TOP-Gerät mit wenig Schwachstellen:

Wanhao Duplicator 6 – Testbericht und Bewertung zum 3D-Drucker

Der Wanhao Duplicator 6 vom Hersteller Wanhao 3D Printer zählt zu den bekanntesten Desktop-3D-Druckern im Segment unter 1000 Euro. Wir haben uns den „D6C“ einmal genauer angesehen. In dem Test berichten wir über Aufbau und Erstinstallation, Vor- und Nachteile und geben hilfreiche Tipps zum Umgang mit dem 3D-Drucker.

Nachdem wir schon viel über den Wanhao Duplicator 6 3D-Drucker gehört und auch einiges über ihn geschrieben haben, wollten wir uns einmal ein eigenes Bild über das Modell verschaffen und haben ihn in unserer Reihe für 3D-Drucker-Tests etwas genauer unter die Lupe genommen. Ohne Zweifel können wir sagen, dass er zu den besten 3D-Druckern gehört, die unter 1.000 Euro erhältlich sind. Auch den Vergleich mit höherpreisigen Modellen muss er keineswegs scheuen. Vor allen Dingen dann nicht, wenn man noch einige wenige Optimierungen vorgenommen hat. Dazu gehört beispielsweise der Wechsel der Firmware. Sowohl Hobby-Makers, technikinteressierte Familien als auch Unternehmen, die Prototypen oder Teile in kleiner Stückzahl herstellen wollen, werden mit dem Wanhao Duplicator 6 ihre Freude haben. Alle Vor- und Nachteile werden im folgenden Testbericht im Detail beschrieben.

Viereinhalb Daumen hoch

3D-Drucker: Wanhao Duplicator 6
Wanhao Duplicator 6 (Bild © Wanhao).

Technische Daten

  • Gerätetyp: FDM / FFF
  • Bauraum: 200 x 200 x 200 mm
  • Kompatibel mit Windows XP und höher, Apple Mac OS X
  • Software: Cura Wanhao Edition (im Lieferumfang enthalten), Simplify 3D und Open Source
  • Dateitypen: .obj, .stl, .dae und .amf
  • Beheiztes Druckbett
  • Anzahl Extruder: 1
  • Automatic Bed Level: Nein
  • Automatic Nozzle High: Nein
  • Gehäuse: Gehäuse mit montierbaren Abdeckplatten, das sich nach allen Seiten öffnen lässt
  • Nozzle: 0,4 mm Durchmesser
  • Maximale Druckgeschwindigkeit: 160 mm/sek
  • Maximale Schichtauflösung: 0,02 mm
  • Druckgenauigkeit: 0,1 bis 0,5 mm
  • Maximales Bauvolumen: 20 x 20 x 20 cm
  • Gesamtgröße des Druckers: 34,8 x 36,4 x 48,0 cm
  • Maximale Hotend Temperatur: 260 Grad Celsius (Short therm) bzw. 240 Grad Celsius (Long therm)
  • Maximale Druckbett Temperatur: 100 Grad Celsius
  • Präzision: X- und Y-Achse 12,5 micro-m, Z-Achse 5 micro-m
  • Zweigleisiges Portalsystem (DTG) (verhindert Vibrieren der X- und Y-Achse während des Drucks)
  • Nutzbare Filamente: ABS, PLA, PETG, HIPS, Nylon und andere in 1,75 mm Stärke
  • Filament anderer Hersteller ebenfalls nutzbar: ja
  • Mini-SD-Kartenslot
  • USB-Anschluss
  • Display: vorhanden
  • Gewicht: 20 kg (inklusive Verpackung)
  • Preis: ca. 960 Euro (Stand: Anfang Nov. 2017)

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Wanhao Duplicator 6 gehören außer dem 3D-Drucker selbst:

  • 1 Spule Wanhao Filament
  • Stromkabel
  • USB-Kabel
  • USB-Stick
  • Mini-SD-Karte, auf der die Software Cura (Wanhao Edition) abgespeichert ist
  • Inbusschlüssel Set
  • Zwei Druckbettfolien und weiteres Zubehör Kit
  • Anleitung (je nach Händler evtl. nur in englischer Sprache)

Der Lieferumfang kann von Lieferant zu Lieferant natürlich abweichen. Der hier beschrieben Lieferumfang umfasst das Angebot im deutschen Amazon.

