Wissenschaftler des U.S. Army Engineer Research and Development Center (ERDC) haben ein neuartiges Verfahren zur additiven Fertigung von Eisstrukturen entwickelt. Diese Technik nutzt gefrorenes Wasser in Kombination mit natürlichen Fasern, um temporäre Bauten in extrem kalten und abgelegenen Regionen zu errichten. Ziel ist es, militärische Einsätze und humanitäre Missionen in der Arktis oder Antarktis logistisch zu vereinfachen und sicherer zu gestalten.
Eis und Naturfasern als 3D-Druckmaterial
Das Verfahren entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Cold Regions Research and Engineering Laboratory (CRREL) und dem Construction Engineering Research Laboratory (CERL). Es basiert auf dem Prinzip, lokal verfügbare Ressourcen wie Schnee und Eis als Baumaterialien einzusetzen, um den Materialtransport zu minimieren.
Kiera Thompson Towell, Materialwissenschaftlerin bei CRREL, erklärt:
„Wir wollten Eis und Schnee als natürliche, leicht verfügbare Rohstoffe für temporäre Bauten in abgelegenen, kalten Regionen nutzbar machen. Der 3D-Druck ermöglicht es uns, Strukturen automatisiert und bedarfsgerecht zu errichten – unabhängig vom Standort.“
Die entwickelten Strukturen bestehen aus gefrorenem Wasser, das durch Beimischung von Pflanzenfasern stabilisiert wird. Dies erhöht nicht nur die Festigkeit der Eiskomponenten, sondern verbessert auch die Formbarkeit beim Drucken.
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Vorteile für Logistik, Sicherheit und Umwelt
Das neue Verfahren bringt mehrere Vorteile mit sich. Es reduziert die logistische Abhängigkeit von extern gelieferten Baumaterialien, was in schwer zugänglichen Regionen entscheidend ist. Zudem minimiert es die Kälteeinwirkung auf das eingesetzte Personal, da Bauprozesse automatisiert und beschleunigt werden können.
Ein weiterer Pluspunkt liegt in der ökologischen Bilanz: Die Bauwerke lassen sich nach Einsatzende problemlos wieder abbauen oder schmelzen, was Umwelteingriffe gering hält und nachhaltige Missionsarchitektur ermöglicht.
Das beigefügte Bild zeigt den Prototyp einer solchen gedruckten Struktur. Gut zu erkennen ist die kontrollierte Schicht-für-Schicht-Aufbringung des mit Fasern verstärkten Eises durch den 3D-Druckkopf. Der Druckprozess wurde in einer isolierten Umgebung durchgeführt, um kontrollierte Bedingungen bei Minustemperaturen zu gewährleisten.
Nächste Schritte in der Entwicklung

Nach der erfolgreichen Demonstration plant das ERDC-Team die Weiterentwicklung des Systems. In den kommenden Phasen soll ein größerer 3D-Drucker zum Einsatz kommen, der größere Strukturen drucken kann. Parallel dazu werden weitere Materialtests in CRRELs Kältekammern durchgeführt, um die mechanischen Eigenschaften der Eis-Faser-Mischungen weiter zu verbessern.
Die langfristige Vision umfasst den Aufbau skalierbarer, modulierbarer 3D-Drucksysteme für temporäre Einsatzzwecke – vom Lager über Schutzräume bis hin zu technischen Einrichtungen.
Die Entwicklung dieser Technologie unterstreicht die strategische Bedeutung des 3D-Drucks für militärische und zivile Anwendungen unter extremen Umweltbedingungen. Welche Einsatzszenarien könnten Sie sich vorstellen? Halten Sie den Einsatz von Eis als Baumaterial für praktikabel?
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