Ein Rad für einen Mond-Rover aus 3D-Druck? Die Herausforderung bei der Planung von Mondmissionen besteht darin, das Gewicht beim Start so gering wie möglich zu halten. Die Nutzung von Ressourcen vor Ort, sprich dem Mond, könnte hierbei eine innovative Lösung bieten. Stellen Sie sich vor, einen Rover ohne Räder zum Mond zu schicken und diese dort direkt aus dem Mondgestein mittels 3D-Druck herzustellen.

Forscher am Oak Ridge National Laboratory (ORNL) haben mit einem 3D-Drucker genau solch ein Rad-Design erstellt, das Teil des kommenden NASA VIPER Rovers sein wird. Hierbei wurde die additive Fertigung verwendet, bei der Metallpulver geschmolzen und Schicht für Schicht in die gewünschte Form gebracht wird. Das berichtet das ORNL auf seiner Website.

Auf dem Mond selbst gibt es natürlich Herausforderungen bei dieser Idee. Die Rohstoffe müssen zunächst aus dem Mondgestein gewonnen und dann zu Rädern oder anderen Teilen zusammengesetzt werden. Doch dieser Versuch stellt bereits einen ersten wichtigen Schritt dar.

VIPER-Projekt

Das in den USA im Manufacturing Demonstration Facility des Department of Energy erstellte Prototyp-Rad wird nicht für den VIPER (Volatiles Investigating Polar Exploration Rover) verwendet. Es wurde jedoch nach denselben Design-Spezifikationen erstellt, und es sind weitere Tests geplant, bevor diese Technologie für zukünftige Mond- oder Mars-Rover in Erwägung gezogen wird.

Das VIPER-Projekt, das 2024 zum Mond starten soll, hat das Ziel, Eis und andere potenzielle Ressourcen am Südpol des Mondes zu kartieren. Es soll helfen, die Herkunft und Verteilung von Mondwasser zu bestimmen und ob genug Wasser vorhanden ist, um Menschen dort zu unterstützen.

Feine Designelemente mit 3D-Druck
Die additive Fertigung erlaubt es, feine Designelemente, etwa eine wellige Oberfläche auf einer gebogenen Struktur, in den Prototyp des Mondrads einzubauen (Bild © Carlos Jones/ORNL, U.S. Dept. of Energy).

Wie man auf dem Bild sehen kann, ist das Design des Rades komplex, doch durch den 3D-Druck wurde es vereinfacht und die Kosten gesenkt. Laut Peter Wang, der die Demonstration leitete, verwendeten sie für ihren 3D-Drucker ein Metallpulverbett-System und schafften es, ein Rad von beachtlicher Größe herzustellen.

Die Herausforderung besteht darin, dass der 3D-Drucker sehr groß ist und erst zum Mond transportiert werden müsste. Dennoch könnte er, einmal dort, viele Gegenstände aus dem vorhandenen Mondgestein herstellen.

Trotz der Hürden zeigt dieser Ansatz, dass kreatives Denken und Bauen entscheidend sein werden, um eine Mondbasis Realität werden zu lassen. Über die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich berichten wir auch zukünftig kostenlos im 3D-grenzenl0s Magazin (Newsletter abonnieren).

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