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US-Militär testet 3D-Druck und Massivholzbau für Kasernen

Die US-Armee und die Marine setzen zunehmend auf innovative Bauweisen wie den 3D-Druck und Massivholzbau, um Kasernen und andere militärische Einrichtungen effizienter, kostengünstiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Bei einer Anhörung vor dem Verteidigungsausschuss des US-Repräsentantenhauses erläuterten Vertreter des Army Corps of Engineers (USACE) und des Naval Facilities Engineering Systems Command (NAVFAC) ihre aktuellen Pilotprojekte und Zukunftspläne, wie das U.S. Department of Defense berichtet.

3D-Druck als Schlüsseltechnologie für militärische Infrastruktur
Laut Dave Morrow, Direktor der Militärprogramme beim USACE, wurden bereits 3D-Druck-Technologien an Standorten wie der Tyndall Air Force Base in Florida und Fort Bliss in Texas getestet. In Fort Bliss wurden drei neue Kasernen mithilfe additiver Fertigung errichtet. Diese Bauweise könnte nicht nur Kosten und Bauzeiten reduzieren, sondern auch die Abhängigkeit von herkömmlichen Baumaterialien verringern.

Eine 3D-gedruckte Kaserne auf einem Militärstützpunkt in Fort Bliss, Texas, mit flachem Dach und beigem Außenanstrich, errichtet durch additive Fertigung.
Das US-Militär testet den 3D-Druck für den Bau von Kasernen, wie hier am Standort Fort Bliss, Texas, um Kosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen. (Bild © Sophia Espinosa, Army)

Morrow erklärt:

„Additive Fertigung bietet das Potenzial, Kosten, Personalaufwand, Logistik und Bauzeit zu reduzieren. Gleichzeitig ermöglicht sie neue Anwendungen, darunter auch unkonventionelle Schutzmaßnahmen.“

Ein weiterer Vorteil des 3D-Drucks liegt in seiner Flexibilität: Die Technologie kann sowohl in fest stationierten als auch in mobilen, expeditionsartigen Einsätzen genutzt werden. Zudem hat das Engineer Research and Development Center des USACE eine einheitliche Bauordnung entwickelt, die additive Bauweisen für 80 % der USA zulässt.

Massivholz als nachhaltige Alternative

Neben dem 3D-Druck testet die US-Marine den Einsatz von Massivholz, insbesondere Kreuzlagenholz (Cross Laminated Timber, CLT). In Hampton Roads, Virginia, wird ein neues Kinderbetreuungszentrum der Marine mit einer hybriden Außenhülle aus CLT errichtet.

„Das Verteidigungsministerium erkennt die Einsatzmöglichkeiten von CLT an und hat entsprechende Baurichtlinien erstellt“, erläuterte Keith Hamilton, Chefingenieur von NAVFAC. Sollte die Industrie weiter wachsen, könne CLT eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Alternative im militärischen Bauwesen werden.

Auch das USACE setzt auf Massivholz: In Mountain Home Air Force Base ist ein neues Kasernengebäude geplant, das primär aus Massivholzelementen bestehen soll. Laut Morrow könnte diese Bauweise die Bauzeiten erheblich verkürzen.

Hochleistungsbeton für kritische Infrastruktur

Ein weiteres innovatives Baumaterial ist Hochleistungsbeton (HPC), der bereits für Landebahnen, Piers und andere militärische Infrastruktur eingesetzt wird. In Cherry Point, North Carolina, wurde ein neues Hangar für F-35-Kampfjets mit HPC errichtet.

„HPC bietet erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen extreme Umweltbedingungen sowie verbesserte thermische und akustische Eigenschaften“, so Hamilton.

NAVFAC plant, alternative Bauweisen weiter zu fördern und neue Technologien in Zusammenarbeit mit Industrie, Forschung und anderen Regierungsstellen zu erproben.

„Unser Ziel ist es, Bauzeiten zu verkürzen, Kosten zu senken und gleichzeitig die Einsatzfähigkeit unserer Streitkräfte durch modernste Infrastruktur zu stärken“, betonte Hamilton.

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