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Weltweit erste Operation mit bioresorbierbarem 3D-gedruckten Kieferimplantat ist ein Erfolg

Ein Team von Chirurgen hat laut einem Artikel der Australian Associated Press eine neue Operationstechnik mit einem bioresorbierbaren Implantat aus einem 3D-Drucker durchgeführt. Mit diesem Implantat konnte sich der Kieferknochen des Patienten regenerieren. Nachdem der Patient in Folge von Krebs die Hälfte seines Kieferknochens verloren hatte, wurde dieser aus einem Knochenteil seines Beins rekonstruiert. Doch unter der weiteren Krebsbehandlung zerfiel der Knochen wieder.

Weltweit erste Operation mit bioresorbierbarem Implantat

Manwaring mit dem 3D-gedruckten Implantat
Das 3D-gedruckte Implantat wurde im März 2022 eingesetzt (im Bild: Patient mit Implantat)(Bild © Metro North Health).

Der klinische Direktor des Herston Biofabrication Institute (HBI), Dr. Michael Wagels, und der Chirurg des Royal Brisbane and Women’s Hospital (RBWH), Dr. Milap Rughani, schlugen ihm, als ihm keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung standen, eine weltweit erste chirurgische Lösung mit einem 3D-gedruckten bioresorbierbaren Implantat vor, das vom Knochen- und Geweberegenerationsunternehmen Osteopore entwickelt wurde.

Die Ärzte operierten ihn im RBWH und setzten im März 2022 das Implantat ein. In Scans zeigte sich nun, dass der Kieferknochen des 58-Jährigen nachwächst. Das bioresorbierbare Polymerimplantat wird sich in den kommenden zwei Jahren langsam auflösen. Laut Dr. Wagels sei die Regeneration durch Gewebe möglich, das dem Knie von dem Patienten entnommen, um das Implantat gewickelt und mit Blut versorgt wurde.

Dr. Jing Lim, Chief Operating Officer von Osteopore, sagte:

„Die Verwendung des Osteopore-Implantats bei dieser Art von chirurgischem Ansatz ist noch nie zuvor bei einem Patienten versucht worden. Es ermöglicht dem Knochen, sich im Gerüst des Implantats zu regenerieren. Aufgrund der Art und Weise, wie wir das Implantat 3D-gedruckt haben, hat es die Neigung, dass Gewebe und Gefäße hineinwachsen können, nicht nur um es herum, sondern durch das gesamte Volumen des Gerüsts.“

Dr. Lim erklärt, dass dies an der porösen Struktur liege, die während des Druckprozesses eingebaut wurde sowie am Verständnis, welche Arten von Materialien am besten geeignet sind, um diese Regeneration zu erleichtern. Die Biomechanik und Biologie des Kiefers ist komplex, weshalb es nicht einfach war, das Implantat zu entwerfen und zu drucken.

Manwaring sagte:

„Es hat mich überrascht, dass dies so nah an meiner Heimat und nicht an Amerika möglich ist, und es ist fantastisch, dass dies verfügbar ist – es fühlt sich gut an zu wissen, dass diese Technologie jemand anderem helfen kann.“

Weniger Komplikationen

Mark Leong, Vorstandsvorsitzender von Osteopore, erklärte, dass australische Ärzte zunehmend nach Produkten suchen, die mit den natürlichen Regenerationsfähigkeiten des Körpers arbeiten.

Modell des 3D-gedruckten Implantats
Ein australisches Chirurgenteam hat eine neue Operationstechnik mit einem bioresorbierbaren 3D-gedruckten Implantat (im Bild) durchgeführt (Bild © Metro North Health).

Könnte Gleiches durch Gleiches ersetzt werden, statt künstliche Ersatzteile zu nutzen, dann reduziert das die postoperative Komplikationsrate.

Osteopore glaubt, dass sein gerüstgeführtes Technologiesystem die Heilung von Knorpel, Sehnen und Bändern unterstützen wird. Die Produkte von Osteopore sind bioresorbierbar, d.h. sie zerfallen innerhalb von zwei Jahren in Kohlendioxid und Wasser. So verbleiben keine Fremdstoffe im Körper. Es bleiben starke und gesunde Knochen zurück, die Infektionsraten werden minimiert und Schmerzen sowie die Notwendigkeit für weitere chirurgische Eingriffe fallen weg.

Videobericht von 9 News zu dem medizinischen Projekt

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