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Stuttgarter Unternehmen baut mobilen 3D-Drucker für Normbetonwände auf Knopfdruck

Das Stuttgarter Start-up Instatiq, ein Spin-off der Putzmeister Gruppe, hat mit dem „Instatiq P1“ einen mobilen 3D-Betondrucker vorgestellt, der tragende Wände mit Normbeton auf der Baustelle druckt. Das System kombiniert einen 26 Meter langen Roboterarm mit einer digitalen Prozesskette, um Bauprojekte effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher umzusetzen.

3D-Druck auf der Baustelle: Von BIM-Modell zum fertigen Bauteil

Ein Bauarbeiter steuert den mobilen 3D-Drucker Instatiq P1, der auf der Baustelle tragende Wände aus Normbeton druckt
Der 3D-Betondrucker Instatiq P1 fertigt tragende Wände aus Normbeton direkt auf der Baustelle – präzise, automatisiert und vollständig digital geplant. (Bild © Instatiq)

Die Besonderheit des Instatiq P1 liegt in der vollständigen Integration des Building Information Modeling (BIM) in den Bauprozess. Über eine eigens entwickelte Software wird das digitale Modell direkt an den Druckkopf übergeben, wodurch klassische Arbeitsschritte wie das Errichten von Schalungen entfallen. Der neue Claim „Plan. Print. Progress.“ bringt den Anspruch auf den Punkt: präzise Planung, automatisierter Druck, schneller Baufortschritt.

Der Instatiq P1 druckt millimetergenau mit Normbeton, was die Tragfähigkeit der Strukturen gewährleistet. Damit unterscheidet sich das System von vielen bisherigen 3D-Druckern, die häufig auf spezielle Betonmischungen oder Leichtbaumaterialien setzen.

Effizienz und Nachhaltigkeit im Fokus

Laut Markus Frasch, Geschäftsführer von Instatiq, kann der Drucker die Bauzeit erheblich verkürzen:

„Durch seine automatisierten Prozesse ermöglicht der Instatiq P1 eine deutliche Reduktion von Bauzeiten und Ressourceneinsatz. Seine präzisen Druckergebnisse garantieren Höchstleistungen in der Bauqualität.“

Bereits im November 2024 wurde ein Rohbau für ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten in nur sieben Tagen errichtet – ein erstes Beispiel für die Leistungsfähigkeit des Systems.

Auch ökologische Aspekte spielen bei der Entwicklung eine wichtige Rolle: Der Instatiq P1 kann mit Betonen aus recycelten Materialien betrieben werden. Zudem ist der Druckprozess komplett elektrisch umsetzbar, was die CO₂-Bilanz erheblich verbessert.

Ausblick: Robotik und Digitalisierung für die Bauindustrie

Instatiq verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Transformation der Bauindustrie. Dazu zählen auch Pläne zur Weiterentwicklung der Software, der Einsatz kollaborativer Robotik und die Entwicklung neuer, nachhaltiger Baustoffe. Gleichzeitig soll der Einsatz automatisierter Technologien dazu beitragen, dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken.

Mit Sitz in Stuttgart setzt das junge Unternehmen auf eine enge Zusammenarbeit mit Industrie, Forschung und Behörden, um neue Maßstäbe in der digitalen Bauausführung zu etablieren. Das Ziel: ein vernetzter, roboterbasierter Bauprozess, der sowohl ökologisch als auch ökonomisch überzeugt.

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Mit dem Instatiq P1 bringt ein deutsches Unternehmen einen spannenden Impuls für die Automatisierung auf die Baustelle. Was halten Sie von dem Konzept? Sehen Sie im 3D-Druck eine echte Alternative zu konventionellen Bauverfahren? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren! Abonnieren Sie außerdem unseren kostenlosen Newsletter, um keine Entwicklungen in der Welt des 3D-Drucks zu verpassen.

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