Testbericht:

Anet A8 Plus im Test – Was taugt der Nachfolger vom beliebten Anet A8?

Der 3D-Drucker Anet A8 Plus ist sowohl als Bausatz für engagierte Bastler als auch als modulares, also fast vollständig zusammengebautes System erhältlich. Er zeichnet sich gegenüber dem Vorgängermodell Anet A8 unter anderem durch ein größeres Bauvolumen und durch die Verwendung eines robustem und optisch schönerem Aluminiumrahmens aus. Gleichzeitig kommt beim A8 Plus ein neuartiger Direct-Drive-Extruder zum Einsatz, der ein Verklumpen des Materials in der Düse verhindern soll. Ist er 3D-Drucker erst einmal komplett aufgebaut und eingerichtet, so erzielt er sehr detaillierte und überraschend gute Druckergebnisse. Welche Vor- und Nachteile das Gerät noch hat und was es vom Vorgängermodell Anet A8 unterscheidet, das und weiteres mehr erfahren Sie in unserem Testbericht.

Anet A8 PLUS
Anet A8 PLUS

Technische Daten

  • Hersteller: Shenzhen Anet Technology Co., Ltd.
  • Marke: Anet
  • Kompatibel mit Windows, Mac OS
  • Technologie: FDM/FFF
  • Bauart: 3D-Drucker-Bausatz
  • Beheiztes Druckbett
  • Anzahl Extruder: 1 Direct-Drive-Extruder
  • Düsendurchmesser: 0,4 mm
  • Maximale Düsentemperatur: 250 Grad Celsius
  • Rahmen: Aluminium
  • Schichtdicke: 0,1 bis 0,4 mm,
  • Gesamtgröße des Druckers: 610 x 462 x 573 mm
  • Maximales Bauvolumen: 300 x 300 x 350 mm
  • Mögliche Dateiformate: G-Code, jpg, obj und stl
  • Nutzbare Filamente: ABS, PLA, Wood, HIPS, PET-G
  • Akzeptierte Filamentstärke: 1,75 mm
  • Druckgeschwindigkeit: 10 bis 120 mm/s
  • SD-Kartenslot (für Offline 3D-Druck): Ja
  • Host-Computer-Software: Cura
  • USB-Anschluss
  • LCD-Bildschirm mit magnetischem Halter
  • Gewicht: 12 kg (inklusive Verpackung)

Lieferumfang

Der Anet A8 Plus 3D-Drucker wird in zwei verschiedenen Varianten angeboten – einmal komplett unmontiert, bei der zweiten wurden die einzelnen Komponenten bereits zusammengeschraubt. Wir haben ein solches, bereits vormontiertes Modell, getestet.

Zum Lieferumfang gehören also entweder der vollständig unmontierte oder aber der weitgehend vormontierte Bausatz. Bei beiden Varianten werden sowohl

  • Montagematerial und -werkzeug,
  • ein Stück PLA-Filament,
  • eine 8 GB Mini-SD-Karte,
  • ein Mini-SD-Kartenslot,
  • ein gedrucktes Handbuch sowie
  • ein Ladegerät

mitgeliefert.

Unser Tipp: Ergänzen Sie Ihre Bestellung gleich noch um eine Rolle PLA Filament, sollten Sie noch nicht im Besitz eines anderen 3D-Druckers gewesen sein und kein Filament vorrätig haben (das mitgelieferte Stück reicht nicht lange). So steht gleich nach Lieferung und Aufbau den ersten 3D-Objekte nichts mehr im Wege.

