Incus, ein Start-up aus Wien, entstand durch eine Zusammenarbeit mit Ingenieuren des Herstellers von Keramikadditiven Lithoz. Ein von Incus entwickeltes 3D-Druckverfahren für den Metall-3D-Druck, das auf einer Fotopolymerisationstechnik basiert, sorgt für 3D-gedruckte Objekte mit einer verbesserten Oberflächenbeschaffenheit. Wie Incus in einem Interview erklärt, werden derzeit vier von Incus entwickelte Beta-Maschinen von europäischen Herstellern getestet.
Details zum 3D-Druckverfahren
Das Verfahren arbeitet mit einem zweistufigen Prozess. Zuerst wird ähnlich wie beim Binder Jetting ein „grünes Teil“ gedruckt, das durch einzelne Schichten entsteht, die mit Licht schichtweise ausgehärtet werden. Der dabei eingesetzte 3D-Drucker hat eine leistungsstarke Leuchteinheit, mit einer Auflösung von bis zu 25 µm in X und Y. Die bessere Oberflächenästhetik entsteht aufgrund der feinen Metallpulver, die in diesem Verfahren genutzt werden.
Die feinen Pulver führen laut Incus außerdem zu ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften und Teileleistungen. Dank dem zweistufigen Verfahren kann eine größere Bandbreite von Metallen verarbeitet werden.
Das 3D-Druckverfahren von Incus eignet sich für viele Anwendungen. Bisher wurde es für Dinge wie Scharniere für Brillen, Schmuckprototypen und medizinische Instrumente verwendet. Es sind vor allem komplexe Teile, die die beste Oberflächenästhetik und die besten mechanischen Eigenschaften erfordern.

Neue Materialmöglichkeiten für die additive Fertigung
Incus will sich künftig besonders auf Materialien konzentrieren, die mit anderen additiven Fertigungstechnologien schwer zu verarbeiten sind oder gar noch nicht verarbeitet werden können. Das Unternehmen sieht vor allem Interesse an Materialien wie Titan, Wolfram, Hart- und Edelmetalle. Die bisherige Arbeit mit metallischen Werkstoffen stellt Incus auf der formnext 2019 vor, die vom 19. bis 22. November 2019 stattfindet.