Website-Icon 3D-grenzenlos Magazin

ATI eröffnet 3D-Druck-Fabrik zur Unterstützung der US-Marine

Logo ATI Inc.Das US-Unternehmen ATI Inc. hat offiziell seine neue Additive Manufacturing Products-Anlage in Margate, Florida, in Betrieb genommen. Die rund 12.260 Quadratmeter große Einrichtung ermöglicht die vertikale Integration verschiedener Phasen des Metall-3D-Druks, darunter Design, Druck, Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung und Inspektion. Diese Erweiterung soll die Fähigkeit des Unternehmens stärken, große, leistungsfähige Bauteile für die Luft– und Raumfahrt, die Verteidigungsindustrie und andere anspruchsvolle Branchen herzustellen.

Hochmoderne 3D-Drucktechnologie für industrielle Anwendungen

ATI-Mitarbeiter und Führungskräfte bei der feierlichen Eröffnung der neuen Additive Manufacturing Products-Anlage in Margate, Florida
Eröffnung der neuen ATI-Produktionsstätte für additive Fertigung in Margate, Florida, die hochleistungsfähige Metallbauteile für Luftfahrt und Verteidigung herstellt. (Bild © ATI Inc.)

Die neue Produktionsstätte ist mit erweiterten NXG-Systemen von Nikon SLM Solutions ausgestattet. Diese Maschinen ermöglichen den Druck einiger der höchsten metallischen 3D-gedruckten Bauteile in den USA mit einer Höhe von bis zu 1,5 Metern. Darüber hinaus erfüllt die Anlage die Qualitätsstandards ISO 9001 und AS9100D, die für industrielle Anwendungen entscheidend sind.

Ein wesentlicher Treiber für den Bau der Anlage ist ein Auftrag, den ATI von Bechtel Plant Machinery Inc. (BPMI) erhalten hat. Dieser umfasst die Fertigung hochentwickelter Komponenten für das US-amerikanische Marine-Programm zur nuklearen Antriebspropulsion. Der Vertrag verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der additiven Fertigung für die Marine, insbesondere in den Bereichen Wartung, Reparatur und Betriebsunterstützung.

Integration verschiedener additiver Fertigungssysteme

Bereits in früheren Planungen hatte BPMI vorgesehen, das Sapphire-XC-System von Velo3D in den Fertigungsprozess der Anlage zu integrieren. Dieses Acht-Laser-Drucksystem wurde speziell für die Verarbeitung von Edelstahl 415 kalibriert. Ob dieses System weiterhin zum Einsatz kommt, ist derzeit nicht eindeutig geklärt, da die Eröffnungsankündigung von ATI den Fokus auf die 3D-Drucker von Nikon legt. Dennoch führt ATI auf seiner Website neben Nikon auch Velo3D, EOS und Colibrium Additive als AM-Partner auf.

Die Produktion in der neuen Anlage konzentriert sich auf verschiedene additive Fertigungsprozesse, darunter das Laser-Pulverbettverfahren (LPBF). Damit können komplexe Bauteile wie Wärmetauscher, strukturelle Halterungen und Komponenten für Antriebssysteme gefertigt werden. Die Möglichkeit, sowohl große als auch kleine Teile innerhalb eines einzigen Standorts herzustellen, könnte die Effizienz und Skalierbarkeit der Produktion für militärische Lieferketten erheblich verbessern.

ATI positioniert sich mit diesem Ausbau als ein zentraler Zulieferer von AM-gestützten Komponenten für Verteidigungs- und Luftfahrtanwendungen. Der Einsatz des 3D-Drucks ermöglicht dabei die Herstellung integrierter Bauteile, die bisher aus mehreren geschweißten oder gefrästen Teilen bestanden. Dies kann die Langlebigkeit der Bauteile verbessern, Schwachstellen reduzieren und den Fertigungsprozess optimieren.

Die Erweiterung von ATI spiegelt einen allgemeinen Trend im US-amerikanischen Verteidigungssektor wider, der verstärkt auf additive Fertigungstechnologien setzt. Der Vertrag zwischen BPMI und ATI ist Teil eines umfassenderen Projekts im Wert von 889 Millionen US-Dollar, das die Produktion von nuklearen Antriebskomponenten für die Marine bis zum Jahr 2033 umfasst. Der zunehmende Einsatz von 3D-Druck in dieser Lieferkette könnte die Produktionsflexibilität verbessern und die Abhängigkeit von traditionellen Fertigungsmethoden verringern.

Die mobile Version verlassen