In Lünen, einem Ort im Ruhrgebiet, steht Nordrhein-Westfalen (NRW) kurz davor, Deutschlands erste Sozialwohnungen mithilfe des 3D-Druckverfahrens zu realisieren. Das Land investiert dafür ca. 1,7 Millionen Euro. Das berichtet die dpa und zahlreiche Online-Medien, die sich auf die dpa beziehen. Ina Scharrenbach, die NRW-Bauministerin, kommentierte laut dpa-Aussage während ihres Besuchs auf der Baustelle: „Mit dem ersten öffentlich geförderten Mehrfamilienhaus bringen wir in Nordrhein-Westfalen bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen unter ein Dach“.

Die Finanzierung dieser Unternehmung stammt hauptsächlich aus dem Programm der öffentlichen Wohnraumförderung, wodurch sichergestellt wird, dass die Miete für diese Wohnungen sechs Euro pro Quadratmeter nicht überschreitet und sie primär für Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen. Mit dieser Initiative möchte NRW die Möglichkeiten des 3D-Druckverfahrens im sozialen Wohnungsbau erkunden. Die beim Bau dieser sechs Wohneinheiten gesammelten Erfahrungen sollen zudem als Basis für künftige Projekte genutzt werden.
Die Grundmauern der ersten zwei Stockwerke dieses dreistöckigen Gebäudes werden mit einem 3D-Drucker realisiert. Hierbei setzt der 3D-Drucker speziellen Beton in präzisen Schichten mithilfe einer großen Düse ein. Das ausführende Unternehmen gibt an, dass der 3D-Drucker für diese Arbeit nur etwa 100 Stunden benötigt, was im Vergleich zu herkömmlichen Bauverfahren eine signifikante Zeitersparnis darstellt. Das oberste Stockwerk hingegen wird in einer Holz-Hybrid-Bauweise errichtet, während für das Fundament und die Decken traditionelle Bautechniken verwendet werden. Es wird erwartet, dass das Haus in etwa einem Jahr bezugsfertig ist.
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