Kaufen

Anet A8 Plus DIY 3D-Drucker verbessert Hochpräzise Selbstmontage 300 * 300 * 350mm Große Druckgröße Aluminiumlegierung Rahmen Bewegliches LCD-Bedienfeld Überstromschutz Mainboard
9 Bewertungen
Anet A8 Plus DIY 3D-Drucker verbessert Hochpräzise Selbstmontage 300 * 300 * 350mm Große Druckgröße Aluminiumlegierung Rahmen Bewegliches LCD-Bedienfeld Überstromschutz Mainboard
  • Verbesserte Druckgröße und Funktionsweise: Die Druckgröße wurde auf 300 * 300 * 350 mm vergrößert und ist groß genug, um Ihre Kreativität zu befriedigen. Das magnetische, bewegliche LCD-Bedienfeld und das praktische Bedienfeld der Knaufart machen Ihre Bedienung effizienter und flexibler.
  • Verbessertes Material und Struktur: bestehen aus einem widerstandsfähigeren Rahmen aus Aluminiumlegierung; Die Y-Achse ist mit doppelt polierten Stangen und die Z-Achse mit Doppelgewindestangen ausgeführt, um einen Durchbruch und eine Verbesserung der Struktur und Bewegungsstabilität zu erreichen. Die Dichtheit der Z-Achse und der Y-Achse kann frei eingestellt werden und ist bequemer zu verwenden.
  • Verbessertes Wärmebett und Mainboard: Das Wärmebett des Aluminiumsubstrats wird mit einer Glasscheibe geliefert, so dass der Druck ohne scharfe Kanten glatt ist und das Modell leicht entfernt werden kann. Das Mainboard verfügt über ein Design für Überstromschutz und Kurzschlussschutz mit einer kleineren Stromkonfiguration, die sicherer und zuverlässiger ist.
  • Verbesserte Filamentbeschickung und Extruderstruktur: Die Funktion zum automatischen Laden und Entladen der Filamentfunktion wurde hinzugefügt. Dies ist sehr einfach, um Filament hinzuzufügen oder auszutauschen. Durch die patentierte Extruderstruktur ist das Filamentextrudieren glatter, ohne dass es zu Verstopfungen kommt. Direkte Filamentbeladung verbessert den Druckeffekt von TPU-Filamenten.
  • Große Kompatibilität und Anwendung: Kompatibel mit verschiedenen 1,75-mm-Druckfilamenten wie PLA, ABS, HIPS, TPU, Holz usw. weit verbreitet in der Architektur, Medizin, Heimtextilien, Industrie, Film und vielen anderen Bereichen.

Inbetriebnahme

Für die Inbetriebnahme kommt es natürlich erst darauf an, ob man sich für die montierte oder die Bausatz-Variante des Anet A8 Plus entschieden hat. Die modulare Version ist zum großen Teil vormontiert, bei der Do-it-Yourself-Version, die in der Regel etwas kostengünstiger ist, muss man selbst alle Bauteile montieren. Wir haben uns für die modulare Version entschieden, auf die wir im folgenden genauer eingehen möchten.

Aufbau der modularen, bereits montierten Variante: Bei der Montage haben wir festgestellt, dass es keinen Kabelbaum gibt, in welchem die einzelnen Kabelverbindungen ordentlich untergebracht wären. Auch Führungen für das Filament, um eine korrekte Zufuhr zum Extruder zu gewährleisten, sind beim Anet A8 Plus nicht vorgesehen. Sie haben hierfür einen patentierten Zuführmechanismus entwickelt, von dem wir aber noch nicht so ganz überzeugt sind, und setzen hierfür einen Direct-Drive-Extruder ein. Der Mechanismus soll ein Verstopfen der Düse verhindern. Wie einige andere User auch entschieden wir uns dazu, die Halterungen für das Filament selbst zu drucken und auch einen Kabelschacht anzufertigen, damit der Kabelsalat ein Ende hat. Das ist auch für Anfänger kein Problem.

Auch wir mussten bei unserem Test leider feststellen, dass die Lager auf den Führungen nicht korrekt laufen, sondern immer wieder haken beziehungsweise nicht so leichtgängig sind, wie wir es von anderen 3D-Drucker-Modellen dieser Preisklasse gewohnt sind.  Hier ist es unter Umständen sinnvoll, diese Lager gegen igus-Gleitlager auszutauschen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bausatz-3D-Druckern wird beim Anet A8 Plus die Filamentrollenhalterung an der Rahmenseite montiert. Dies sorgt neben dem Aluminiumrahmen noch für weitere Standsicherheit und hat überzeugt.

Wie auch bei allen anderen 3D-Drucker-Bausätzen-Tests haben wir beim Anet A8 Plus diesem Modell sämtliche Schraubverbindungen noch einmal nachgezogen und die Kabel auf ihren korrekten Anschluss hin kontrolliert. Das Einlegen des Filaments war etwas mühsam, im Endeffekt aber kein Problem. Danach mussten wir die Druckvorrichtung noch nivellieren, um später dann eine gleichmäßige gute Druckqualität zu erreichen. Für den Aufbau der modularen Version haben wir inklusive der Nivellierung etwa eine Stunde Zeit benötigt. Blutige Anfänger hingegen sollten etwas mehr Zeit einplanen, da sie unter anderem den Austausch der Gleitlager eventuell nicht so schnell bewerkstelligen können. An einem Abend aber sollte der 3D-Drucker-Aufbau und -Inbetriebnahme zu schaffen sein. Zu den ersten 3D-Druck-Objekten sollten unbedingt Filamenthalterungen gehören. Vorlagen dazu sind beispielsweise bei Thingiverse zu finden.

