Forschende der Monash University haben neue öffentliche Leitlinien veröffentlicht, die Lehrkräfte, Eltern und Fachpersonen dabei unterstützen sollen, 3D-gedruckte Lernmaterialien für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler zu erstellen. Ziel der frei zugänglichen Leitlinien ist es, durch innovative taktile Modelle inklusives Lernen zu fördern. Sie richten sich speziell an Menschen mit Einschränkungen beim Zugang zu gedruckten Materialien.

Lehrkraft zeigt ein 3D-gedrucktes, taktiles Lernmodell, entwickelt im Rahmen der Monash University Leitlinien für inklusives Lernen.
Eine Lehrkraft hält ein 3D-gedrucktes, taktiles Modell, das Teil der neuen Leitlinien der Monash University zur Unterstützung blinder und sehbehinderter Studierender ist (Bild © Monash University).

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der „Round Table on Information Access for People with Print Disabilities“ entwickelt und bietet detaillierte Anleitungen zur Gestaltung und Herstellung taktiler Hilfsmittel. Zu den Empfehlungen zählen auch die Integration von Brailleschrift, Audiolabels sowie barrierefreien Ressourcen für sehbehinderte Maker. Diese Leitlinien decken ein breites Spektrum ab – von lehrplanbasierten Modellen bis hin zu adaptiven Werkzeugen und Lernspielen.

Vorteile von 3D-gedruckten Modellen

Leona Holloway, Expertin für inklusive Technologien an der Monash University, hob die Vorteile von 3D-gedruckten Modellen gegenüber herkömmlichen taktilen Zeichnungen hervor. Sie erklärte:

„Ein Vorteil von 3D-Modellen ist, dass sie von blinden, sehbehinderten und sehenden Schülerinnen und Schülern gleichermaßen genutzt werden können. Zudem sind sie für Menschen geeignet, die nicht im ‚Tastlesen‘ geschult sind.“

Die Initiative, die von der Round Table offiziell unterstützt wird, folgt aufstrebenden Standards für Barrierefreiheit und wurde im Mai gestartet.

Unterstützende Stimmen und weitere Förderung

Sonali Marathe, Präsidentin der Round Table und Managerin für Barrierefreiheit bei NextSense, betonte die transformative Wirkung der Technologie:

„3D-gedruckte Modelle ermöglichen blinden Schülerinnen und Schülern ein räumliches und dimensionales Verständnis von Objekten, die sie möglicherweise noch nie zuvor erlebt haben – etwa durch Modelle des Burj Khalifa, Taj Mahal oder der Freiheitsstatue.“

Auch Lehrkräfte wie Sarah Hayman vom „Statewide Vision Resource Centre“ der Bildungsabteilung von Victoria und Adrian Riessen von der „South Australian School and Services for Vision Impaired“ lobten die Leitlinien. Hayman erläuterte:

„Die Leitlinien waren hilfreich, um eigene Werkzeuge zu entwerfen und andere dazu zu bewegen, Barrierefreiheit bei der Gestaltung von Lehrmaterialien zu berücksichtigen.“

Finanzielle Unterstützung und Partner

Das Projekt wurde im Rahmen eines Linkage-Projekts des australischen Forschungsrates (ARC) realisiert und durch Partnerschaften mit Organisationen wie Guide Dogs Victoria, SeeDifferently und Blind Low Vision New Zealand unterstützt. Zusätzlich sicherten Förderer wie „South Pacific Educators in Vision Impairment“ und „VisAbility“ die finanzielle Basis.

Die Leitlinien stehen unter printdisability.org/guidelines/3D-prints zur Verfügung.

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