Testbericht:

Der Artillery GENIUS 3D-Drucker im Test

Der Artillery GENIUS wurde nach dem großen Erfolg seines Vorgängers Artillery Sidewinder-X1 von vielen Makern mit großen Erwartungen erwartet. Wir haben uns den Artillery GENIUS einmal genauer angesehen und beantworten im nachfolgenden Testbericht die Fragen, ob der GENIUS den Erwartungen der Makers-Szene gerecht werden konnte. Welche Eigenschaften der 3D-Drucker aufweist. Wo der GENIUS seine Unterschiede zum Artillery Sidewinder-X1 hat und welche Vorteile und Nachteile mit dem 3D-Drucker, der zwischen 250 – 300 Euro angeboten wird, zu erwarten sind.

Der Artillery GENIUS 3D-Drucker wird von der Artillery 3D Technology Co., Ltd. im chinesischen Shenzhen hergestellt. Das Unternehmen gehört zur Shenzhen Yuntu Chuangzhi Technology Co., Ltd., die im Oktober 2018 gegründet wurde. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sämtliche 3D-Drucker, die das Unternehmen im Übrigen unter den Marken EVNOVO bzw. Artillery auf den Markt bringt, erhielten internationale Qualitäts- und Umweltzertifizierungen wie beispielsweise RoHS, CE und FCC. Das gilt selbstverständlich auch für den Bausatz 3D-Drucker Artillery GENIUS, der zu einem Großteil vormontiert geliefert wird. Er ist ein kartesischer All-in-One 3D-Drucker, der mit sehr leisen Schritttreibern, einem Extruder mit Direktantrieb, zwei Z-Achsen, einem Heizbett und einem TFT-Touchscreen ausgestattet ist. Mehr über den Artillery GENIUS erfahren Sie im nachfolgenden Testbericht.

Zusammenfassung für unsere Schnellleser

Der Artillery GENIUS Bausatz 3D-Drucker ist sowohl für Anfänger als auch für professionelle Nutzer geeignet. Mit einem Bauvolumen von 220 x 220 x 250 mm und einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 150 mm/s kann er kleine bis mittelgroße Objekte drucken. Der Aufbau geht schnell vonstatten, da das Gerät in drei Bauteilen geliefert wird. Profis werden hier kaum mehr als 10 Minuten benötigen.

Der GENIUS hat ein maximales Bauvolumen von 220 x 220 x 250 mm und ist mit einem Heizbett ausgestattet, das auf maximal 130 Grad Celsius aufgeheizt werden kann. 100 Grad erreicht es dabei binnen zwei Minuten, also sehr schnell. Die maximale Druckgeschwindigkeit liegt bei 150 mm/s. Er kann sowohl ABS, PLA, TPU und flexible PLA verarbeiten. Sehr interessant ist, dass die Z-Achse doppelseitig angesteuert wird. Auch hängen keine Kabel herum, sie sind im Gehäuse integriert und werden durch passende Öffnungen geführt (Preisvergleich).

Ergebnis: Kaufempfehlung mit ggf. besseren Alternativen √ (siehe Fazit)
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Artillery GENIUS
Artillery GENIUS: Der Low-Cost-3D-Drucker und kleine Bruder vom erfolgreichen Artillery Sidewinder-X1 verfügt über maximales Bauvolumen von 220 x 220 x 250 mm und wird zwischen 250 und 300 Euro angeboten.

Technische Daten

HerstellerArtillery 3D Technology Co., Ltd.
MarkeArtillery
ModellbezeichnungGENIUS
3D-DruckverfahrenFDM/FFF
BauweiseBausatz
DisplayColor Touchscreen
Maximales Bauvolumen220 x 220 x 250 mm
Anzahl Extruder1 Direct Extruder (Titan)
RahmenmaterialAluminium Extrusion und ABS
X/Y-Achsengenauigkeit0,05 mm
Z-Achsengenauigkeit0,1 mm
DruckbettmaterialAluminium
SD-Karten-SlotJa
Druckgeschwindigkeitbis 150 mm/s
Materialdurchmesser1,75 mm
HeizbettJa
HeizbetttemperaturMaximal 130 Grad Celsius
DüsentemperaturMaximal 260 Grad Celsius
Düsendurchmesser0,4 mm
Schichtdicke0,1 bis 0,4 mm
Druckgenauigkeit0,1 mm
Verwendbares TrägermaterialABS, PLA, TPU, flexible Filamente
Host-ComputersoftwareRepetier-Host
Slicer-SoftwareCura
DateiformatKeine Angaben
Kompatibel mitWindows, sonst keine weiteren Informationen

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehören

  • der Artillery GENIUS Bausatz,
  • ein Netzkabel,
  • das Montagematerial und -werkzeug inklusive Tasche,
  • ein USB-Stick und
  • eine deutschsprachige Aufbauanleitung.

Die Angaben beziehen sich auf das Angebot von gearbest.com.

Inbetriebnahme

Der Artillery GENIUS wird als Bausatz verschickt. Der Zusammenbau ist aber gar nicht so schwierig, denn er ist zum Großteil vormontiert. Der Rahmen muss nur noch mit der Druckplatte verbunden und die Filamenthalterung befestigt werden. Von Vorteil ist, dass eine deutschsprachige Aufbauanleitung mitgeliefert wird. Wer seinen ersten 3D-Drucker montiert, wird hier natürlich etwas länger für den Aufbau und das Leveling benötigen, Profis haben dies wahrscheinlich in 10 Minuten erledigt. Das Leveling kann man im Übrigen entweder via Touchscreen oder manuell mit Hilfe der großen Stellräder vornehmen.

