Im Rahmen der diesjährigen „Czech Space Week“ hat das tschechische Verkehrsministerium ein Memorandum of Understanding (MoU) mit dem US-amerikanischen Unternehmen Vast unterzeichnet. Das in Kalifornien ansässige US-Unternehmen entwickelt Technologien für Weltraumhabitate und plant langfristig, Raumstationen in der niedrigen Erdumlaufbahn bereitzustellen. Die Kooperation soll die Raumfahrtinitiativen des Programms „Journey to Space“ unterstützen und die tschechische Raumfahrtindustrie fördern, heißt es in einer Pressemitteilung.
Ziel der Kooperation: Raumfahrtprojekte und industrielle Kooperation

Das unterzeichnete MoU sieht vor, dass das Verkehrsministerium und Vast gemeinsame Projekte zur Förderung bemannter Raumfahrt prüfen. Dies könnte unter anderem zukünftige Missionen von tschechischen Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) umfassen, die bis zu ihrer geplanten Außerdienststellung im Jahr 2030 fortgeführt wird. Alternativ könnten auch Missionen zu den geplanten Raumstationen „Haven“ von Vast in Betracht gezogen werden, die in den kommenden Jahren als kommerzielle Alternativen zur ISS aufgebaut werden sollen. Die Kooperation legt außerdem Wert auf die Einbindung tschechischer Unternehmen und Start-ups in die Raumfahrtprojekte.
Max Haot, CEO von Vast, zeigte sich erfreut über die Zusammenarbeit:
„Wir sind begeistert, gemeinsam mit der tschechischen Raumfahrtmission an Raumflugmöglichkeiten zu arbeiten, die Wissenschaft, Forschung und Technologie aus der tschechischen Industrie ins All bringen könnten.“
Haot sprach auch über die Möglichkeit, den tschechischen Reserve-Astronauten Aleš Svoboda auf eine Mission zur ISS oder zur zukünftigen „Haven-1“-Station an Bord einer SpaceX-Raumkapsel zu senden.
Wissenschaftsförderung und Nachwuchsinspiration durch das „Journey to Space“-Projekt
Das Projekt „Journey to Space“, das im Juni 2024 in Tschechien gestartet wurde, soll neben der Förderung der Raumfahrtindustrie auch junge Menschen für MINT-Fächer begeistern. Ein potenzieller Raumflug von Aleš Svoboda, der im Jahr 2022 in das Reserve-Astronautenprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA aufgenommen wurde, könnte die Aufmerksamkeit für die tschechische Raumfahrt weiter steigern.
Die Bedeutung der Kooperation für die tschechische Raumfahrtindustrie betonte der Verkehrsminister Martin Kupka:
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Vast, die unsere Vision und das Engagement teilen, um innovative Entwicklungen zu ermöglichen.“ Auch Andrew Feustel, Berater bei Vast und ehemaliger NASA-Astronaut, betonte das Potenzial der tschechischen Raumfahrt: „Die Innovationskraft und der kooperative Geist in der tschechischen Raumfahrt sind beeindruckend. Vast hat das technische Know-how, um gemeinsam mit Tschechien eine spannende Zukunft im All zu gestalten.“
Vast hat bereits eine ähnliche Vereinbarung mit der ESA unterzeichnet, um europäischen Staaten den Zugang zur Erdumlaufbahn über ihre Raumstationen zu ermöglichen. Das Unternehmen plant mit „Haven-1“ ein erstes Habitat-Modul und hat mit „Haven-2“ ein Konzept zur Ablösung der ISS im Rahmen des Commercial LEO Destination (CLD)-Programms der NASA vorgelegt. Details zur weiteren Entwicklung des CLD-Programms werden für 2025 erwartet.