Für den Aufbau der alternativen 3D-Drucker-DIY-Variante sollten unseren Erfahrungen bei anderen 3D-Drucker-Bausatz-Modellen etwa 4 bis 6 Stunden Zeit eingeplant werden, also zwei Feierabende. Auch hier kommt es wieder auf die Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten des Nutzers an. Bei YouTube gibt es bereits ein paar Videos, die den Aufbau dieses 3D-Druckers bildlich beschreiben.

Vorteile

Der Anet A8 Plus bietet einige interessante Vorteile für seinen Preis von gerade einmal weniger als 300 Euro.

+ Im Vergleich zum Vorgängermodell Anet A8 besitzt der Anet A8 Plus ein wesentlich größeres Bauvolumen. So lassen sich auch größere Objekte in einem Druck fertigen, seien es nun Prototypen, Dekoartikel oder auch Bauteile für andere (elektrische) Geräte, um nur ein paar Beispiele zu benennen (siehe auch 3D-Druckvorlagen). Da der Anet A8 Plus eine Vielzahl an Filamenten verarbeiten kann, sind den Wünschen gerade bei privaten Anwendern kaum Grenzen gesetzt.

+ Interessenten haben des Weiteren die Möglichkeit, sich zwischen zwei Drucker-Varianten zu entscheiden – der modularen Version und der DIY Version. Während sie bei der DIY Version den gesamten 3D-Drucker selbst zusammenschrauben müssen, sind bei der modularen Version schon viele Komponenten nachmontiert.

+ Von Vorteil ist auch, dass der Rahmen aus Metall (Aluminium-Beschichtung) besteht, was die Stabilität deutlich erhöht. Der 3D-Drucker Anet A8 Plus ist unter anderem mit einer Y-Doppel-Achse und einer Z-Achsen-Gewindestange ausgestattet, die ebenfalls für eine stabile Struktur sorgen.

+ Ebenfalls positiv zu erwähnen ist der minimale Retrakt von 2 mm. Somit ist eine Musterbildung (beispielsweise Fischmuster) nahezu ausgeschlossen.

+ Als vorteilhaft kann es sich auch erweisen, dass das Kontrollboard mit einem Magneten befestigt wird. So lässt es sich bei Bedarf schnell abnehmen und beispielsweise neben den Drucker ablegen. Die Filamenthalterung wird am äußeren Rahmen angebracht und sorgt so für zusätzliche Stabilität. Der Austausch der Filamentrolle gestaltet sich so ganz unproblematisch.

Sample Content

Nachteile

Der 3D-Drucker Anet A8 Plus wartet leider auch mit einigen Nachteilen auf.

So fehlen beispielsweise die Sensoren, der Filamentsensor, der Raspi-Anschluss und die TMC-Treiber. Eine Motorüberwachung ist ebenfalls nicht gegeben. Leider ist vom Hersteller auch keine Filamentführung vorgesehen, sodass das Filament direkt vor dem Extruder um 90 Grad abknickt. Dies kann unter Umständen zu Verstopfungen führen, die mit dem speziellen Extruder ja eigentlich ad acta gelegt werden sollten. Da gerade bei größeren Objekten das Filament schnell einmal aufgebraucht ist, raten wir dazu, einen Filamentsensor nachzurüsten. Dieser gibt einen Warnton von sich, sobald ihn das letzte Stück Filament passiert hat.

Leider ist auch keine Zugentlastung vorgesehen. Für manchen dürfte auch der Mini-SD-Karten-Slot von Nachteil sein. Er ist auf dem Board platziert. Sinnvoller wäre es allerdings, einen größeren Karten-Slot zu verwenden, mit dem die Standard-SD-Karten eingelesen werden können.

Die Lager machen ebenfalls Probleme. Sie laufen nicht plan, stottern auf den Führungsschienen und sind noch dazu sehr laut. Hier raten wir, auf igus-Gleitlager auszuweichen. Diese sind in ihrer Anschaffung sehr günstig und sorgen für einen reibungslosen Lauf.

Anet A8-Vergleich mit anderen 3D-Druckern

Im Vergleich zum Anet A8 ist das Nachfolgermodell A8 Plus nicht mit einem Acryl-, sondern einem Aluminium-Rahmen ausgestattet. Des Weiteren wurde das Bauvolumen von 200 x 200 x 220 mm auf jetzt 300 x 300 x 350 mm erhöht. Zum Druckbett wird nun auch eine Glasscheibe mitgeliefert. Auf das Glas könnte man eine PEI-Folie legen, die dann für eine bessere Haftung des in Arbeit befindlichen Objektes sorgt.

