Der australische Bundesstaat New South Wales (NSW) hat mit dem Bau seiner ersten 3D-gedruckten Sozialwohnungen begonnen. Ziel des Projekts ist es, innovative Bauverfahren zu nutzen, um die Wohnraumkrise zu bewältigen. Das berichtet der Minister für Obdachlosigkeit und Minister für Wohnungswesen. Im Rahmen dieses Vorhabens entsteht auf einem unbebauten Grundstück in Dubbo eine Anlage mit zwei modernen Zweizimmerwohnungen, die speziell für indigene Sozialmieter*innen vorgesehen ist. Das Projekt soll zeigen, ob die moderne 3D-Druck-Technologie eine kostengünstige, schnelle und nachhaltige Lösung für den dringend benötigten sozialen Wohnungsbau in der Region darstellen kann, heißt es in der Mitteilung weiter.
Bauprozess und Projektpartner

Die Anlage in Dubbo wird von der Firma Aboriginal Sustainable Homes (ASH) in Zusammenarbeit mit dem australischen 3D-Druck-Bauunternehmen Contour3D entwickelt. Die Strukturen der Gebäude werden in nur 16 Tagen aus rund 70 Tonnen des proprietären Betonmaterials Contourcrete hergestellt, das von Contour3D entwickelt wurde. Nach Abschluss der Druckarbeiten sollen Dachkonstruktion und Innenausbau erfolgen, sodass die Wohnungen voraussichtlich bis Februar 2025 bezugsfertig sein werden. Rose Jackson, Ministerin für Wohnen und Obdachlosigkeit in NSW, sieht das Projekt als innovativen Schritt, um die Wohnraumversorgung im ländlichen und regionalen Raum voranzubringen. „Die Regierung von New South Wales setzt auf neue Lösungsansätze, um den sozialen und erschwinglichen Wohnungsbau zu beschleunigen, insbesondere in Regionen, die dringend Unterstützung benötigen“, erklärte Jackson.
Umweltfreundliche Bauweise mit reduziertem Abfall
Die Verwendung des 3D-Druckverfahrens bringt zahlreiche Vorteile mit sich: So wird laut Projektverantwortlichen weniger Baumaterial benötigt und Bauabfall erheblich reduziert. Zudem setzt Contourcrete auf umweltfreundliche, recycelte Materialien, was die ökologischen Auswirkungen des Bauprozesses verringert und langfristige Instandhaltungskosten reduzieren soll. Durch die schnelle und präzise Fertigung lässt sich der Bauprozess ebenfalls beschleunigen. Das gesamte Projekt wird in einer Bauzeit von 16 Wochen fertiggestellt sein – deutlich schneller als die 40 Wochen, die für eine vergleichbare konventionelle Bauweise veranschlagt werden.
Der Erfolg des Pilotprojekts in Dubbo könnte langfristig weitere 3D-gedruckte Wohnprojekte in NSW anstoßen, insbesondere in sozialen Wohnungsbauprogrammen. Dabei steht auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Regierung und privaten Unternehmen im Fokus. Der Präsident des Oberhauses, Stephen Lawrence, lobte die Zusammenarbeit als Beispiel für innovative Technologien, die den Wohnungsbau voranbringen könnten: „Die Menschen freuen sich, dieses Projekt wachsen zu sehen, und Anfang nächsten Jahres werden wir moderne, 3D-gedruckte Wohnungen für lokale indigene Sozialmieter bereitstellen.“
Das Bauvorhaben wird durch den Regionalrat von Dubbo unterstützt, der die Baugenehmigung im Juli 2024 erteilte. Mit diesem Projekt wird untersucht, ob 3D-Druck als Bauverfahren landesweit genutzt werden könnte, um schnellere und nachhaltigere Lösungen für den sozialen Wohnungsbau zu realisieren.
Video
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.