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Ourobionics CHIMERA: Neuer Bio-3D-Drucker vereint fünf Technologien

Das niederländische Biotechnologieunternehmen Ourobionics hat CHIMERA vorgestellt, eine neuartige Plattform für Biofabrikation und Biomanufacturing. Das System vereint fünf unterschiedliche Technologien in einer einzigen Maschine und soll Forschern ermöglichen, komplexe Gewebestrukturen effizienter zu erstellen.

Integration mehrerer Biofabrikationsmethoden

CHIMERA 3D-Biodrucker mit mehreren Druckköpfen zur Herstellung von Gewebestrukturen im Labor
Der CHIMERA-Biodrucker von Ourobionics kombiniert fünf Biofabrikationsmethoden in einem Gerät und ermöglicht hochpräzise Gewebeherstellung für Forschung und regenerative Medizin. (Bild © Ourobionics)

Bisher benötigten Wissenschaftler separate Geräte für unterschiedliche Biofabrikationsmethoden. CHIMERA kombiniert nun folgende Verfahren in einer Plattform:

Durch diese Kombination lassen sich Zellstrukturen, Organoide und genetisches Material effizienter verarbeiten und zu funktionalen Geweben formen. Ourobionics sieht in der Plattform eine Lösung für Herausforderungen in der zellbasierten Produktion, insbesondere in den Bereichen Gewebeengineering, regenerative Medizin und synthetische Biologie.

Hohe Zellviabilität und nanoskalige Präzision

Ein zentrales Merkmal von CHIMERA ist die hohe Zellüberlebensrate. Laut Unternehmensangaben bleiben bis zu 98 % der Zellen lebensfähig – ein bedeutender Vorteil gegenüber herkömmlichen 3D-Biodrucktechnologien. Zudem erreicht das System eine Auflösung von bis zu 50 Nanometern, was eine detailgenaue Herstellung von Zellgerüsten und Gewebestrukturen ermöglicht.

Die Plattform zeichnet sich durch eine hohe Druckgeschwindigkeit aus: Ein 1 cm³ großes Gewebe kann in nur einer Minute erzeugt werden – bis zu 30-mal schneller als traditionelle Extrusionsverfahren. Außerdem unterstützt CHIMERA eine breite Palette an Biomaterialien mit unterschiedlichen Viskositäten, was Forschern mehr Flexibilität bietet.

Finanzielle Unterstützung und wissenschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung von CHIMERA wurde durch eine Investitionsrunde im Jahr 2024 finanziert, angeführt von der niederländischen Entwicklungsagentur OostNL und dem mit 1 Milliarde Euro ausgestatteten NXTGEN Hightech-Programm. Die wissenschaftlichen Grundlagen des Systems gehen auf die Arbeiten von Prof. Suwan Jayasinghe (University College London) zurück, mit weiteren Verbesserungen durch Dr. Stephen G. Gray und Dr. Ali Shooshtari von Ourobionics.

Über 150 wissenschaftliche Publikationen befassen sich bereits mit der Funktionsweise und Effizienz der Plattform. Ourobionics geht davon aus, dass CHIMERA einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der regenerativen Medizin und industriellen Bioproduktion leisten wird.

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