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Premiere in Thailand: Erster 3D-gedruckter Titan-Hüftpfannen-Implantat erfolgreich eingesetzt

Thailand hat ein neues Kapitel in der Medizintechnik aufgeschlagen: Forscher der medizinischen Fakultät des Siriraj Hospitals der Mahidol-Universität präsentierten kürzlich den Angaben von „Pattya Mail“ zufolge den ersten 3D-gedruckten Titan-Implantat zur Augmentation der Hüftpfanne. Diese individuell angefertigte Lösung ermöglicht orthopädische Eingriffe bei Patienten, die zuvor nicht für eine Standard-Hüftprothese in Frage kamen.

Lösung für komplexe Hüftschäden

Gruppenfoto von Medizinern des Siriraj Hospitals bei der Präsentation eines 3D-gedruckten Titan-Hüftimplantats zur Behandlung schwerer Hüftschäden
Das Siriraj Hospital in Thailand präsentiert das erste 3D-gedruckte Titan-Hüftimplantat, das neue Behandlungsoptionen für schwer erkrankte Patienten ermöglicht (Bild © Siriraj Hospital).

Hüftarthrose – ausgelöst durch Verschleiß, Verletzungen oder angeborene Fehlbildungen – stellt vor allem bei älteren Menschen eine häufige Ursache für chronische Schmerzen und eingeschränkte Mobilität dar. In fortgeschrittenen Fällen ist das Hüftgelenk derart geschädigt, dass herkömmliche Implantate nicht mehr stabil verankert werden können. Für diese Patientengruppe bedeutet dies bisher meist ein dauerhaftes Leben mit Einschränkungen.

Das Team des Siriraj Hospitals entwickelte nun eine individuelle Titan-Augmentationslösung, die mithilfe von einem 3D-Drucker gefertigt wird. Das Implantat wird passgenau an die geschädigte Hüftstruktur angepasst und verankert, was eine stabile Fixierung und langfristige Belastbarkeit erlaubt.

Medizinischer Durchbruch mit internationaler Relevanz

Nahaufnahme eines individuell gefertigten 3D-gedruckten Titan-Hüftimplantats neben einer Produktinformationstafel mit Röntgenbildern
Das individuell gefertigte Titanimplantat wurde erfolgreich eingesetzt und ermöglichte einer Patientin mit schwerem Hüftschaden die Wiedererlangung ihrer Gehfähigkeit (Bild © Siriraj Hospital / OSSÉO / Pattaya Mail).

Das erste erfolgreiche Implantat wurde bereits bei einer Patientin eingesetzt, die zuvor über einen längeren Zeitraum nicht gehen konnte. Nach dem Eingriff konnte ihre Mobilität wiederhergestellt werden – ein bedeutender Erfolg für Chirurgie und additive Fertigung in der Medizintechnik.

Die hohe Präzision der 3D-Drucktechnologie ermöglicht es, auch komplexe Knochenstrukturen individuell zu rekonstruieren. Zudem lässt sich der Heilungsverlauf durch den besseren Sitz des Implantats optimieren. Das präsentierte Modell „Acetabular Augmentation Implant“ wurde im Rahmen einer Presseveranstaltung vorgestellt, bei der mehrere 3D-gedruckte medizinische Modelle ausgestellt waren – darunter auch Rekonstruktionen von Hand-, Knie- und Schädelstrukturen.

Potenzieller Einfluss auf Altersmedizin

Die Innovation könnte insbesondere ältere Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko schützen. Nach Angaben des thailändischen Gesundheitsministeriums lag die Sterberate durch Stürze bei über 10 Todesfällen pro 100.000 Einwohner im Alter über 60 Jahren (2023). Weltweit sterben jährlich mehr als 684.000 Menschen an den Folgen von Stürzen. Ein stabiler Hüftpfannenersatz könnte zukünftig eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung solcher Todesfälle spielen.

Weitere Informationen zur Entwicklung und Anwendung des Implantats stellt das Siriraj Piyamaharajkarun Hospital regelmäßig auf seiner Facebook-Seite zur Verfügung.

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