Inbetriebnahme

Der 3D-Drucker wurde in einem sehr stabilen Originalkarton geliefert. Beim Auspacken stellten wir fest, dass sich das gesamte Zubehör sowie das Filament im Gerät selbst befand. Nachdem wir den Wanhao Duplicator 6 aufgestellt hatten, entfernten wir die Transportsicherungen und räumten das Zubehör aus dem Gerät. Danach schraubten wir die Paneele und die Tür an, kontrollierten das Extruder-Kabel und einige elektronische Bauteile und befestigten den Jog Wheel. Zuletzt galt es noch, die Filament Halterung anzubringen. Da wir bei anderen 3D-Druckern schon mal feststellen mussten, dass manche Schrauben recht locker saßen, haben wir diese vor dem ersten Druck gleich kontrolliert und mussten einige festziehen. Das hätte man seitens dem Hersteller besser lösen können.

Vor dem ersten Druck sollte noch das Buildtak-Pad (hierbei handelt es sich um eine stärkere Kunststofffolie) auf das beheizbare Druckbett aus Aluminium aufgeklebt werden. Bei Bedarf kann es gewechselt werden. Sowohl PLA- als auch PETG haften hier sehr gut. Bei ABS hingegen ist es notwendig, für etwas stärkere Haftung zu sorgen. Abhilfe können hier Haarspray oder Klebeband schaffen.

Kalibrierung des Wanhao Duplicator 6

Leider wird der 3D-Drucker nicht vom Hersteller kalibriert geliefert. Dies muss der Nutzer selbst vor dem ersten Einsatz in Angriff nehmen. Das ist mit Hilfe des Displays möglich. Wer sich das Kalibrieren ersparen möchte, sollte eine andere Firmware nutzen, beispielsweise die Marlin Firmware, für die wir uns später dann auch entschieden haben und zu der wir auf 3D-grenzenlos in Kürze noch ein umfangreiches Tutorial veröffentlichen werden (Newsletter abonnieren).

Nachdem der 3D-Drucker aufgebaut wurde, haben wir natürlich im Display-Menü die Funktion Kalibrieren aufgerufen. Dort wird Schritt für Schritt erklärt, wie es zu erfolgen hat. Dabei fährt der Extruder in alle vier Ecken der Plattform, wobei der Nutzer dann den Abstand zwischen Druckplatte und Düsenspitze auf etwa 1 mm einstellen soll. Dies gilt für alle vier Ecken. Der Abstand selbst wird mit dem Drehencoder eingestellt. Es soll vor allem sichergestellt sein, dass das Druckbett gerade steht, weshalb Augenmaß bei der Einrichtung vollkommen ausreichen dürfte.

Leider ist der Text des Displays nicht vollständig. So findet es leider keine Erwähnung, dass das Druckbett nach oben bewegt werden muss, bis es den oberen Endschalter erreicht. Dieser ist allerdings für die Bestimmung der Null-Position der Druckplatte enorm wichtig. Ist dieser Punkt erreicht, klickt der Endschalter. Bestätigt wird dies durch leichten manuellen Druck auf den Drehencoder, der danach die weiteren Anweisungen für die korrekte Einstellung gibt.

Wurde der Null-Punkt nicht korrekt ermittelt, ist die Kalibrierung nicht korrekt. Dies kann unter anderem eine Zerstörung der Buildtak-Folie zur Folge haben. Ist der Abstand hingegen zu weit, wird das Filament nicht auf die Druckplatte gedrückt, sondern nur gelegt. Das kann zur Folge haben, dass sich das Objekt vorzeitig löst oder gar nicht erst realisiert wird.

BuildTak für den Wanhao D6C Duplicator:

