Die Formnext Start-up Challenge 2022 hat in diesem Jahr bereits zum achten Mal junge Unternehmen mit ihren innovativen Ideen und Entwicklungen aus dem Bereich der additiven Fertigung ausgezeichnet. Neben der hohen Kreativität in der Produktentwicklung überzeugten die Unternehmen auch mit Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle. Wir stellen die Gewinner, zu denen auch Start-ups zählen, die noch ausstehende oder bereits erteilte Patente vorweisen können, vor.

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In einer Pressemitteilung, die das 3D-grenzenlos Magazin erreicht hat, berichten die Verantwortlichen der Formnext Start-up
Challenge über die Auszeichnungen, die sie bereits zum achten Mal an junge Unternehmen aus der Welt der additiven Fertigung für ihre innovativen Geschäftsideen und technischen Entwicklungen vergeben haben. Eingereicht wurden Entwicklungen wie die bedarfsgerechte Produktion von AM-Pulvern, effizientes roboterbasiertes Postprocessing oder biologisch abbaubare Implantate.

Zu den Siegern gehören Photosynthetic (Niederlande), Lattice Medical (Frankreich), Rivelin Robotics (GB), Spherecube (Italien) und Alpha Powders (Polen). Das Unternehmen Lattice Medical erhielt zusätzlich einen AM Ventures Impact Award.

Bei der Formnext Start-up Challenge 2022 zeichnet eine Jury aus Vertretern der Branche, der Wissenschaft, den Medien und dem Investmentbereich Unternehmen aus, die nicht älter als fünf Jahre sind. Neben ihrem Messeauftritt werden die Gewinner sich auch am 15.11.2022 bei der Formnext Pitchnext-Veranstaltung präsentieren.

Die Gewinner in Kürze

Das polnische Unternehmen Alpha Powders hat eine Technologie zur bedarfsgerechten Modifizierung von Polymerpulver entwickelt und patentiert. Photosynthetic aus den Niederlanden präsentierte seinen schnellen und kostengünstigen Mikro-3D-Druck. Das britische Start-up Rivelin Robotics will mehr Effizienz in der additiven Prozesskette schaffen und mit seinen NetShape-Robotern beim Postprocessing die Betriebskosten und die Fehler um den Faktor 10 reduzieren. Das italienische Start-up SphereCube setzt mit seinem 3D-Drucker, der Verbundwerkstoffe mit Endlosfaser-Verstärkung verarbeitet, auf mehr Stabilität. Ziel ist es, Produkte aus Hochleistungs-Verbundwerkstoffen ohne geometrische Einschränkungen automatisch herzustellen.

Das biomedizinische Start-up Lattice Medical will die Heilung bei Patientinnen mit Brustimplantaten besser unterstützen. Die patentierte 3D-Technologie des Unternehmens ermöglicht die natürliche Anreicherung von Fettgewebe und eine Regeneration, ohne dass Fremdkörper in der Patientin oder dem Patienten verbleiben. Der AM Ventures Impact Award, den das Unternehmen außerdem erhalten hat, zeichnet besonders nachhaltige Ansätze aus. Hier überzeugte Lattice Medical mit seiner innovativen Design- und Produktionsweise und vor allem mit der Minimierung von Risiken, die bei traditionellen Implantaten auftreten können, die fachliche Expertise des Teams sowie die fundierten Forschungsergebnisse, die die Applikation stützen.

Sascha F. Wenzler, Vice President Formnext bei Messeveranstalter Mesago Messe Frankfurt GmbH, sagte:

„Die AM-Start-ups zeigen jedes Jahr einen neuen Entwicklungsschritt in Richtung innovativer Technologien und Anwendungen und überzeugen mit einer steigenden Qualität ihrer Entwicklungen und Geschäftsplanung. Das stellt einmal mehr unter Beweis, welch hohes Innovationspotenzial in dieser Branche steckt und dass hier entscheidende Entwicklungen entstehen, die unsere Industrie, Medizin und andere Bereiche unseres Lebens in der Zukunft beeinflussen werden.“

Bedarfsgerechte Modifizierung von Polymerpulver

Das polnische Unternehmen Alpha Powders (Stand 12.0-B81G) hat eine Technologie zur Abrundung, Sphäroidisierung und bedarfsgerechten Modifizierung von Polymerpulver entwickelt und patentiert. Das Unternehmen arbeitet an einem kompakten Gerät, das in F&E-Laboren eingesetzt werden kann, die an neuen SLS-Pulvern arbeiten. Mit ihrem Prototypen haben sie bereits einige Materialien getestet, von Polyamiden über TPU bis hin zu Polyolefin-Pulver. Dabei konnten sie beweisen, dass der Prototyp zuverlässig kugelförmige SLS-Pulver in einem Trockenverfahren herstellt. In den kommenden Jahren plant Alpha Powders seine Technologie weiterzuentwickeln und im Pilot- und Produktionsmaßstab zu realisieren.