Verändert wurde auch das LCD-Display. Beim Anet A8 Plus wird es mit einem Magneten am Rahmen gehalten und ist mit einem Drehknopf ausgestattet, beim A8 hingegen wurde es im Rahmen verbaut und mit 5 Tasten ausgestattet.

Eine weitere Neuerung ist, dass beim A8 Plus kein MK-8-, sondern ein Direct-Drive-Extruder zum Einsatz kommt. Die Filamenteinführung wurde ebenfalls überarbeitet und sei nach Herstellerangaben etwas einfacher durchzuführen. Wir haben dazu eine etwas andere Meinung (fehlende Filamenthalterungen, 90-Grad-Knick vor dem Extruder – wie bereits weiter oben erwähnt).  Des weiteren ist jetzt die Einstellung der Riemenspannung in X- und Y-Richtung möglich. Des Motherboard wurde ebenfalls etwas überarbeitet und ist nun mit einem Überspannungsschutz versehen.

Fazit

Der 3D-Drucker Anet A8 Plus wurde ursprünglich als Einsteigermodell entwickelt und ist sowohl in einer DIY- als auch in einer modularen, also teilweise vormontierten Version erhältlich. Für das Gerät sprechen unter anderem der im Vergleich zum Vorgängermodell A8 größere Bauraum, die gute Druckqualität und der Aluminiumrahmen, der für eine größere Standsicherheit sorgt. Das die Filamenthalterung am seitlichen Rahmen befestigt wird, wirkt sich ebenfalls auf die Standsicherheit aus, hat aber auch den Nachteil, dass das Filament direkt über dem Extruder um 90 Grad abknickt. Hier empfehlen wir, Filamenthalterungen selbst zu drucken.

Wir empehlen den Anet A8 Plus Anfängern, die sich mit dem 3D-Druck-Verfahren von vornherein vertraut machen möchten und auch nicht davor zurückscheuen, einige Originalteile – beispielsweise die Lager – auszutauschen. Hobbymaker und Profis hingegen werden ihn vermutlich eher als Zweitdrucker einsetzen oder ihn durch Umbauten und Ergänzungen (beispielsweise den Einsatz eines Filamentsensors) aufwerten, sofern das vom Hersteller in naher Zukunft nicht selbst erfolgt. Wir werden auf jeden Fall am Ball bleiben.

Gern können Sie uns im Kommentarfeld eine Nachricht hinterlassen, wie zufrieden Sie mit dem Anet A8 Plus 3D-Drucker sind und worin sie weitere Probleme sehen.

Preisvergleich

Amazon (DE)249,99 €zum Artikel
  • Schneller Versand
  • Bestes Angebot
Gearbest.com (DE)320,25 €zum Artikel
  • Fast vollständig montiert
  • China-Versand
  • Kostenloser Versand
Gearbest.com (DE)292,80 €zum Artikel
  • Bausatz
  • China-Versand
  • Kostenloser Versand

Preise vom 12.10.2019. Ohne Gewähr. Preise können aufgrund von Änderungen beim Dollar-Wechselkurs und Preisänderungen der Händler abweichen.


Bewerte diesen Test und hilf uns besser zu werden:

2 0

Testbericht teilen:

Alle 3D-Drucker-News per E-Mail:

Zum Newsletter anmelden!

News im Magazin:

Anzeige

2 Gedanken zu „Anet A8 Plus im Test – Was taugt der Nachfolger vom beliebten Anet A8?“

  1. Hallo, ich kann die Beurteilung der Lager nur teilweise bestätigen. Auch ich habe den Drucker aufgebaut und festgestellt, dass die Lager nur dann schwergängig laufen, wenn diese nich absolut korrekt ausgerichtet sind. Insbesondere beim Druckbett, musste ich die Haltebleche der Lager leicht zurechtbiegen, damit die Lager nicht klemmten. Ein ratterndes Geräusch deutet auf verkantete Lager hin. Die Kunststoff-Lagerschalen sind nicht maßhaltig genug um ohne Biegen auszukommen. Nach der Justage, laufen die Lager nun super leicht. Hier ist Präzision gefragt. Schraubt man die Teile einach nur so zusammen, ohne weitere Feinjustage, wird das Druckergebnis durch schwergängige Lager negativ beeinflusst. Zur Glasscheibe: Bei meinem Gerät war die Glasscheibe extrem wellig (bis zu 0,5 mm Höhendifferenz). Damit kann man keine vernünftige Haftung der Drucke erreichen. Daher musste ich die Scheibe gegen ein ebenes Modell ersetzten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.