Einige Nutzer berichteten über Probleme mit der Z-Achse, den Z-Kupplungen, einer nicht passenden und unsicher zu montierenden Filamenthalterung, schwerläufigem X-Schlitten und ein paar weiteren Problemen mit der Mechanik. Anscheinend hat Artillery inzwischen nachgebessert, denn unser Modell funktionierte hier soweit einwandfrei. Nur mit der Filamenthalterung waren auch wir nicht zufrieden. Wir entschieden uns dann dafür, eine separate Halterung aufzustellen.

Vorteile

+ Wie die meisten anderen neuen 3D-Drucker ist auch der Artillery GENIUS mit einem Filamentsensor ausgestattet. Dieser unterbricht den Druck, wenn kein Filament mehr vorhanden ist, und setzt ihn später an gleicher Stelle fort. Genauso läuft dies auch bei einem Stromausfall.

+ Das Touchscreen-Display lässt sich intuitiv bedienen. Direkt über dem Display befinden sich der USB-Anschluss und der Micro-SD-Karten-Slot. Auf dem mitgelieferten USB-Stick sind unter anderem die Slicer-Software Repetier Host und ein Druckprofil für Slicer abgespeichert. Sowohl via SD-Karte als auch über USB ist ein Offline-Druck möglich.

+ Besonders hervorzuheben ist auch, dass der Artillery GENIUS 3D-Drucker sehr leise arbeitet und man fast nur die Lüftung hört.

+ Von Vorteil ist natürlich auch seine Druckgeschwindigkeit von bis zu 150 mm/s. Positiv zu werten ist auch die große Auswahl verschiedener Filamente, die der GENIUS akzeptiert.

+ Die Kabel im Motherboard werden mittlerweile mittels Steckverbindungen eingesetzt werden.

Nachteile

Zu den Nachteilen dieses 3D-Druckers gehört unter anderem, dass einige Bauteile aus Plastik eingesetzt wurden, die teilweise aber enormen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Bei einigen Nutzern traten auch Probleme mit der Z-Stange, den speziell von Artillery entwickelten Z-Kupplungen und dem X-Schlitten auf. Entweder hat hier Artillery im letzten halben Jahr nach den Rückmeldungen zahlreicher Nutzer deutlich nachgebessert – was wir uns wünschen würden – oder aber wir haben mit unserem Modell großes Glück.

Negativ aufgefallen ist auch uns die Filamenthalterung. Diese soll nach Herstellerangaben individuell justierbar sein, macht den Einsatz mancher Filamentspulen aber unmöglich. Da sie auf dem Gerät auch nur aufgesetzt bzw. eingesteckt ist, ist sie auch nicht besonders standfest. Deshalb haben wir uns nach unseren ersten Druckversuchen dazu entschieden, eine separat aufstellbare Filamenthalterung zu verwenden. Diese haben wir dann auf einen Karton gestellt, der die passende Höhe hatte.

Fazit

Der 3D-Drucker Artillery GENIUS eignet sich durchaus für Einsteiger als auch für professionelle Nutzer, sofern die Bauteile keine Mängel aufweisen und das Gerät nicht in aufwendiger Nacharbeit optimiert werden muss. Etwa 95 Prozent des Gerätes wird bereits vormontiert geliefert, sodass Profis für den Aufbau nur etwa 10 Minuten benötigen dürften. Anfänger sollten natürlich etwas mehr Zeit einplanen.

Bereits out of the Box fertigte unser Modell saubere 3D-Objekte. Er ist mit sämtlichen Standardfunktionen ausgestattet und lässt sich sowohl automatisch als auch manuell leveln. Er ist über das Touchscreen-Display nahezu intuitiv zu bedienen. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass der GENIUS im Vergleich zu vielen anderen 3D-Druckern sehr leise arbeitet. Er kann unter anderem ABS, PLA, TPU und flexible Filamente verarbeiten. Selbstverständlich lässt der 3D-Drucker auch individuelle Anpassungen zu. Leider konnten wir bisher keine Angaben dazu finden, mit welchen Betriebssystemen der Artillery GENIUS außer Windows noch kompatibel ist und welche Dateiformate er insgesamt akzeptiert.

Wenn Sie etwas mehr Geld investieren können, so sollten Sie sich lieber für den großen Bruder Artillery Sidewinder X1 entscheiden. Diesen haben wir schon im Oktober 2019 vorgestellt und avancierte in den vergangenen Monaten zum absoluten Bestseller in Deutschland unter den Hobby-3D-Druckern.

Bevorzugen Sie eher ein Modell mit nahezu identischer Baufläche wie der Artillery GENIUS, so ist der Creality Ender 3 für Sie vielleicht eine preisgünstige Alternative. Auf folgender Seite finden Sie unseren Testbericht zum Ender 3.

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* Preise vom 09.06.2020. Ohne Gewähr. Preise können aufgrund von Änderungen beim Dollar-Wechselkurs und Preisänderungen der Händler abweichen.


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