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Südkoreas Marine setzt mobilen Metall-3D-Drucker für Wartungseinsätze ein

Die südkoreanischen Streitkräfte erweitern ihre technischen Fähigkeiten mit dem Einsatz eines mobilen, roboterbasierten Metall-3D-Druckers. In Kooperation mit dem spanischen Unternehmen Meltio und dessen Partner AM Solutions hat die Marine des Landes erstmals eine containerbasierte Lösung zur additiven Fertigung in Betrieb genommen. Ziel ist es, schwer beschaffbare Ersatzteile direkt vor Ort herstellen zu können – insbesondere für amphibische Einsatzfahrzeuge, wie es in einer Pressemeldung von Meltio an das 3D-grenzenlos Magazin heißt.

KUKA-Industrieroboter im mobilen 3D-Drucksystem von AM Solutions und Meltio für die Marine der Republik Korea
Im Container integriertes Metall-3D-Drucksystem mit KUKA-Roboter, wie es von der südkoreanischen Marine in Zusammenarbeit mit AM Solutions und Meltio eingesetzt wird. (Bild © AM Solutions / Meltio)

Robotergestützter 3D-Druck verbessert Einsatzfähigkeit

Der eingesetzte Metall-3D-Drucker basiert auf dem Laser Wire Directed Energy Deposition-Verfahren (LW-DED). Dabei wird Metall in Drahtform durch einen Laserstrahl geschmolzen und schichtweise aufgebaut. Diese Technologie ermöglicht eine effiziente Materialnutzung und kann unterschiedlichste Metalle wie Edelstahl, Titan, Kupfer und Inconel verarbeiten. Die robotergestützte Ausführung – in diesem Fall ein KUKA-Roboter – erlaubt das Drucken von großformatigen und komplexen Geometrien.

Der 3D-Drucker ist in einem Container untergebracht und somit mobil einsetzbar. Er kann per Kran oder Gabelstapler an verschiedene Einsatzorte transportiert werden und ist damit speziell für militärische Wartungsszenarien ausgelegt.

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Strategische Partnerschaft: AM Solutions und Meltio

Die Initiative wurde durch eine Partnerschaft zwischen dem spanischen 3D-Druck-Spezialisten Meltio und dem koreanischen Unternehmen AM Solutions möglich gemacht. AM Solutions stellt als offizieller Meltio-Partner das sogenannte „Meltio Integration Kit for Industrial Robots“ zur Verfügung. Dieses verwandelt Industrieroboter in flexible additive Fertigungssysteme.

Laut Daejung Kim, CEO von AM Solutions, bedeutet diese Entwicklung nicht nur einen Fortschritt im Verteidigungsbereich, sondern auch Potenzial für andere Branchen in Südkorea:

„Diese Zusammenarbeit ist erst der Anfang. Gemeinsam mit Meltio wollen wir weitere Sektoren in der additiven Fertigung stärken.“

Auch Meltio-Vertreter Adam Hourigan betont die Bedeutung des Verteidigungssektors:

„Unsere Technologie wird weltweit von Armeen validiert. Die Zusammenarbeit mit AM Solutions hilft uns, die Fertigungsautonomie der südkoreanischen Streitkräfte zu stärken.“

Mobiler 3D-Druckcontainer von AM Solutions mit KUKA-Roboter zur additiven Fertigung im militärischen Einsatz
Ein mobiler Container mit integriertem Metall-3D-Drucksystem von AM Solutions demonstriert den Einsatz robotergestützter additiver Fertigung für militärische Anwendungen im Feld. (Bild © AM Solutions / Meltio)

Militärische Anwendung für Ersatzteilfertigung

Das System wird derzeit vom Wartungsbataillon der südkoreanischen Marine genutzt. Besonders betont wird der Nutzen bei der Herstellung von Ersatzteilen, die nicht mehr produziert werden oder nur schwer beschaffbar sind. So können zeitintensive Beschaffungsprozesse vermieden und Wartungsausfälle reduziert werden.

Oberstleutnant Kim Seong-nam, Kommandeur des Wartungsbataillons, erklärt:

„Der Einsatz von Metall-3D-Druckern ist ein bedeutender Schritt zur Senkung der Betriebskosten und zur Sicherstellung eines stabilen Wartungsbetriebs.“

Die Marine plant, in den kommenden zwei Jahren ihre 3D-Druckkapazitäten weiter auszubauen. Neben der Bedienung der Systeme stehen zusätzliche mobile Verarbeitungseinheiten und Generatoren für den Feldeinsatz im Fokus.

Internationale Referenzen von Meltio

Meltio konnte seine Systeme bereits erfolgreich in anderen Streitkräften etablieren. In den USA wurde ein hybrides System auf dem Kriegsschiff USS Bataan installiert, in Frankreich wird der Drucker für Ersatzteile des Flugzeugträgers Charles de Gaulle genutzt, und in Spanien dient die Technologie der Wartung von Flugzeugtriebwerken sowie der Produktion von Teilen für gepanzerte Fahrzeuge.

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