In einer Pressemitteilung berichten Forscher der University of Limerick über die Entwicklung einer Methode zur digitalen Herstellung individueller Prothesen für Brustkrebspatientinnen. Mit 3D-Druckern hergestellte Brustprothesen könnten Frauen mit Brustkrebs zu mehr Lebensqualität verhelfen, wenn zum Beispiel eine rekonstruktive Operation nicht möglich ist.
Vor-Ort-Herstellung der Brustprothesen möglich

Die Forscher erklären, dass sie die Prothesen möglicherweise vor Ort in Limerick herstellen könnten, was die Kosten deutlich senken würde. Sie wollen ihre Arbeit nun zu einem Pilotdienst für Brustkrebspatientinnen und medizinisches Fachpersonal machen.
Dr. Kevin J O’Sullivan, Projektleiter und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Rapid Innovations Unit der UL, sagte:
„Die Möglichkeit, maßgeschneiderte Prothesen bereitzustellen, unabhängig von Form und Größe, die perfekt zur verbleibenden Brust passen, ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen Versorgungsstandard für Frauen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben.“
Die Rapid Innovation Unit, die gemeinsame Forschungsgruppe der UL und der University Limerick Hospital Group, verfügt über umfangreiche Erfahrung im Einsatz von 3D-Druck im medizinischen Bereich. Den Forschern nach könnten andere Geräte wie solche zur Behandlung von Hypergranulation, Patientenzubehör wie modifizierte Krücken, ein Gelenkkopfstützenzubehör, maßgeschneiderte Augenabdeckungen, modifiziertes Besteck für Arthritis-Patienten und Rufglocken für Patienten mit eingeschränkter Mobilität an Patientenbedürfnisse angepasst werden.
Bessere Lösung aus dem 3D-Drucker
Bei Standard-Brustprothesen gibt es gemäß O’Sullivan „erhebliche Einschränkungen“. Ein Bedarf an erneutem Fokus auf Lebensqualität und der Anwendung von benutzerzentriertem Design hilft dabei, bessere Lösungen für Patienten zu entwickeln. O’Sullivan lobte die „unglaublich talentierte“ Doktorandin EmmaJude Lyons für ihre Arbeit an dem Projekt, die von Breakthrough Cancer Research finanziert wurde. In wenigen Monaten gelang es ihr, das Projekt vom Konzept bis zum fortgeschrittenen Prototypen zu führen.
Orla Dolan, CEO von Breakthrough Cancer Research, sagte:
„Es ist fantastisch, neue Ideen und aufstrebende Talente zu unterstützen, die aktiv auf die ungedeckten Bedürfnisse von Menschen mit Krebs reagieren. Wir freuen uns sehr, dass dieses Pilotprojekt zum Nutzen von mehr Menschen direkt am Behandlungsort ausgeweitet wird.“
Weitere Projekte dieser Art
Vor wenigen Wochen haben Stratasys und CollPlant ihre Kooperation beim 3D-Bioprinting für den 3D-Druck hochmoderner Brustimplantate. Bereits im Vorjahr testete das Leipziger Unternehmen BellaSeno seine mit 3D-Druckern hergestellte resorbierbaren Brustimplantate erstmals am Menschen. Weitere Neuigkeiten zum 3D-Druck in der Medizin und anderen Themen erhalten Sie regelmäßig mit einem Abonnement unseres Newsletters.