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Weltweit erste „unzerstörbare“ E-Gitarre aus einem 3D-Drucker hergestellt

Das schwedische Musiker Yngwie Malmsteen liebt es, in typischer Hardrocker-Manier seine E-Gitarre am Schluss eines Konzertes auf der Bühne vor dem Publikum zu zerschmettern. Jetzt beschloss er, laut einem Artikel auf der Website von Sandvik Coromant, es mit der weltweit ersten, unzerstörbaren E-Gitarre der Welt aufzunehmen. Die Gitarre wurde von dem Unternehmen Sandvik Coromat entwickelt und aus Titan mit einem 3D-Drucker hergestellt.

Unzerstörbare Gitarre
Das Unternehmen Sandvik Coromant wollte es sich zur Aufgabe machen eine unzerstörbare Gitarre mit gutem Sound zu entwickeln. Den Härtetest machte ein für das Zerstören von Gitarren bekannter Hardrocker (Bild © Sandvik Coromant).

Ideenfindung

Sandvik Coromant zog seine Experten zurate, um eine hochpräzise und unglaublich stabile Gitarre zu schaffen. Die Ingenieure des Unternehmens holten dafür den Gitarrentechniker Andy Holt an Board. Es sollte eine Gitarre entstehen, die Malmsteens anspruchsvollem Stil entsprach.

Henrik Loikkanen, Zerspanungsprozessentwickler bei Sandvik Coromant und großer Fan des Künstlers, erklärte, „Wir mussten eine Gitarre entwickeln, die gut klingt – und die jedem Versuch standhält, sie zu zerstören. Die technische Herausforderung war die Verbindung zwischen Hals und Korpus, die meist als erstes bricht.“

Ingenieur testet die unzerstörbare Gitarre
Die Ingenieure frästen Hals und Griffbrett auf einer einzigen Maschine aus recyceltem Edelstahl (Bild © Sandvik Cormorant).

Entstehung

Teilansicht der unzerstörbaren Gitarre
Der Korpus war extrem komplex, äußerst stabil und gleichzeitig leicht (Bild © Sandvik Cormorant).

Die Ingenieure beschlossen, auf diese Verbindung zu verzichten. Sie frästen Hals und Griffbrett auf einer einzigen Maschine aus recyceltem Edelstahl. Hals und Griffbrett laufen in einem rechteckigen Mittelstück aus, das bis in den Korpus der Gitarre reicht. Sie simulierten den Fräsvorgang digital, bevor sie den ersten Schnitt machten. Das optimierte die Wahl des Werkzeuges, sparte Fertigungszeit und sorgte für effiziente Prozesse.

Der Korpus war die nächste Herausforderung. Er war extrem komplex, äußerst stabil und leicht zugleich. Sandvik Coromant beschloss, den Korpus additiv herzustellen. Dazu nahmen sie feinstes Titanpulver, das von einem Laser zu übereinander liegenden Schichten verschmolzen wurde. Die Schichten waren dünner als menschliches Haar.

Amelie Norby, Ingenieurin für additive Fertigung, erläuterte, dass mit 3D-Druck leichtere, festere und flexiblere Bauteile mit inneren Strukturen hergestellt werden konnten. Der 3D-Druck sei nachhaltiger, da sie nur das Material für die Komponente nutzen und keinen Abfall produzieren.

Der Praxistest

Malmsteen überprüft die Gitarre
Die fertige Gitarre wurde Malmsteen übergeben, der sie in einem Club in Florida ausprobierte (Bild © Sandvik Cormorant).

Die fertige Gitarre wurde Malmsteen übergeben, der sie in einem Club in Florida ausprobierte. Nach einigen Songs begann er, die Gitarre gegen Verstärker, Bühnenaufbauten und den Fußboden zu schlagen. Er musste aufgeben, denn sie war tatsächlich nicht kleinzukriegen.

Mehr erfahren: Diese Musikinstrumente werden mit einem 3D-Drucker hergestellt

Video zum Entwicklungsprozess

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