Das in Mesa, Arizona ansässige Unternehmen Rosotics arbeitet an einem ambitionierten Projekt, das den Einsatz von 3D-Druck zur Herstellung orbitaler Werften und Treibstoffdepots im niedrigen Erdorbit (LEO) vorsieht. Das Unternehmen, das bisher eher unauffällig agierte, möchte mehrere große Raumfahrzeuge in den Weltraum schicken, die jeweils dutzende kleinere Raumfahrzeuge enthalten. Diese sollen dann 3D-gedruckte Strukturen im Orbit herstellen.
Geheimes Projekt: Halo
Rosotics CEO Christian LaRosa erklärte, dass das Projekt Halo das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung sei:
„Halo ist im Wesentlichen das Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit an einem sehr langfristigen Plan, den wir eine Weile lang ziemlich geheim gehalten haben. Das Hauptziel von Halo besteht darin, sogenannte ‚Carrier Vessels‘ zu drucken, die den Kern der neuen orbitale Fertigungsstrategie von Rosotics darstellen.“
Diese Carrier-Fahrzeuge, von Rosotics als „Mutterschiffe“ bezeichnet, sollen einen Durchmesser von fünf Metern haben und über ein Dutzend autonomer kleiner Raumfahrzeuge namens R2 tragen. Diese R2-Einheiten werden aus großen Aluminiumstationen bestehen, die als Treibstoffdepots, Werften oder sogar als Energieinfrastruktur dienen könnten.

Effizienter 3D-Druck im Weltraum
Rosotics hat einen einzigartigen und hocheffizienten Ansatz für den 3D-Druck im Weltraum entwickelt. Diese Methode, die LaRosa als „Cold Welding“ bezeichnet, nutzt Induktion, um Metalle mit minimaler Hitze zu verbinden. Diese Technik, die in der Raumfahrt schon länger bekannt ist, wird bei Rosotics erstmals im großen Stil für die Herstellung von Infrastruktur im Orbit eingesetzt.
LaRosa erläuterte:
„Cold Welding ist unserer Meinung nach das fehlende Bindeglied, das die Wartung, Montage und Herstellung im Orbit sowie den Aufbau schwerer Infrastruktur im Weltraum bisher verhindert hat.“
Zukunftsaussichten und Finanzierung
Die R2-Einheiten sollen in einer schwarmähnlichen Formation Strukturen im Orbit herstellen und regelmäßig zum Mutterschiff zurückkehren, um neues Aluminium aufzunehmen. Materialien könnten durch Drittanbieter oder andere Unternehmen direkt zum Mutterschiff geliefert werden. Die Mutterschiffe könnten auch für das Anheben von Orbits oder die Positionierung der finalen Strukturen verwendet werden.
Die ersten integrierten Raumfahrzeuge sollen in 12 bis 18 Monaten produziert werden. Der Aufbau einer Produktionsanlage für Raumfahrzeuge in Boulder, Colorado, ist geplant. Ein Raumfahrzeug wird voraussichtlich in zwei bis drei Jahren einsatzbereit sein.
Das Unternehmen hat bisher 2,6 Millionen Dollar an Finanzierung erhalten, unter anderem von Tim Draper. Diese Mittel wurden effizient genutzt, da Rosotics in Mesa ansässig ist, weit entfernt von teureren Luft- und Raumfahrthubs. Das Unternehmen plant, seine Halo-Drucker zu verkaufen, um die weiteren Pläne zu finanzieren.
LaRosa betonte abschließend:
„Dies ist nicht etwas, das man nur mit Investitionen hätte umsetzen können. Man braucht finanzielle Stabilität und Einnahmen. Halo ist die Plattform, die indirekt die ‚Station‘ finanzieren wird und wie wir das aufbauen werden.“