BuildTak BT08x08-3PK Druckoberfläche für 3D-Modelldruck, quadratisch, 20,3 x 20,3 cm, Schwarz, 3 Stück
26 Bewertungen
BuildTak BT08x08-3PK Druckoberfläche für 3D-Modelldruck, quadratisch, 20,3 x 20,3 cm, Schwarz, 3 Stück
  • Kompatibel mit ABS, PLA, HIPS, PET +, Ziegel, Holz und flexibel (TPE) Filamente; zusätzlich haben wir Erfolg mit immer Nylon und T-glast (PETT-) haben, wenn sie mit einer dünnen Schicht aus waschbarem Klebestift auf der BuildTak Oberfläche verwendet zu haften
  • Installiert viel einfacher, als normalerweise verwendet, Band oder Folien Maskieren und mit weniger Wahrscheinlichkeit von Luftblasen
  • Build Platte schützt
  • Hitzebeständig und langlebig, können Sie für viele aufeinanderfolgende wiederverwendet werden aufbaut und Sie können ohne die Notwendigkeit, unterschiedliche Fadenmaterialien verwenden, um die Druckoberfläche zu ändern
  • Erzeugt eine optimale Bindung zwischen dem gedruckten 3D-Objekt und baut Oberfläche, die die Chancen Ihr Objekt an Ort und Stelle wird für die Dauer des Drucks gehalten maximiert und dann für eine saubere und einfache Entfernung des Objekts von der Build-Oberfläche ermöglichen

Wer mit ABS druckt, hat mit der Buildtak-Folie ein ganz anderes Problem. Hier löst sich das Objekt nur sehr schwer, vor allem dann, wenn zur Verbesserung der Haftung ein Rand gedruckt wird. Dieser lässt sich dann nur noch sehr schlecht vom Bett lösen. Abhilfe schaffen hier eine sehr genaue Kalibrierung des Druckbettes und der Druck der ersten Schicht mit gerade einmal 0,2 mm Dicke. Ein sehr schmaler Rand (Brim) von gerade einmal 1 mm ist hier ebenfalls ausreichend. Alternativ könnte man auch eine Scheibe aus Borosilikatglas oder  als Druckfläche verwenden, die dann mit sogenannten Foldbackklemmen an der Druckplatte befestigt wird. Dann muss natürlich eine Neukalibrierung erfolgen. Allerdings stellt sich dann natürlich bei ABS-Filament wieder die Frage der Haftung. Alternativ kann man auch über die Verwendung einer PEI-Folie nachdenken, die die Vorteile einer Folie mit denen des Glases vereint.

Der erste Druckversuch

Zuerst gingen wir daran, das vielen Makern sicher bekannte Schiffchen „Benchy“ zu drucken. Dafür hatten wir nur wenig an der Kalibrierung gearbeitet, trotzdem gefiel uns das Ergebnis schon ganz gut. Ein Ringing war beispielsweise kaum sichtbar. Überhänge und Brücken waren gut gelungen und auch die Oberfläche erstaunlich glatt.  Mancher Maker äußerte, dass das Hotend ein Schwachpunkt des Duplicator 6 darstelle. Dies konnten wir bei unseren Drucken nicht feststellen, soll aber auch nicht unerwähnt bleiben.

Vorteile des Wanhao Duplicator 6

Ein großer Vorteil des Modells liegt sicher im geschlossenen Bauraum, der bei Bedarf auch nach allen Seiten geöffnet werden kann. Im geschlossenen Raum ist es möglich, mit ABS-Filament zu drucken, da er beheizt werden kann und zugleich vor Zugluft geschützt ist. Bei diesem Filament besteht sonst die Gefahr, dass es sich während des Drucks verzieht oder vom Druckbett ablöst. Positiv fällt auch der geringe Lärmpegel des Wanhao Duplicator 6 auf. Sicher ist dies auch dem Gehäuse geschuldet.

Des weiteren kann er mit verschiedenen Filamenten – auch anderer Hersteller – arbeiten. Das Bauvolumen von 20 x 20 x 20 Zentimetern ist für die meisten Hobby-Makers ebenfalls als ausreichend großes Bauvolumen zu bewerten. Von Vorteil ist auch, dass das Modell bereits mit einer Schichtdicke von 0,1 mm arbeiten kann.

Der Wanhao Duplicator 6 ist vor allem hinsichtlich der Mechanik und des Aufbaus ein chinesischer Nachbau des Zortrax M200, allerdings nicht einmal halb so teuer wie dieser (Zortrax M200 ca. 2000 Euro). Zugleich verfügt der Duplicator 6 über ein massives Alugehäuse und ist dadurch sehr verwindungssteif, was zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, die ein Drucker aufweisen sollte.

