
Besonderer Forschungsschwerpunkt sind Muskel- und Knorpelgewebe. Die gedruckten 3D-Organstückchen haben einen gravierenden Vorteil gegenüber gezüchteten Zellkulturen in Petrischalen und zwar verhalten sie sich wegen ihrer dreidimensionalen Struktur wie echte Organe. Ein Gerüst prägt die Struktur der jeweiligen Zellen und muss nicht nur biokompatibel sein sondern auch biologisch abbaubar. Als Material für das Gerüst wird Fibrin eingesetzt, der wichtig für die Blutgerinnung ist und von den Zellen nach rund zwei Wochen abgebaut wird.
Zum Aufbau haltbarer Strukturen ist Fibroin einsetzbar, welches Bestandteil von Seide ist und sich maximal ein Jahr hält, bevor ein Abbau durch den Körper erfolgt. Zusätzlich wird mit zahlreichen Mischungen unterschiedlicher künstlicher Polymere gearbeitet.
Die Gerüste werden an der FH Technikum Wien zum Teil mit kranken Zellen von Patienten bestückt. Die Züchtung von Knorpelgewebe dient etwa der Erforschung von Osteoarthritis (Abnutzung der Gelenke durch Entzündungen). Das Knorpelgewebe wird in einem Bioreaktor in Form von Pellets mit rund einem Zehntel Millimeter Durchmesser gezüchtet.
Künftig sei damit eventuell ein einfacher Test möglich oder ein wirksames Medikament gegen die Knochenkrankheit könnte entdeckt werden. Die Herstellung organähnlicher Strukturen ist ein weiteres Forschungsfeld der FH Technikum Wien mit Unterstützung des 3D-Drucks. Jedoch seien fertige Organe aus dem 3D-Drucker noch Zukunftsmusik, weil das Drucken von Nerven und der Blutversorgung äußerst komplex ist. Aber die winzigen Strukturen könnten Rünzler zufolge den Menschen mehr helfen als zum Beispiel ein gedrucktes Herz.







