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Häusern aus dem 3D-Drucker gehört die Zukunft

3D-gedrucktes Haus und 3D-Drucker BOD2

Das 3D-gedruckte Haus in Borneo (im Bild) wurde mit dem BOD2 3D-Drucker gebaut (Bild © COBOD).

Der 3D-Druck kann ein traditionelles Bausystem fast nahtlos ersetzen und verschiebt die bisherigen Grenzen der Innovation – die Zukunft des Hausbaus wird sich erheblich verändern. Im Wettbewerb um die Entwicklung der besten Technologien liefert sich die Branche derzeit einen regelrechten Wettlauf.

Neue Technologien verändern immer wieder radikal unseren Alltag, ob im Geschäfts- oder im Privatleben. So ist es heutzutage problemlos möglich, mit Menschen am anderen Ende der Welt zu kommunizieren oder im Online Casino um Echtgeld zu spielen. In Zukunft könnten neue 3D-Druck-Technologien sogar den Hausbau revolutionieren.

Was sind die Vorteile durch 3D-Druck beim Hausbau?

In Zeiten von Fachkräftemangel, steigenden Kosten und weltweiter Wohnungsnot können die neuen, digitalen und nachhaltigen Möglichkeiten der additiven Fertigung beim Hausbau erheblich helfen. 3D-Druck-Verfahren bieten ein unglaublich hohes Potenzial zur Steigerung von Effizienz und Produktivität.

Es bietet nicht nur von Anfang an ein hohes Maß an Planungssicherheit, was die Gefahr von Konstruktionsfehlern und Verletzungen der Arbeiter verringert, sondern erfordert auch einen geringen Koordinations- und Überwachungsaufwand. Dadurch verkürzt sich die Bauzeit drastisch, was sich auch in niedrigeren Baukosten niederschlägt. Da der 3D-Druck viel Flexibilität beim Design erlaubt, können Hausbauer oftmals Form, Funktion und Ästhetik sinnvoll miteinander verbinden.

Die Vorteile für die Umwelt sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Der Materialverbrauch wird minimiert und es können natürliche, organische oder recycelte Materialien verwendet werden. Das alles führt zu weniger Abfall, der Transportbedarf wird reduziert und letztlich wird auch die CO2-Bilanz verbessert. Es ist also der nächste logische Schritt in eine nachhaltige Zukunft.

Drei Vorzeigeprojekte aus der ganzen Welt

Die USA gilt auch im Bereich des 3D-Drucks als Innovationsführer und kann bereits mit zahlreichen Projekten auf sich aufmerksam machen. Aufgrund des zunehmenden Wohnungsmangels und steigender Kosten ist nachhaltiger Hausbau derzeit eines der heißesten Themen weltweit.

House Zero

3D-gedrucktes "House Zero" von ICON
ICON wird am 13. und 14. März das 3D-gedruckte „House Zero“ (im Bild) der Öffentlichkeit zugänglich machen (Bild © ICON).

Ein ebenso faszinierendes wie schönes Projekt: Das Bautechnologieunternehmen ICON und das Architekturbüro Lake Flato präsentieren in Austin ein 186 Quadratmeter großes, modernes Haus aus dem 3D-Drucker – das House Zero. Mit drei Schlafzimmern und zweieinhalb Bädern sowie einer zusätzlichen Wohneinheit mit Bett und Bad besticht es durch seine geschwungenen Formen und seine einzigartige Textur, die sich harmonisch mit dem modernen Stil der des letzten Jahrhunderts verbinden.

Die mit Stahl verstärkten Wände werden innerhalb von 10 Tagen dank eines von ICON entwickelten Materials namens „Lavacrete“ gedruckt – einer zementähnlichen Substanz, die luftdicht ist und gleichzeitig eine bessere Isolierung bietet. Während die Außenwände aus den weichen Linien von „Lavacrete“ bestehen, sind die Innenwände, die Decke und die Dachsparren aus Holz, was eine angenehme Wärme ausstrahlt.

Mighty Buildings

fertiges Haus mit 3D-gedruckten Platten hergestellt
Mighty Buildings hat sein erstes 3D-gedrucktes Nettoenergiehaus fertiggestellt (im Bild: Ansicht Küche)(Bild © Mighty Buildings).

Mighty Buildings stellt ein 159 Quadratmeter großes 3D-gedrucktes Null-Emissionen-Haus in Südkalifornien her. Es ist derzeit Teil einer 40-Einheiten-Gemeinschaft in Desert Hot Springs, die ökologische und wirtschaftliche Entwicklungsstrategien erforscht. Dieses fast schon verführerische Haus kann mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern glänzen. Der Hersteller gibt an, dass das Haus aufgrund der modernen Bauweise so viel Energie produziert, wie es verbraucht.

Die Fassade ist aus einem speziellen Verbundwerkstoff und wurde in einer Fabrik in Oakland im 3D-Druckverfahren hergestellt. Das firmeneigene Material – Light Stone genannt – ist laut Mighty Buildings eine Alternative zu Beton mit viermal höherer Zug- und Biegefestigkeit, 30 Prozent weniger Gewicht und weniger Kohlendioxid. Die minimalistische Materialpalette besteht aus weißen Eichenholzverkleidungen und -böden, Edelstahlarmaturen und weißen Fliesen.

Project Milestone

Dieses einstöckige, 94 Quadratmeter große Betonhaus in einem Vorort von Eindhoven entstand aus einem 3D-Druck-Projekt der niederländischen Architekten Houben und Van Mierlo. Die organische Geometrie des Hauses umfasst einen offenen Küchen- und Wohnbereich, der mehr als die Hälfte des Grundrisses einnimmt. Hinzu kommen noch ein großes Schlafzimmer mit Doppelbett und ein schickes Badezimmer.

Die geschwungenen Außenwände wurden in 24 Schritten aus übereinander gestapelten Betonschichten erstellt. Im Inneren des Hauses verleihen die offenen Betonwände dem Haus einen fast schon rustikalen Charme. Die raumhohen Fenster sind passgenau in die dicken Wände eingelassen und sorgen für das nötige Tageslicht.

Über 370 weitere Beispiele erhalten Sie auf unserer Themenseite „3D-Druck im Bauwesen“ hier im 3D-grenzenlos Magazin und regelmäßig neu in unserem kostenlosen Newsletter.

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