3D Systems, ein führender Hersteller von 3D-Druckern, verzeichnete am Dienstag nach Börsenschluss einen Anstieg seines Aktienkurses um 19% auf 3,76 € nach der Bekanntgabe des größten Auftrags in der Firmengeschichte. Das Unternehmen soll in den nächsten fünf Jahren transparente Zahnspangen im Wert von fast 233 Millionen Euro produzieren.
Dieser Auftrag, trotz eines Rückgangs des Aktienkurses um 1,4% im regulären Handel und einem bisherigen Jahresverlust von etwa 46%, belebt das Unternehmen. 3D Systems plant, diese Dynamik zu nutzen und die direkte Drucktechnologie für transparente Zahnspangen bis Ende 2025 auf den Markt zu bringen. Zusätzlich erweitert das Unternehmen sein Dentalproduktportfolio um Lösungen für Ausrichtung, Schutz, Reparatur und Zahnersatz (sowohl Teil- als auch Vollersatz).

Dr. Jeffrey Graves, Präsident und CEO von 3D Systems, erklärte:
„Mit unseren vollständig integrierten Entwicklungs-Teams für Materialien, Hardware und Software arbeiten wir mit Marktführern in jeder Dentalproduktkategorie zusammen, um diese neuen Anwendungen so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Unserer Meinung nach bietet dieser Ansatz den Patienten den größtmöglichen Nutzen, da sie Zugang zu leistungsfähigeren und kostengünstigeren Lösungen erhalten, die ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen.“
Erweiterung der Dentaltechnologie von 3D Systems
Durch die Nutzung der NextDent-Technologien plant 3D Systems, seine Präsenz in aufstrebenden oralen Anwendungen wie Nachtschutzschienen auszubauen. Dieser Markt wächst aufgrund der weit verbreiteten Problematik des nächtlichen Zähneknirschens, das Millionen von Menschen weltweit betrifft und auch bei der Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt wird. 3D Systems erwartet, dass Nachtschutzschienen in den kommenden Jahren eine bedeutende Komponente ihres Dentaltechnologieportfolios sein werden.
Im Februar führte 3D Systems eine Lösung für mehrteilige, gespritzte Einzeldenturen ein und zeigte damit Fortschritte in der additiven Fertigung für Dentalanwendungen. Diese innovative Denturlösung verspricht langlebige, ästhetisch ansprechende Prothesen, die aus spezialisierten Materialien für Zähne und Zahnfleisch gefertigt werden. Führende Dentallabore wie Glidewell haben großes Interesse gezeigt und unterstreichen die Attraktivität der Lösung für die Branche. 3D Systems plant, nach Erhalt der FDA-Zulassung in der zweiten Jahreshälfte 2024 schnell mit der Kommerzialisierung zu beginnen.
Ausblick und Markterwartungen
In einem Interview sprach Chuck Stapleton, VP und General Manager für Dental bei 3D Systems, über den Einsatz von 3D-Druck in der Dentalproduktion. Er hob die Zusammenarbeit mit großen und kleinen Dentallaboren, einschließlich Align Technology, hervor und betonte die Fähigkeit, die Herausforderungen der Pandemie zu meistern und eine positive Marktaussicht beizubehalten.
Stapleton erläuterte das umfangreiche Portfolio von 3D Systems, das unter anderem Orthodontie und Prothetik umfasst, und die Integration in bestehende Arbeitsabläufe sowie Metall-Drucktechnologien für Kronen. Er prognostizierte eine beschleunigte Einführung des 3D-Drucks, angetrieben durch eine alternde Belegschaft und den wachsenden Bedarf an präzisen, digitalen Lösungen. Darüber hinaus sagte Stapleton ein signifikantes Wachstum im Bereich der Dentur- und Kronenanwendungen voraus, wobei das digitale Dentalsegment bis 2028 voraussichtlich 11,3 Milliarden Euro erreichen und mit einer jährlichen Wachstumsrate von 10,9% wachsen wird.
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