Augenheilkunde:

3D-gedruckte Testbrille für Schieltest entwickelt

 19. Juli 2017  Susann Heinze-Wallmeyer  

Forscher des UniversitätsSpitals Zürich und der University of Sydney entwickelten gemeinsam eine neue Testbrille, mit der bei Patienten der Schielwinkel schnell und korrekt gemessen werden kann. Diese Testbrille wurde mit der 3D-Druck-Technologie hergestellt.

Sicher erinnert sich noch der Eine oder Andere unter Ihnen an seinen eigenen Schieltest, der teilweise viel Zeit in Anspruch nahm. Gerade Kindern fällt es oft schwer, sich längere Zeit zu konzentrieren und dabei ruhig sitzen zu bleiben, während sie beispielsweise auf einen Würfel schauen und mit den Augen nachverfolgen mussten.

Forscher des UniversitätsSpitals Zürich und der University of Sydney haben eine neue Video-Testbrille entwickelt, mit der sie feststellen können, wie stark ein Kind schielt. Hergestellt wurde diese Brille mit einem 3D-Drucker.

Etwa fünf Prozent der Gesamtbevölkerung schielt. Beim Schielen – Mediziner sprechen hier vom Strabismus – existiert ein Ungleichgewicht der Augenmuskeln, welche eine beidseitige Ausrichtung der Blickrichtung verhindern.

Bis jetzt wird zum Vermessen eines Schielwinkels bei Kindern teilweise auf über 100 Jahre alte Untersuchungstechniken zurückgegriffen. Dies soll sich nun ändern. Die neu entwickelte Testbrille soll genau aufzeigen, in welchem Winkel die Blickabweichung vorliegt. Hier spricht man auch vom Schielwinkel. Auf der Grundlage dieses Messergebnisses wird dann eine Therapie-Empfehlung ausgesprochen. Entweder wird auf eine Prismen-Brille zurückgegriffen oder eine Operation an den Augenmuskeln durchgeführt.

Strabismus-Video-Brille im Einsatz
Die neue 3D-gedruckte Strabismus-Video-Brille wird hier an einem Kind getestet. (Bild: © UniversitätsSpital Zürich/University of Sydney)

Mit der neuen „binokularen Strabismus-Video-Brille“, kann der Arzt die Schielwinkel der einzelnen Blickrichtungen korrekt und schnell ausmessen. Die Strabismus-Video-Brille nutzt dazu eine eingebaute Laser-Ziel-Projektion sowie zwei Flüssigkristall-Displays, die dafür sorgen, dass die Augen automatisch im Wechsel abgedeckt werden. Eine jetzt vorgestellte Studie belegt die Messgenauigkeit der Brille. Besonders für Patienten, die unter einem angeborenen Schielen leiden, ist die neue Untersuchungsmethode enorm wichtig, die hier die bislang übliche „Hess-Schirm“-Methode nicht eingesetzt werden konnte.

Hergestellt wurde die binokulare Strabismus-Video-Brille mit einem 3D-Drucker. Dieser ermöglichte es, auch die kleinen Elektronik-Bauteile wie beispielsweise die Video-Kameras und weitere Komponenten, zu integrieren. Mit der neuen Technologie wurde es möglich, „die über 100 Jahre alten Untersuchungstechniken zur Schielwinkelmessung für den Untersuchenden und die Patienten markant zu verbessern“, so der Züricher Neurologe Konrad P. Weber.

Wir von 3d-grenzenlos hoffen natürlich, dass diese Technologie weltweit eingesetzt wird, um sowohl den Patienten als auch den Untersuchenden eine möglichst angenehme Schielkontrolle mit genauesten Messergebnissen zu ermöglichen.

Ein Video über die verschiedenen Untersuchungsmethoden können Sie auf dieser Webseite abrufen.


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