Werkstoffe und Bauteile zu erforschen. Professor Ingo Reinhold, Experte für Beschichtungsprozesse an der HTWK Leipzig, betont die Bedeutung dieser Geräte für die Entwicklung und Erprobung innovativer Werkstoffe und Bauteile. Reinhold, der über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Inkjet- bzw. Tintenstrahl-Technologie verfügt, leitet das Förderprojekt.
Einer der neuen 3D-Drucker verfügt über ein Powderbed-Fusion/IR-Drucksystem, das es ermöglicht, verschiedene Pulver und Tinten durch Wärmestrahlung zu verschmelzen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, beispielsweise elektrische Leiter oder Sensorik in mechanische Strukturen zu integrieren. Der zweite 3D-Drucker ist speziell für medizinische Anwendungen konzipiert und kann komplexe Materialkombinationen in Pastenform drucken, was unter anderem die Entwicklung von mit Medikamenten angereicherten Knochenimplantaten ermöglicht.
Förderung und Ausbau der Forschungskompetenzen
Die DFG-Förderung stärkt die bereits etablierte Expertise der HTWK Leipzig im Bereich der additiven Fertigung. Additive Fertigung wird an der Hochschule in zahlreichen Lehr- und Forschungsbereichen angewendet, darunter Maschinenbau, Leichtbau, Druck- und Verpackungstechnik, Architektur, Bauwesen sowie Elektro- oder Energietechnik. Der 3D-Druck ermöglicht die nahtlose Kombination verschiedener Materialien in einem Fertigungsschritt, was zu innovativen, multifunktionalen Produkten führt.
Die HTWK Leipzig hat als forschungsstarke Hochschule in den letzten Jahren kontinuierlich neue Drittmittelrekorde erzielt. Prof. Dr. Mark Mietzner, Rektor der HTWK Leipzig, betont die Bedeutung der erneuten DFG-Förderung und deren Einfluss auf die Forschungsleistungen im Bereich des 3D-Drucks. Prof. Dr. Faouzi Derbel, Prorektor für Forschung und Nachhaltigkeit, sieht in der additiven Fertigung ein großes Potenzial zur Transformation des Ingenieurwesens, vergleichbar mit den Auswirkungen von KI oder Big Data.
Zukunftsorientierte Forschung am Multimaterial-AM-Zentrum
Die neuen Geräte werden im Forschungsbereich Multimaterial-AM eingesetzt, einem fakultätsübergreifenden Zentrum, das Forschungsideen generiert und Synergien schafft. Das Zentrum verbindet die Werkstoffforschung mit dem Institut für Druck-, Verpackungs- und Verarbeitungstechnik (iP3) und ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie externen Interessierten die Nutzung der Geräte.
Hintergrund der DFG-Förderung
Die DFG unterstützt Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit dieser Förderung, indem sie vorhandene Geräteinfrastrukturen ergänzt und Forschungsschwerpunkte gezielt fördert. In der dritten und letzten Ausschreibungsrunde wurden aus 65 Bewerbern nur 16 Hochschulen für die Förderung ausgewählt.