Für die Druckkopfsteuerung ist es sinnvoll, nach einer alternativen Firmware zu suchen. Wir haben uns hier – wie viele andere Nutzer auch – für Marlin entschieden. Mit nur geringem Aufwand lässt sich dadurch eine automatische Druckbettkalibrierung nachrüsten, welche vor jedem einzelnen Druck die Plattform misst und gegebenenfalls Korrekturen vornimmt. Dafür werden ein kapazitiver Näherungssensor und eine Halterung benötigt, desgleichen ein 5 V Festspannungsregler sowie ein Lötkolben. Natürlich fertigt der Wanhao Duplicator 6 auch mit der Original Firmware sehr gute und genaue Drucke.

Die Übertragung der Daten vom Rechner an den Drucker kann entweder über USB-Kabel oder durch das Abspeichern auf einer SD-Karte erfolgen. Der Einsatz der SD-Karte ist vor allem auch dann sinnvoll, wenn Sie Objekte auch später wieder drucken wollen und so nur auf die abgespeicherten Daten zurückgreifen müssen, ohne den PC anzuschalten. Der SD-Karten-Slot kann hier also als Vorteil angesehen werden.

Mittlerweile gehört zur Standardausrüstung auch der MK-11 Extruder. In ihm sind auswechselbare Düsen unterschiedlicher Größen einbaubar. Empfehlenswert ist zugleich auch der Einbau eines Hotends von Micro Swiss, welches vollständig aus Metall besteht und im Inneren keinen PTFE-Schlauch nutzt. Dieses Hotend kostet etwa 70 Euro.

Sehr gut empfinden wir das zweigleisige Portalsystem (DTG), welches pro Achse aus zwei Führungsstangen besteht. Diese sorgen dafür, dass die X- und Y-Achse während des Drucks nicht vibrieren.

Welche Nachteile hat der Wanhao Duplicator 6?

Zuerst einmal wäre da die manuelle Kalibrierung zu nennen. Mittlerweile gibt es einige Hersteller, die ihre 3D-Drucker vorkalibriert ausliefern. Ansonsten wäre es natürlich positiv, wenn die Firmware diese Möglichkeit anbietet. Abhilfe können Sie mit dem Wechsel zu einer anderen Firmware schaffen, oder Sie entscheiden sich dafür, die Kalibrierung manuell vorzunehmen.

Ein weiterer Nachteil des Druckers ist der fehlende Endstop der Tür. Hier sollten Sie selbst einen Endstop aus Kunststoff drucken, entsprechende Vorlagen gibt es auf renommierten Portalen zum Download.

Nach dem Auspacken ist es sinnvoll, erst einmal alle Muttern und Schrauben zu kontrollieren und bei Bedarf festzuziehen. Halblose Muttern sollten zwar bei dem Preis verkraftbar sein, vermeiden ließe sich das aber trotzdem.

Fazit unseres Tests

Der Wanhao Duplicator 6 macht auf uns einen sehr soliden Eindruck. Der Bauraum von 20 x 20 x 20 cm dürfte für nahezu jeden Hobbymaker, aber auch für manch professionellen Einsatz vollkommen ausreichend sein. Die Druckqualität steht dem eines höherpreisigen, nahezu baugleichen Zortrax M200 kaum nach. Auch den Vergleich mit den Ultimaker 3D-Druckern muss er nicht scheuen. Positiv ist auch, dass der 3D-Drucker sowohl mit Gehäuse als auch ohne betrieben werden kann und die Varianten optional angeboten werden. Auch ein späteres Nachrüsten dürfte unseres Erachtens nach kein größeres Problem darstellen. Ratsam ist es, anstelle der werkseitig eingestellten Firmware auf die alternative Firmware Marlin zurückzugreifen. Diese vereinfacht sowohl die manuelle Kalibrierung und kann mit einer automatischen Kalibrierung aufgerüstet werden. Zudem bietet sie zahlreiche weitere interessante Funktionen.

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Wanhao D6C Duplicator 3D-Drucker mit Abdeckungen
7 Bewertungen
Wanhao D6C Duplicator 3D-Drucker mit Abdeckungen
  • Kräftig gebaut Volumen: 200x200x200 mm, Layer Auflösung 0,1 - 0,5 mm einstellen
  • Top Extruder Speed: 160mm/s, Top Hotend Temperature: 260°C (Short-term), 240°C (Long-term)
  • Filament Size 1.75 mm - Works with: PLA, ABS, PVA, NinjaFlex, Nylon, HIPS, Wood and many more!
  • Inklusive-Druckmaterial : 1 kg PLA Filament
  • Alles was Sie brauchen, um 3D-Drucke zu machen sind enthalten.


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