Im Rahmen der Rapid.Tech 3D fand zum neunten Mal die 3D Pioneers Challenge statt. Die Ausstellung und Preisverleihung dieses internationalen Wettbewerbs für additive Fertigung und zukunftsweisende Technologien zog zahlreiche Besucher an. Zum 20. Mal bot die Messe Erfurt eine Plattform für die Branche und setzte bedeutende Impulse.
Die 3D Pioneers Challenge 2024 verzeichnete Einreichungen aus 25 Ländern und 5 Kontinenten. Insgesamt 43 Finalisten präsentierten ihre innovativen Projekte, darunter auch Start-ups, Universitäten und etablierte Unternehmen. Im Fokus stand dieses Jahr das „Collaborative Mindset“, welches betonte, wie bahnbrechende Innovationen durch Zusammenarbeit gefördert werden können, um Chancen für Wirtschaft, Industrie und Nachhaltigkeit zu schaffen.
Hauptpreisträger und innovative Projekte

Der Hauptpreis ging an das Projekt „3D Printed Electronic Skin“ von Akilesh Gaharwar aus den USA. Dieses Projekt überzeugte die Jury durch die Integration von fortschrittlichen Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik und 3D-Druck, um eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine zu schaffen. „E-Skin wird als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine unser Leben bereichern“, so die Jury. Die künstliche Haut imitiert die Flexibilität und Empfindlichkeit der menschlichen Haut und kann als Bewegungssensor, Spracherkennungssystem, Touchpad oder Thermometer dienen.
Ein weiteres Highlight war das Projekt „Willowprint“, ein nachhaltiges Start-up der RWTH Aachen, das Holzabfälle zu druckfähigem Material verarbeitet und damit nachhaltige Sitzgelegenheiten herstellt. Das Projekt gewann in der Kategorie „Material & Nachhaltigkeit“ und wurde für seine Skalierbarkeit und die Möglichkeit, industrielle Anwendungen zu beeinflussen, gewürdigt.
Gewinner in verschiedenen Kategorien
- Best Student Project: Lukas Dechau von der HFG Karlsruhe wurde für sein Projekt „Rock Solid“ ausgezeichnet, bei dem ein neues 3D-Druckverfahren für Waschbeton ohne Stützstrukturen und Materialüberschuss entwickelt wurde.
- Design: Virginia San Fratello aus den USA gewann mit „WUIware“, einem Material, das aus der Asche von Waldbränden hergestellt wird.
- FashionTech: Das britische Team um „Balena X Variable Seams“ präsentierte ein modulares, 3D-gedrucktes Outfit aus kompostierbarem und dehnbarem Filament.
- Architektur: Das Projekt „WAVEHOUSE“, das größte vor Ort gedruckte 3D-Gebäude Europas, wurde ausgezeichnet.
- MedTech: Das Münchner Start-up FIDENTIS überzeugte mit einer kosteneffizienten Lösung für hochwertigen Zahnersatz.
Preisverleihung und Auszeichnungen
Das gesamte Preisgeld von 35.000 Euro wurde vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft bereitgestellt. Neben Geldpreisen erhielten die Gewinner Softwarelizenzen, Coachings und 3D-Drucker. Der Hauptpreisträger erhielt zusätzlich die limitierte 3DPCTrophy.
Der Galaabend im Kaisersaal bildete den feierlichen Abschluss der Veranstaltung. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Messegeschäftsführer Michael Kynast würdigten die Preisträgerinnen in einem festlichen Rahmen.