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Deutsche Forscher entwickeln neuartige 3D-Drucktinten für präzise mikroskalige Strukturen

Wissenschaftler der Universität Heidelberg und des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung haben eine Methode zur Gestaltung und Synthese von vernetzbaren Oligomeren mit kontrollierten Monomersequenzen entwickelt. Diese Technik ermöglicht die Erstellung von sequenzdefinierten Makromolekülen, die als Tinten im additiven 3D-Mikrodruck verwendet werden können.

Maßgeschneiderte Makromoleküle für den 3D-Druck

In ihrer in der Fachzeitschrift „Small“ veröffentlichten Studie mit dem Titel „Makromolekulare Technik: Von präzisen makromolekularen Tinten zu 3D-gedruckten Mikrostrukturen“ demonstrieren die Forscher, wie das Variieren der Monomersequenzen die Eigenschaften des gedruckten Materials systematisch verändern kann. Es wurden drei verschiedene Oligomere mit jeweils einzigartigen Sequenzen aus fotovernetzbaren und nicht-funktionalen Einheiten hergestellt. Diese Oligomere wurden dann verwendet, um komplexe Strukturen wie Modelle von „Buckybällen“ mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften und Auflösungen in 3D zu drucken.

SEM-Bilder von 3D Mikrostrukturen mit alternierender, Triblock- und Block-Oligomer-Tinte aus Heidelberg
SEM-Aufnahmen von 3D-gedruckten Mikrostrukturen mit 2-Photonen-Lithographie, die die Vielseitigkeit der neuen Oligomertinten aus Heidelberg demonstrieren. Von links nach rechts: Oligomere mit abwechselnder Sequenz (blau markiert), Triblock-Sequenz (rot markiert) und Blocksequenz (grau markiert), gedruckt mit 0,25 Gew.-% DETC und veranschaulichen die Anpassungsfähigkeit der Materialien für den Mikro-3D-Druck. Maßstab = 10 µm. (Bild © Heidelberg University)

Ein zentraler Befund der Studie ist, dass die Sequenz der Monomere eine entscheidende Rolle im Druckprozess spielt. So zeigte ein Oligomer mit abwechselnd vernetzbaren und nicht-funktionalen Gruppen die beste Druckqualität, benötigte die niedrigste Lichtintensität für den Druck und bewahrte gleichzeitig eine hohe mechanische Integrität. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die Verteilung der vernetzbaren Gruppen innerhalb der Polymerkette einen signifikanten Einfluss auf die Qualität des Endprodukts haben kann.

Diese Fortschritte im Bereich der makromolekularen Technik bieten einen neuen Weg, 3D-gedruckte Materialien maßzuschneidern. Durch die Kontrolle der Monomersequenz ist es möglich, spezifische Eigenschaften wie mechanische Festigkeit, Flexibilität und die Fähigkeit zur Bildung komplexer Strukturen in das Material zu programmieren.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Die Auswirkungen dieser Forschung sind weitreichend und könnten zur Entwicklung neuer Materialien für Anwendungen von gezielter Arzneimittelabgabe bis hin zur Erstellung mikroskaliger Geräte wie Mikrooptiken und Mikrorobotik führen. Dies stellt einen Schritt in Richtung der Replikation der Komplexität und Funktionalität biologischer Materialien in synthetischen 3D-gedruckten Strukturen dar.

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