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Medizin: Stoppen 3D-Drucker bald Tierversuche?

 14. November 2013  Marcel Thum  

Auf der 3D-Printshow haben Forscher erstmalig einen Zeitraum genannt, bis wann 3D-Drucker menschliches Gewebe in einer Qualität herstellen können, die notwendig ist, um Tierversuche zu stoppen. An dem menschlichen Gewebe und Knorpel aus dem 3D-Drucker lassen sich Medikamente, Impfstoffe und Kosmetika testen. Auf Tierversuche an Labormäusen und anderen Versuchstieren könnte so zukünftig endlich verzichtet werden.

Maus im Labor vor Spritzen
Tiere dienen der medizinischen Forschung für Tests von Medikamenten, Kosmetika oder Impfstoffen. Die massenhafte Herstellung menschlichem Gewebes mit dem 3D-Drucker könnte bald die Tiere vor dem Tod im Labor retten.

3D-Drucker werden in vielen verschiedenen Bereichen der Forschung eingesetzt. So auch in der Medizin. Neben den Nachrichten, wie die Herstellung von Körperteilen mit dem 3D-Drucker, erreichen aber nicht alle eindrucksvollen Entwicklungen so viel Aufmerksamkeit. So wie auch diese. Forschern der Medizin ist es gelungen menschliches Gewebe mittels 3D-Druckern herzustellen.

Ganz neu ist der Einsatz von 3D-Druckern in der medizinischen Forschung jedoch nicht: Bereits seit einigen Jahren gelingt es Forschern immer wieder Gewebe mit 3D-Druckern herzustellen. Mit Hilfe der sogenannten „Bio-Tinte“ und der verbesserten Technologie der medizinischen 3D-Drucker lässt sich neben funktionierenden Organen auch Hautersatz und Knorpelgewebe herstellen. Die aus dem 3D-Drucker stammende Haut oder Knorpelgewebe könnte nun von den Forschern genutzt werden, um die unzähligen Tierversuche jedes Jahr zu verringern oder gänzlich zu stoppen. Nun wurde erstmalig ein Zeitraum dafür öffentlich benannt.

In 5 Jahren soll der medizinische 3D-Druck für menschliches Gewebe soweit entwickelt sein, dass er Tierversuche vollständig ablösen kann (Alan Faulkner-Jones, Doktorrand für Bioengineering an der Herriott Watt Universität)

Zeitraum für die Ablösung der Tierversuche durch Gewebe aus dem 3D-Drucker benannt

Alan Faulkner-Jones, Doktorrand für Bioengineering der Herriott Watt Universität, hielt zu dem Thema einen interessanten Vortrag auf der zuletzt stattfindenden 3D-Printshow in London. Er sprach zunächst davon, dass sich das menschliche Gewebe aus dem 3D-Drucker als Ersatz für Tierversuche einsetzen lässt. Als Zeitraum benannte der Faulkner-Jones den Zeitraum von 5 Jahren. Der Bio-3D-Druck für menschliches Gewebe sei zwar schon fortgeschritten, muss für den Einsatz von Tests für Medikamente, Impfstoffe oder Kosmetika noch weiterentwickelt werden.

Während der Vorstellung auf der 3D-Printshow in London, zeigte Alan Faulkner-Jones live die erfolgreiche Herstellung menschlicher Stammzellen mit einem MakerBot 3D-Drucker, die als Mikro-Gewebe und Mikro-Organe zum Einsatz kommen sollen und bereits die ersten Tierversuche unnötig machen. Als Grund für den Zeitraum von noch ca. 5 Jahren nannte Faulkner-Jones die Mittel für die Forschung. Je mehr Mittel für die Weiterentwicklung der Methode zur Verfügung gestellt werden, desto schneller könnten die 3D-Drucker Tierversuche stoppen. Für die unzähligen, jährlich bei Tierversuchen getöteten Tiere, bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung dieser Methodik schnell vorangetrieben wird.

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