Das spanische 3D-Druck-Unternehmen BCN3D mit Sitz in Barcelona hat freiwillig Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen scheiterte an der Umstrukturierung seiner Verbindlichkeiten und reichte daher ein gerichtliches Verfahren zur Gläubigerkoordination ein. Laut den Berichten von „Cronica Global“ belaufen sich die Vermögenswerte des Unternehmens auf rund 10 Millionen Euro, während Verbindlichkeiten in Höhe von 7 Millionen Euro bestehen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeitende.

Ein Handelsgericht hat die GS Insolvency Management mit der Abwicklung des Verfahrens betraut. Derzeit wird ein Angebot zur Übernahme der Produktionssparte geprüft – ein Schritt, der zumindest einen Teil der betrieblichen Aktivitäten von BCN3D erhalten könnte.

Wachstum blieb hinter Erwartungen zurück

Omega I60 neben 3D-Druckern der Epsilon-Reihe
Zum Beginn des Jahres hat BCN3D seine verbesserte Epsilon-3D-Drucker-Reihe vorgestellt (im Bild: Omega I60 3D-Drucker neben der neuen Epsilon-3D-Drucker-Reihe)(Bild © BCN3D).

Trotz umfangreicher Investitionen konnte BCN3D seine wirtschaftlichen Ziele nicht erreichen. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 – ursprünglich als Hochschulprojekt – hat das Unternehmen mehr als 10 Millionen Euro an privatem Kapital eingeworben und erhielt zudem Fördermittel in Höhe von 7 Millionen Euro. Der jährliche Umsatz stagnierte zuletzt jedoch bei rund 5 Millionen Euro. Kumulierte Verluste belaufen sich mittlerweile auf ebenfalls rund 10 Millionen Euro.

Bekannt wurde BCN3D insbesondere durch seine IDEX-3D-Drucker der Serien Sigma und Epsilon. In jüngerer Zeit sorgte das Unternehmen mit seiner VLM-Technologie (Viscous Lithography Manufacturing) für Aufmerksamkeit, die 2023 unter dem Namen Supernova als eigenständige Einheit ausgegründet wurde.

Supernova distanziert sich von der Muttergesellschaft

Im Zuge der Insolvenz von BCN3D kursierten auch Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten bei Supernova. Ein zentrales Industriepartnerunternehmen habe sich zurückgezogen, hieß es in einzelnen Medienberichten. Supernova wies diese Darstellung jedoch klar zurück. Eine Sprecherin erklärte gegenüber VoxelMatters: „Supernova ist ein vollständig unabhängiges Unternehmen ohne rechtliche Verbindung zu BCN3D und daher nicht betroffen.“

Das Unternehmen befinde sich in einer stabilen finanziellen Lage und fokussiere sich weiterhin auf die Entwicklung seiner Technologie. Man habe in nur einem Jahr eine eigene Materialpalette entwickelt, deren Eigenschaften nicht nur marktführende 3D-Druckmaterialien übertreffen sollen, sondern auch etablierte Kunststoffe aus dem Spritzgussbereich.

Strukturwandel in der 3D-Druck-Landschaft

Sollte ein Käufer gefunden und eine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden, könnte BCN3D in reduzierter Form weiterbestehen. Andernfalls steht dem Unternehmen die vollständige Abwicklung bevor – ein Schicksal, das in den letzten Jahren bereits mehrere europäische und nordamerikanische Hersteller von Desktop- und Semi-Industrie-3D-Druckern ereilte.

Namentlich Unternehmen wie UltiMaker, Aleph Objects und Zortrax, die einst Marktführer in ihren Segmenten waren, konnten sich langfristig nicht behaupten. Der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter mit preislich aggressiven und qualitativ verbesserten Produkten setzt westliche Hersteller unter starken Druck. Prusa Research gilt hier als eine der letzten noch erfolgreichen Ausnahmen im Prosumer-Bereich.

Ausblick: Konsolidierung setzt sich fort

Die Entwicklungen bei BCN3D unterstreichen den anhaltenden Konsolidierungsprozess in der 3D-Druck-Branche. Mittelständische Hersteller mit begrenzten Ressourcen tun sich zunehmend schwer, im globalen Wettbewerb zu bestehen. Ob sich BCN3D mit neuer Struktur und Kapital wieder stabilisieren kann, bleibt abzuwarten.

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