Das britische Aerospace Technology Institute (ATI) hat in Zusammenarbeit mit dem Manufacturing Technology Centre (MTC) eine neue Strategie und einen Fahrplan für die additive Fertigung (AM) veröffentlicht. Das Dokument beschreibt die Maßnahmen, die das Vereinigte Königreich bis 2028 ergreifen muss, um vom wachsenden AM-Markt im Luftfahrtsektor zu profitieren, der laut ATI bis 2033 einen Wert von 10 Milliarden Pfund erreichen soll.
Der Fahrplan sieht vor, dass bis 2030 eine „Größenordnung“ an Luftfahrtkomponenten mittels 3D-Druck in Großbritannien produziert wird. Diese Teile sollen von einer vollständig funktionsfähigen britischen Lieferkette für den zivilen Luftfahrtsektor entworfen und hergestellt werden.

ATI hebt die Bedeutung der Technologieentwicklung hervor, die in den kommenden Jahren synchron mit Produktentscheidungen voranschreiten muss, da die Branche sich auf die nächste Generation von Verkehrsflugzeugen vorbereitet. Besonders wichtig ist dabei, den 3D-Druck aus der Forschung und Entwicklung hin zur Produktion von Endbauteilen zu verlagern.
Zudem sieht das ATI die additive Fertigung als zentral für die Erreichung der Klimaziele der Luftfahrt, die bis 2050 Netto-Null-Emissionen anstrebt. Der Fahrplan stellt klar, dass der 3D-Druck in den nächsten zehn Jahren entscheidend zur globalen Wettbewerbsfähigkeit des britischen Luftfahrtsektors beitragen wird.
Alex Hickson, Co-Autor des Fahrplans und ATI’s Head of Technology – Structures, Manufacturing & Materials, erklärt:
„Die Weiterentwicklung der Fähigkeiten und die Implementierung additiv gefertigter Bauteile in Flugzeuge sind ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu ‚Destination Zero‘. Dieser Fahrplan bietet die strategische Ausrichtung und die wichtigsten Meilensteine, um die Wettbewerbsfähigkeit des Vereinigten Königreichs in diesem Bereich zu sichern und die wirtschaftlichen Vorteile zu nutzen.“
Der Aufstieg des 3D-Drucks in der Luftfahrt
Der neue Strategieplan des ATI betont das Potenzial des 3D-Drucks, die Treibstoffeffizienz zu verbessern, das Wärmemanagement zu optimieren und das Bauteilgewicht zu reduzieren. Eine der Hauptstärken der Technologie liegt darin, komplexe Baugruppen in einem einzigen Bauteil zu konsolidieren, was die Fertigungskosten senkt, Abfall reduziert und den manuellen Arbeitsaufwand minimiert. Durch die Verkürzung der Entwicklungszeiten und der damit verbundenen Kosten kann die additive Fertigung auch die Markteinführung hochentwickelter Luftfahrtprodukte beschleunigen.
Diese Vorteile haben zu einer verstärkten Einführung von 3D-Druckern bei globalen Luftfahrtunternehmen geführt. Der ATI-Fahrplan nennt Airbus, Boeing, GE Aerospace, General Atomics Aeronautical Systems Inc. und Rolls-Royce als Beispiele für Unternehmen, die additive Fertigungstechnologien bereits nutzen.
Besonders hervorzuheben ist, dass GE über 304 Metallbauteile im 3D-Druckverfahren in die zukünftigen GE9X-Triebwerke integrieren wird. Boeing hat bisher mehr als 70.000 Metall- und Polymer-Bauteile für zivile und militärische Anwendungen mittels 3D-Druck hergestellt. General Atomics hat über 350 flugtaugliche additiv gefertigte Teile qualifiziert, die gemeinsam mehr als 300.000 Flugstunden in unbemannten Flugzeugen absolviert haben.
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