Das deutsch-chinesische Konsortium unter der Leitung des Lehrstuhls Digital Additive Production (DAP) der RWTH Aachen hat eine innovative, cloudbasierte Plattform namens ProCloud3D entwickelt. Diese Plattform ist speziell darauf ausgerichtet, Produktionsdaten für das laserbasierte Powder Bed Fusion von Metallpulver (PBF-LB/M) sicher und in Echtzeit zu übertragen, wie das DAP in einer Pressemitteilung berichtet. Die ProCloud3D-Plattform, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), repräsentiert einen bedeutenden Fortschritt in der Sicherheit und Dezentralisierung der additiven Fertigung.

Schlüsselfaktoren der ProCloud3D-Entwicklung

3D-gedruckte Metallkomponente mit ProCloud3D-Logo, erstellt über RWTH Aachen Cloud-Plattform
Innovatives Ergebnis des ProCloud3D-Projekts: Eine per Stream auf der cloudbasierten Plattform gefertigte Komponente, die die Präzision und Effizienz der RWTH Aachen Entwicklung illustriert. (Bild © RWTH DAP)

Der Entwicklungsprozess der ProCloud3D-Plattform konzentrierte sich primär auf die Schaffung einer sicheren Umgebung für die Übertragung von Produktionsdaten. Durch die Einführung eines Echtzeit-Slicers, der Maschinensteuerungs-Codes direkt aus den Baujob-Informationen generiert, konnte eine effiziente und sichere Datenübertragung realisiert werden. Ein weiterer Kernpunkt der Plattform ist das Open Vector Format (OVF), das eine flexible Steuerung von Lasern ermöglicht und für verschiedene PBF-Anlagen geeignet ist.

Die Sicherheit spielt in der additiven Fertigung eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn es um den Schutz von Designmodellen geht. Mit ProCloud3D können Daten ohne die Gefahr des Abgreifens, der Kompromittierung oder Manipulation übertragen werden. Dies stellt sicher, dass nur die angefragte Anzahl an Komponenten produziert wird, wobei die Datenströme von Ende zu Ende verschlüsselt sind.

Erste Erfolge und Zukunftspläne

Die praktische Anwendung der ProCloud3D-Plattform wurde bereits erfolgreich demonstriert, indem ein Demonstrator über den sicheren Stream gefertigt wurde. Dieser Erfolg ebnet den Weg für eine breitere Anwendung der Plattform in der dezentralisierten additiven Fertigung. Zukünftige Entwicklungen sehen vor, die Hardwareschnittstelle für verschiedene Anlagenhersteller zugänglich zu machen und eine universell einsetzbare Software-Dienstleistung für PBF-LB/M anzubieten.

Weitere Schritte in der additiven Fertigung

Das ProCloud3D-Projekt unterstreicht die Bedeutung der Cloud-Technologie in der additiven Fertigung. Durch die Bereitstellung einer sicheren Plattform können Unternehmen die Vorteile der additiven Fertigung nutzen, ohne in teure PBF-Anlagen investieren oder umfangreiches Prozess-Know-how aufbauen zu müssen. Dies ermöglicht eine effizientere und kostengünstigere Produktion, insbesondere für Kleinserien oder individuell angepasste Produkte.

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