Das Fraunhofer Institut IPA hat gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg sowie einigen Makern Lesehilfen für Sehbehinderte entwickelt. Diese Geräte wurden mit einem 3D-Drucker hergestellt. Auch private Maker reichten für den VRead Wettbewerb eigene gedruckte Sehhilfen ein, in denen ein Smartphone integriert wird.

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Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat einer Pressemitteilung zufolge mit Unterstützung des 3D-Drucks eine Lesehilfe für sehbehinderte Menschen entwickelt. Das Gestell nimmt ein Smartphone auf und wird vors Gesicht gespannt. Es kann individuell angepasst werden. Entwickelt wurde das Aufnahmegestell im Rahmen des Projekts VRead vom Fraunhofer IPA Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. (BSV-W), dem Unternehmen rioprinto und der Maker-Bewegung. Neben dem Gestell wurde eine Lese-App für Android-Smartphones entwickelt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Ambitionierte Bastler und Erfinder der Makerbewegung arbeiteten eng mit Sehbehinderten zusammen, um in Eigeninitiative kreative Lösungen zu technischen Problemen des Alltags zu erarbeiten und umzusetzen. Die Daten stehen als Download bereit. Im Übrigen hat auch ein Forscherteam des Universitätsspitals Zürich und der University of Sydney per 3D-Drucker eine Testbrille für Schieltests entwickelt und im Juli dieses Jahres vorgestellt.

Sehhilfe aus dem 3D-Drucker
Den ersten Platz des VRead Wettbewerbs belegte dieses Modell. (Bild: © rioprinto.com)

Hochgradig sehbehinderte Menschen benötigten zum Lesen einer Zeitung bislang stationäre Kamerasysteme, wofür ein fester Platz erforderlich ist. Mobile Sehhilfen stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Wenn jedoch ein besonders kleiner Bildschirm wie der eines Smartphones besonders nah am Auge platziert wird, ergibt sich daraus ein Sehfeld ohne erkennbare Grenzen.

VRead Sehhilfe
Das von Thomas Schneider entwickelte Siegermodell des VRead Wettbewerbs im Einsatz. (Bild: © Peter Dietrich)

Der Schwerpunkt von VRead bildet die angepasste Aufnahmevorrichtung und die Lese-App. Die Aufnahmevorrichtung wird an die spezifische Sehbehinderung angepasst und das Smartphone in entsprechender naher Distanz vor dem Auge eingerichtet. In die Vorrichtung verbaute Linsen fokussieren das Bild auf die kurze Entfernung für den Nutzer. Mit dem Smartphone kann ein digitales Dokument gelesen werden, das Gerät wird auf diese Weise zu einer individuellen Lesehilfe für Menschen mit Sehbehinderung.

Die Gyrosensorik im Smartphone dient der Lese-App zur Steuerung und Navigation auf dem digital erfassten Dokument. Die auf dem Smartphone gespeicherten Dokumente können immer und überall gelesen werden. Im Hauptmenü der Software lassen sich die optimalen Einstellungen wie zum Beispiel die Schriftgröße oder der Kontrast auswählen und mit einer optional aktivierbaren Leselinie die Navigation auf dem Dokument zusätzlich erleichtert.

Die Software besteht aus einem Steuermodul zur Erfassung der Kopfbewegungen und Übersetzung in Steuerinformationen. Das zweite Modul erstellt aus der Datenquelle des Textdokuments eine nutzbare Textur. Die gewonnene Textur wird mittels eines zweistufigen Prozesses auf dem Display ausgegeben. Alle Module lassen sich erweitern.

Zweitplatzierter des VRead Wettbewerbs
Den zweiten Platz beim VRead Wettbewerb bekam dieses Sehhilfen-Modell aus dem 3D-Drucker zugesprochen. (Bild: © rioprinto.com)

In dem oben erwähnten Wettbewerb sind drei per 3D-Drucker gefertigte Aufnahmevorrichtungen für Smartphones prämiert worden, die von der Maker-Bewegung stammen. Das vierte Design wurde außer Konkurrenz vom Fraunhofer IPA entwickelt. Die 3D-Datensätze aller vier Modelle und die Software können als kostenloser Download von jedermann heruntergeladen werden, um mit einem 3D-Drucker die Lesehilfe selbst herzustellen. Nach der Installation der VRead-Textleseapp und deren Einstellung auf den Nutzer können auf dem Smartphone gespeicherte Dokumente gelesen werden.

Die App Peek kann mit einem Adapter aus dem 3D-Drucker an jedes Smartphone montiert werden und erkennt Augenkrankheiten, wovon vor allem Menschen aus Entwicklungsländern profitieren.

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