In einer Pressemitteilung haben Forscher der Florida International University (FIU) ihre Arbeit an 3D-Druck-Strukturen aus simuliertem Mondstaub vorgestellt. Mond-Regolith oder Boden besteht aus feinen, groben und abrasiven Partikeln. Diese neigen dazu, an Oberflächen zu haften. Sie gelangen wie Flüssigkeit überall hin und sind eine Gefahr für Ausrüstung und Personal auf der Mondoberfläche. Die NASA entwickelte daher spezielle Technologien, um Mondstaub von Astronauten und Geräten bei zukünftigen Missionen zum Mond zu entfernen.

In-Situ-Ressourcennutzung auf dem Mond

3D-gedruckte Strukturen aus Mondstaub
Die Forscher haben außerdem komplexe Strukturen mit steilen Hängen in 3D gedruckt (im Bild)(Bild © FIU).

Die Forscher demonstrierten die Winkel, in denen der Drucker Strukturen erzeugt, sowie einen Lebensraum mit künstlichem Mondstaub, der die Eigenschaften des Mondregolithen nachahmt. Die Forschung aus Florida entwickelt die Fähigkeiten für die In-Situ-Ressourcennutzung (ISRU), bei der lokal verfügbare Ressourcen auf dem Planeten für Einrichtungen und Ausrüstungen eingesetzt werden. Roboter könnten den reichlich vorhandenen Mondstaub aufsammeln, in einer Anlage weiterverarbeiten und dort zu 3D-Druckern weiterleiten. Diese stellen Weltraumteile, Werkzeuge, Ziegel oder sogar ganze vorgefertigte Strukturen her, zum Beispiel Raketenlande- und Startrampen, Gewächshäuser, Lagereinrichtungen und Lebensräume für Astronauten.

Materialingenieur Brandon Aguiar sagt:

„Es ist sehr teuer, Vorräte in den Weltraum zu schicken. Ein Pfund Material kann Tausende von Dollar kosten. Stellen Sie sich vor, was es den Steuerzahler kosten würde, ganze Häuser zum Mond zu schicken. Stattdessen können wir das bereits vorhandene Material für den Aufbau von Infrastruktur verwenden.“

3D-gedrucktes Iglu aus Mondstaub
Die Forscher demonstrierten einige Beispiele, die sie mit dem 3D-Drucker herstellen könnten (im Bild: Iglu aus Mondstaub)(Bild © FIU).

Die Forscher wollen als Nächstes sicherstellen, dass die mit dem 3D-Druck konstruierten Strukturen der extremen Umgebung auf dem Mond standhalten können. Dazu gehören auch die direkte Strahlungseinwirkung ohne den Schutz, den eine dichte Atmosphäre bietet, und extreme Temperaturschwankungen, die durch lange Mondtage verursacht werden und Einschläge von zumindest den kleineren Asteroiden.

Das 3D-Druck-Unternehmen ICON beschäftigt sich seit einiger Zeit ebenfalls mit dem 3D-Druck weltraumgestützter Konstruktionen und erhielt dafür im Vorjahr 57,2 Mio. USD zu deren Erforschung. Vor etwas mehr als zwei Jahren haben amerikanische Studenten einen mit 3D-Druck herstellbaren und recycelbaren Landeplatz für sicherere Mondlandungen vorgestellt.

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