Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat einen Leitfaden entwickelt, der Medizintechnikunternehmen den Zugang zur Herstellung patientenindividualisierter Produkte mittels additiver Fertigung erleichtert. Das berichtet das Fraunhofer IPA in einer Pressemeldung an das 3D-grenzenlos Magazin. Besonders in der Medizintechnik, die strengen regulatorischen Anforderungen unterliegt, gewinnen individuelle Prothesen und Implantate aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung.
3D-Druck für komplexe Geometrien und individuelle Anforderungen

Im Gegensatz zu konventionellen Fertigungsverfahren bietet die additive Fertigung, wie das „Laser Powder Bed Fusion with Metals“ (PBF-LBM), die Möglichkeit, geometrisch komplexe Produkte effizient herzustellen. So lassen sich beispielsweise Abutments, welche als Verbindungselemente zwischen Zahnimplantaten und Zahnersatz dienen, in einem einzigen Druckvorgang an individuelle Winkel und Anforderungen anpassen. Diese Methode ermöglicht nicht nur eine präzise Fertigung, sondern auch eine Kostensenkung bei kleinen Losgrößen.
Sicherheit als zentrales Element
Die Herstellung von Medizinprodukten erfordert nicht nur technische Präzision, sondern auch die Gewährleistung höchster Sicherheitsstandards. Aufgrund individueller Geometrien können Produkteigenschaften variieren, was eine umfassende Validierung der Fertigungsprozesse notwendig macht. Das Fraunhofer IPA setzt auf ein technisches Risikomanagement, das die Anforderungen der Norm ISO 14971 erfüllt. Dabei stehen die Sicherheit und der Nutzen für den Patienten stets im Vordergrund.
Leitfaden für die sichere Umsetzung
Das Fraunhofer IPA und das Leistungszentrum „Mass Personalization“ haben eine methodische Vorgehensweise entwickelt, um additive Fertigungsverfahren in regulierten Branchen sicher und wirtschaftlich zu implementieren. Der Leitfaden bietet Unternehmen eine strukturierte Hilfe zur Identifikation geeigneter Produkte und Technologien sowie zum Risikomanagement. Hajo Groneberg, Mitautor des zugehörigen Open-Access-Artikels, betont: „Mit einer systematischen Herangehensweise lassen sich die Potenziale der additiven Fertigung optimal nutzen.“






