Die Unternehmen Stratasys Ltd. und Siemens Healthineers haben gemeinsam eine neue Technologie für die medizinische Bildgebung entwickelt. Durch den Einsatz von 3D-Druckern mit fortschrittlichen Materialien und Algorithmen können hochpräzise, patientenspezifische Phantome erstellt werden, die menschliche Anatomie realistisch nachbilden. Das berichtet Stratasys in einer Pressemitteilung. Diese Innovation könnte die Entwicklung neuer Computertomographie-(CT)-Algorithmen und die Genauigkeit diagnostischer Verfahren erheblich verbessern.
Fortschritte durch Kombination von 3D-Druck und Bildgebungssoftware

Die Kooperation setzt auf Stratasys‘ RadioMatrix™-Materialien und Digital Anatomy®-Technologie, kombiniert mit den Bildgebungsalgorithmen von Siemens Healthineers. Ziel ist es, anatomisch präzise Phantome zu schaffen, die in der Forschung, der Ausbildung und der OP-Planung als realistische Modelle eingesetzt werden können. Dies bietet eine kosteneffiziente und skalierbare Möglichkeit, traditionelle Phantommodelle zu ersetzen.
Jesús Fernández Léon, Leiter des Bereichs Computertomographie-Produktmarketing bei Siemens Healthineers, erklärte:
„Die Integration von 3D-Drucklösungen zur Erstellung realistischer CT-Phantome in Kombination mit der Digital Anatomy®-Technologie von Stratasys ist ein bedeutender Fortschritt im Bereich der Computertomographie. Dies ermöglicht nicht nur die bessere Bewertung und Optimierung moderner CT-Systeme, sondern auch die Entwicklung hochpräziser Algorithmen für die medizinische Bildgebung.“
Verbesserte Diagnostik und effizientere Forschung
Die im Rahmen der Kooperation entwickelten 3D-gedruckten Phantome bieten mehrere Vorteile:
- Sie ermöglichen eine realistische Nachbildung von klinischen Bildgebungsergebnissen und anatomischen Details, die mit herkömmlichen Phantommodellen nicht erreicht werden können.
- Die Modelle sind wiederholbar einsetzbar, was die Variabilität von menschlichen Scans und ethische Herausforderungen bei der Nutzung von Kadavern reduziert.
- Die Daten können für die Validierung von KI-gestützten Bildgebungsalgorithmen verwendet werden, wodurch die Entwicklung neuer Technologien beschleunigt wird.
- Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen können CT-Scanner präziser kalibrieren und so die diagnostische Genauigkeit erhöhen.
Erez Ben Zvi, Vice President Healthcare bei Stratasys, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit:
„Die Kooperation mit Siemens Healthineers setzt neue Maßstäbe für die Bildgebung in der Medizin. Wir sind überzeugt, dass unsere Innovationen nicht nur die Diagnostik verbessern, sondern auch die Ausbildung und Forschung in der Radiologie weiterentwickeln werden.“
Die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung wurden auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA) vorgestellt. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass die Abweichungen zwischen den 3D-gedruckten Modellen und der realen Anatomie in kritischen Bereichen, wie Grauer Substanz und Blutgefäßen, im Bereich einzelner Hounsfield-Einheiten (HU) liegen – eine Genauigkeit, die bislang unerreicht war.
Mit dieser Technologie könnten patientenspezifische, realitätsnahe Phantome in der medizinischen Diagnostik und Forschung schon bald zum neuen Standard werden.