Sphero Nano
Der allererste und kleinste der „Sphero“-Familie – Sphero NANO (im Bild) – ein kompakter Polymerpulver-Sphärodisator im Labormaßstab, soll ab dem zweiten Quartal 2023 verfügbar sein (Bild © Alpha Powders).

Bessere Heilung durch 3D-gedruckte abbaubare Implantate

Das biomedizinische Start-up Lattice Medical (Stand 12.0-B81B) wurde im Oktober 2017 gegründet und hat mit dem CHU Lille-France eine patentierte 3D-Technologie entwickelt. Diese unterstützt die natürliche Regeneration von Fettgewebe und kann zum Beispiel bei den Eingriffen für Brustimplantate zu enormen Verbesserungen führen. Die vollständig abbaubare Mat(t)isse Bioprothese aus 3D-gedruckten Biomaterialien wird an die individuelle Morphologie der Patientinnen angepasst. Die Brüste sollen nach einer gewissen Zeit vollständig aus dem Gewebe der Patientin rekonstruiert werden. Es verbleiben keine Fremdkörper in der Patientin.

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Schneller Mikro-3D-Druck

Mit seinem kostengünstigen und schnellen Mikro-3D-Druck überzeugte Photosynthetic (Stand 12.0-B81H) die Jury. 3D-Mikrostrukturen werden oft mit konventionellen Methoden wie der Zwei-PhotonenLithographie (TPL), Stereolithographie (SLA) und optischer Graustufenlithographie (OGL) hergestellt. Die patentierte Technologie von Photosynthetic basiert auf einem optischen Hardwaresystem, Harzen auf Basis der Ein-Photonen-Polymerisation und Computeralgorithmen zur Steuerung des Druckvorgangs. Mit ihrem Mikro-3D-Drucker ist laut Photosyntetic eine schnelle Mikrofabrikation (50 mm3/Stunde) im hochauflösenden Modus (<1 Mikron) möglich.

Postprocessing-Kosten senken

NetShape-Roboter im Einsatz
Das britische Unternehmen Rivelin Robotics stellt auf der Formnext 2022 seine NetShape-Roboter (im Bild) zur Nachbearbeitung von Metall-3D-Drucken vor (Bild © Rivelin Robotics).

Die NetShape-Roboter des britischen Start-ups Rivelin Robotics (Stand 12.0-B41)sollen eine Lösung für die schnelle Nachbearbeitung von additiv gefertigten Metallteilen und Komponenten darstellen. Bei vielen 3D-gedruckten Teilen aus Metall entstehen 30 % der Stückkosten durch die Nachbearbeitung. Die NetShape-Roboter, die wir bereits Ende September 2022 vorgestellt haben, bieten eine automatisierte Lösung für das Entfernen von Metallstützstrukturen und die gezielte Nachbearbeitung. Die eigene NetShape-Steuerungssoftware nutzt maschinelles Lernen sowie die traditionelle deterministische Steuerungstheorie. Rivelin Robotics verspricht eine 90-prozentige Fehlerreduzierung und eine Senkung der Betriebskosten um das 10-fache.

Bindung in AM-Verbundwerkstoffen verbessern

3D-Drucker mit 3D-Druck-Objekt darin
Der 3D-Drucker von SphereCube (im Bild) (Bild © SphereCube).

Der 3D-Drucker von SphereCube (Stand 12.0-B81A) verarbeitet Verbundwerkstoffe auf Polymerbasis bzw. einer duroplastischen Matrix mit Endlosfaser-Verstärkung. Die automatische Herstellung von Produkten aus Hochleistungs-Verbundwerkstoffen soll dabei ohne geometrische Einschränkungen möglich sein. Bei dieser Technologie wird der Kunststoff mit einer Wärmequelle ausgehärtet, wodurch sich die Benetzung und Bindung von Faserverstärkungen und Matrix sowie der verschiedenen 3D-gedruckten Schichten verbessern soll.

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